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Regelwerk Profi-Boxen |
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Das Reglement des Profi-Boxsports unterscheidet
sich in vielerlei Hinsicht von dem der Amateure. Zudem haben die führenden
vier Weltverbände IBF, WBC, WBA und WBO geringfügig abweichende Regeln. |
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Gewichtsklassen: |
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Minifliegengewicht |
47,627
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Halbfliegengewicht |
48,988
Kg |
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Fliegengewicht |
50,802
Kg |
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Super-Fliegengewicht |
52,163
Kg |
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Bantamgewicht |
53,525
Kg |
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Super-Bantamgewicht |
53,525
Kg |
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Federgewicht |
57,153
Kg |
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Super-Federgewicht |
58,967
Kg |
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Leichtgewicht |
61,235
Kg |
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Halbweltergewicht |
63,503
Kg |
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Weltergewicht |
66,678
Kg |
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Halbmittelgewicht |
69,85
Kg |
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Mittelgewicht |
72,574
Kg |
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Super-Mittelgewicht |
76,203
Kg |
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Halbweltergewicht |
79,378
Kg |
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Leicht-Schwergewicht |
86,183
Kg |
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Super-Leichtschwergeicht |
95,254
Kg |
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Schwergewicht |
Kein
Limit |
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Runden: |
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Ein WM-Kampf wird in der Regel auf zwölf
Runden à drei Minuten angesetzt. Geht ein Kampf über die
volle Distanz muss ein Profi also dreimal solange sein "Handwerk"
verrichten wie ein Amateur. Die Pause zwischen den Runden beträgt
eine Minute. |
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Ring: |
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Jeder Boxkampf muss in einem genau reglementierten
Ring stattfinden. Dessen Seitenlängen müssen mindestens
5,486 Meter (18 Fuß) und höchstens 7,315 Meter (24 Fuß)
im Quadrat messen. Der Ringboden ist mit einem etwa 2,5 Zentimeter
(1 Inch) dicken weichen Auflage aus Schaumstoff zu bedecken. Alternativ
zu dem weichen Schaumstoffmaterial darf der Boden auch aus einem anderen
elastischen Material sein. Unter der elastischen Plane befindet sich
ein ebenfalls etwa 2,5 Zentimeter starker Holzboden. Zur Ringbegrenzung
sind vier 2,5 Zentimeter dicke Seile festgeschrieben, die an den Eckpfosten
befestigt sind und mit einem weichen Material umwickelt sein müssen.
Die Abstände der Seile zum Boden betragen etwa 46, 76, 107 und
137 Zentimeter. |
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Ausrüstung: |
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Verglichen mit den Amateuren steigen
die Profis eher "leicht bekleidet" in den Ring. Der bei
den Amateuren vorgeschriebene Kopfschutz ist im Profilager gleichsam
verboten, wie das Tragen eines Trikots. Zwingend vorgeschrieben sind
dagegen Mundschutz, Tiefschutz, kurze Hose, leichte Sportschuhe, Handschuhe
und Bandagen. Die Handschuhe müssen vom Minifliegen- bis einschließlich
zum Weltergewicht auf acht Unzen (227 Gramm) geeicht sein. Darüber
hinaus (Halbmittel- bis Schwergewicht) sind zehn Unzen (284 Gramm)
vorgeschrieben. Sofern nicht anderweitig vertraglich festgelegt, bestimmt
der Promoter die zu benutzenden Handschuhe. Ebenfalls reglementiert
ist das korrekte Anlegen der schützenden Bandagen. Diese dürfen
bis einschließlich zum Mittelgewicht zehn Yards (9,144 Meter)
lang und zwei Inches (5 Zentimeter) breit und müssen aus einem
weichen Material (Krepp- oder Gazetape) gefertigt sein. Zur Befestigen
ist ein sechs Fuß (1,829 Meter) langer und ein Inch (2,5 Zentimeter)
breiter Tapestreifen erlaubt, der allerdings nicht die Handknöchel
bedecken darf. In den höheren Gewichtsklassen darf das Bandageband
bis zu zwölf Yards lang sein, der unterstützende Tapestreifen
darf acht Fuß messen.
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Entscheidung: |
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Ein Profiboxkampf kann per Punktsieg,
per Niederschlag (K.o.), durch technischen K.o. (T.K.o.) oder durch
Aufgabe des Gegners gewonnen werden. Des Weiteren sind Unentschieden
und technisches Unentschieden als Entscheidungen möglich. |
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Punktwertung: |
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Ein Kampf wird von drei Punktrichtern
bewertet, die vom jeweiligen Weltverband benannt werden. Er wird nach
Ablauf einer Runde nach dem "ten-point-must-system" bewertet,
dabei wird jede Runde unabhängig voneinander durch die Punktrichter
bewertet. Zehn Punkte bekommt der Sieger einer Runde zugesprochen,
der Verlierer in der Regel neun. Für Fouls, erlittene Niederschläge
oder deutliche Unterlegenheit kann dem Verlierer ein weiterer Punkt
abgezogen werden, so dass auch Rundenwertungen von 10:8 möglich
sind. Am Ende des Kampfes werden die Punkte zusammengezählt und
jedem Punktrichter kommt eine Richterstimme zu. Folglich kann ein
Kampf mit 3:0 oder 2:1 Richterstimmen entschieden werden. Ebenso ist
ein unentschiedene Wertung möglich, wenn alle drei Punktrichter
ein Unentschieden ermittelt haben (zum Beispiel 114:114) oder je ein
Punkrichter für Kämpfer A, für Kämpfer B und für
Unentschieden stimmt. Im Falle eines WM-Kampfes behält der Titelverteidiger
bei einem Unentschieden seinen Weltmeistertitel. |
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Niederschlag: |
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"Zu Boden" geht ein Boxer
dann, wenn er als Resultat eines korrekten Schlages mit einem anderen
Körperteil als den Füßen den Ringboden berührt
oder hilflos in den Seilen hängt. Entscheidet der Ringrichter
(nur er darf das), dass dies der Fall ist, beginnt er den Boxer laut
und deutlich anzuzählen. Dabei beginnt er bei "1".
Schafft es der Niedergeschlagene nicht, sich bis "10" wieder
kampffähig zu präsentieren ist der Kampf zu Ende und der
Kontrahent gewinnt "durch K.o.". Schafft es der Boxer innerhalb
der zehn Sekunden wieder auf die Beine zu kommen und wird vom Ringrichter
als kampffähig eingestuft, wird der Kampf fortgesetzt. Bei WBA-Kämpfen
muss der Ringrichter in diesem Fall zumindest bis "8" durchzählen,
bei Kämpfen der anderen Weltverbände wird direkt weitergeboxt,
Anzählen im Stehen ist also bei WBC, IBF und WBO nicht gestattet.
Unterschiedlich handhaben die Verbände auch den Umgang mit der
"Drei-Niederschläge-Regel" (dreimaliger Niederschlag
in einer Runde). Während bei der WBC der Referee in einem solchen
Fall abbrechen und einen Technical-K.o. (T.K.o.) verkünden muss,
wird bei den anderen Verbänden weitergeboxt - sofern der Niedergeschlagene
sich immer wieder kampffähig zeigt. Wird ein Boxer durch einen
legalen Treffer aus dem Ring befördert, hat er 20 Sekunden Zeit,
diesen wieder zu betreten. Schafft er dies nicht, wird sein Gegner
zum Sieger erklärt. Der niedergeschlagene Boxer kann nicht vom
Gong gerettet werden. Das heißt: Ertönt der Gong während
des Anzählens oder während des Schlages, wird der Boxer
dennoch weiter angezählt und gegebenenfalls als Verlierer durch
K.o. deklariert. Die Ausnahme hier bildet die WBC. Bei deren Kämpfen
rettet der Gong in der letzten Runde (aber auch nur da) den Getroffenen.
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Fouls: |
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Ein Foul zieht immer eine Verwarnung
durch den Ringrichter nach sich. Zudem wird der Boxer mit Abzug mindestens
eines Punktes (zum Beispiel 10:8- statt 10.9-Wertung) bestraft (bei
der WBC erst nach der zweiten Verwarnung). Zieht ein absichtliches
Foul die Kampfunfähigkeit des Gegners nach, führt dies zur
Disqualifikation des Foulenden. Kann der Gefoulte zunächst weitermachen
und muss durch eine sich verschlimmernde Verletzung aufgeben, wird
der Kampf entweder ausgepunktet (WBC) oder je nach Stand des Kampfes
für den gefoulten Boxer gewertet: Unentschieden, wenn der Gefoulte
nach Punkten zurückliegt oder es unentschieden steht; Sieg, wenn
er führt. Verletzt sich ein Boxer bei einem Foul selber, wird
die Verletzung so gewertet, als sei sie durch einen korrekten Treffer
des Gegners entstanden.
Muss ein Kampf durch ein unabsichtliches Foul vor der vierten Runde
abgebrochen werden, wird er als technisches Unentscheiden ("Technical
Draw") gewertet. Erfolgt das unabsichtliche Foul nach der vierten
Runde, wird der Kampf ausgepunktet und entsprechend entschieden. Nach
sogenannten "Body Fouls", wie zum Beispiel einem Tiefschlag,
erhält der Boxer eine Erholungszeit von bis zu fünf Minuten.
Bestätigt der Ringarzt, dass der Boxer dennoch nicht weitermachen
kann, wird sein Gegner disqualifiziert. Kann er nach Annahme des Arztes
weitermachen, weigert sich aber, bekommt der Gefoulte selbst die Disqualifikation
ausgesprochen. Der Kampf darf grundsätzlich aber nur vom Ringrichter
persönlich, nicht vom Arzt, abgebrochen werden. Als Fouls gelten:
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1. Tiefschläge unterhalb der Gürtellinie. 2. Schlaghandlungen
mit den Ellenbogen, Schultern und Unterarmen. 3. Kopfstöße.
4. Schläge auf den Hinterkopf ("Rabbit Punch"). 5.
Nierenschläge. 6. Schläge mit der Innenhand. 7. Schläge
mit der Handoberfläche. 8. Angriffe mit Knien, Füßen
oder anderen Teilen der Beine. 9. Festhalten der Seile, um mit der
anderen Hand zuzuschlagen. 10. Schlagen des Gegners, wenn sich dieser
außerhalb des Ringes befindet. 11. Schlagen des Gegners, wenn
sich dieser am Boden befindet bzw. dabei ist, wieder aufzustehen.
12. Verlassen der neutralen Ecke und Angreifen des Gegners, bevor
der Ringrichter den Kampf freigegeben hat. 13. Halten (Klammern) des
Gegners. 14. Angriffshandlungen nach dem Kommando "break"
oder "stop". 15. Auf den am Boden liegenden Gegner zu treten.
16. Festhalten des Kopfes des Gegners mit einer Hand, um ihn mit der
anderen Hand zu attackieren. 17. Attackieren des Gesichtes des Gegners
mit der offenen Hand. 18. Greifen (mit dem Daumen) in die Augen des
Gegners. 19. Angreifen nach Ertönung der Glocke.
20. Zusammenkauern des Körpers unterhalb der Gürtellinie
des Gegners um diesen zu attackieren oder um auszuweichen. 21. Beißen
oder Bespucken des Gegners. 22. Beleidigen des Gegners; Fäkalsprache.
23. Missachtung der Kommandos des Ringrichters. 24. Schnelles Weggehen
oder Wegrennen vor dem Gegner. 25. Jegliche unsaubere Kampfhandlung,
die nicht einem regelkonformen Schlag entspricht. |
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Sonderregeln Cut
/ Kopfstösse: |
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Hat ein Boxer eine offene Wunde ("Cut")
erlitten, muss in der Ringecke versucht werden, die Wunde zu schließen
und die Blutung zu stillen. In Absprache mit dem Ringarzt entscheidet
der Ringrichter, ob der Kampf fortgesetzt werden kann. Cuts passieren
in der Regel aufgrund von beabsichtigten oder unbeabsichtigten Kopfstößen.
- Muss der Kampf wegen eines absichtlichen Kopfstoßes abgebrochen
werden, wird der Verursacher disqualifiziert. - Kann der Kampf nach
einem absichtlichen Kopfstoß fortgesetzt werden, werden dem
Verursacher zwei Punkte abgezogen. - Bei einem unabsichtlichen Kopfstoß
wird dem Verursacher dennoch ein Punkt abgezogen. Bei der WBA gilt
folgende Regel: unabsichtlicher Kopfstoß mit Cut als Folge ergibt
zwei Punkte Abzug, unabsichtlicher Kopfstoß ohne Cut als Folge
wird mit einem Punkt Abzug bestraft. - Muss der Kampf nach einem unabsichtlichen
Kopfstoß abgebrochen werden gilt erneut die "Vier-Runden-Regel"
(s.o.). |
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Sonstiges: |
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- Vor dem Kampf werden die Boxer gewogen
und müssen sich einer ärztlichen Untersuchung unterziehen.
- Nach dem Kampf werden Doping-Tests durchgeführt. - Verliert
ein Boxer seinen Mundschutz, wird der Ringrichter den Kampf in der
nächsten ruhigen Phase unterbrechen, um ihn wieder einzusetzen.
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