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Aron Pryor
(WBA-Juniorweltergewichts-Weltmeister 1980 bis 1983, IBF-Juniorweltergewichts-Weltmeister 1984 bis 1985) |
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Aron Pryor war sowohl für seine packenden und spektakulären Darbietungen im Ring in den späten siebziger und frühen achtziger Jahren als auch für seine Ausschweifungen abseits des Seilgevierts bekannt. Der "Falke" wurde am 20. Oktober 1955 als eines von sieben Kindern in ärmsten Verhältnissen in Cincinnati/Ohio geboren. Den Großteil seiner Kindheit verbrachte Aron Pryor auf der Straße, bis er im Alter von 13 Jahren schließlich mit dem Boxen begann. Als Amateur baute er sich einen fantastischen Rekord von 204 Siegen in 220 Kämpfen auf und gewann zwei Golden-Gloves-Titel. 21 Mal boxte er international für die US-Staffel und verlor nur das Finale der Panamerikanischen Spiele 1975. |
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Zu den Olympischen Spielen 1976 in Montreal schaffte er es dann nicht. Das Finale bei der Olympia-Ausscheidung verlor Pryor gegen Howard Davis, der sich schließlich auch die Goldmedaille holte. So wechselte Aron Pryor in das Profilager und kassierte für seinen technischen K.o.-Sieg in der zweiten Runde beim Debüt gegen den ehemaligen Kickboxer Larry Smith gerade 400 Dollar Börse. Zum Vergleich: Olympiasieger Howard Davis bekam für sein Profidebüt 250.000 Dollar.
Pryor baute sich einen Ruf als knochenharter Puncher auf, der seine Gegner mit gnadenloser Penetranz im Ring verfolgte und stellte. Von den ersten 24 Kämpfen gewann er 22 vorzeitig. So holte er sich am 2. August 1980 in seiner Heimatstadt auch den WBA-Titel im Juniorweltergewicht von Champion Antonio Cervantes, den er in der vierten Runde ausknockte.
Doch dann holte ihn erstmals wieder sein problematisches Privatleben ein. Vor der geplanten Titelvereinigung
gegen WBC-Weltmeister Saoul Mamby wurde der "Falke" bei einem heftigen
Streit mit seiner Ehefrau angeschossen. Der Fight fiel aus. Eine riesige
Börse von 750.000 Dollar für einen Kampf gegen Roberto Duran
platzte ebenso, weil sich Pryor mit seinem Manager Buddy La Rosa zerstritt.
Fünfmal verteidigte Aron Pryor seinen Titel, und keiner seiner
Gegner schaffte die volle Distanz. Dann kam der wohl tollste Fight
in der Karriere des Faustfechters aus Cincinnati.
Am 12. November 1982 stieg Pryor gegen den Nicaraguaner Alexis Arguello in den "Ring aus Feuer", wie die Auseinandersetzung damals genannt wurde. Arguello wollte der erste Profi werden, der den Titel in vier verschiedenen Gewichtsklassen gewann. Es entwickelte sich der Kampf des Jahrzehnts und einer der spektakulärsten der Boxgeschichte. Pryor stellte den Herausforderer von Beginn an. Schon in Runde eins zählte man beim Champion 130 Schläge. In Runde zwei erwischte Arguello den Weltmeister zweimal voll mit seiner legendären Rechten, doch Pryor zeigte sich von den "Bomben" unbeeindruckt.
Nach 13 Runden lag Pryor bei zwei Punktrichtern vorn, Arguello bei einem. In der 14. Runde erwischte der Weltmeister Arguello mit einem kapitalen Kopfhaken, der Herausforderer sackte in die Ringseile und steckte ohne Gegenwehr 23 weitere Schläge ein. Der Ringrichter brach schließlich ab, Arguello lag vier Minuten auf dem Ringboden. Auf dem Weg in die Kabinen brach der Nicaraguaner erneut zusammen. Auch das Rematch ein knappes Jahr später gewann Pryor, diesmal durch K.o. in der zehnten Runde.
Danach hing Pryor erstmals seine Handschuhe an den Nagel, kam aber zur Finanzierung seiner massiven Drogensucht zurück und wurde nach ein paar Siegen zum IBF-Weltmeister ernannt. Nach seinem Sieg gegen Gary Hinton beendete Pryor seine Karriere 1985 erneut, auch wegen einer Netzhaut-Ablösung. Trotz seiner Drogensucht und dem dramatischen Sehverlust auf einem Auge kam Pryor 1987 aus Geldmangel erneut zurück und wurde von Bobby Joe Young in der siebten Runde ausgeknockt. Es war die einzige Niederlage in seiner Karriere.
Nach weiteren drei Kämpfen, für die er wegen seines Sehverlustes eigentlich keine Lizenz hätte mehr bekommen dürfen, hörte Pryor 1990 endgültig auf und sackte total ab. 1991 bekannte sich Pryor des Drogenkonsums für schuldig und musste dafür eine kurze Gefängnisstrafe verbüßen. Nach seiner Entlassung lebte er in Cincinnati auf der Straße. Durch seinen massiven Crackkonsum war sein ganzes Vermögen aufgebraucht. Pryor verbrachte mehrere Tage ohne Schlaf oder Essen. Als der einstige Superstar schließlich wegen stark blutender Magengeschwüre nur knapp dem Tod entging, krempelte er sein Leben um. Aron Pryor trainiert nun Boxer in Cincinnati und arbeitetet in der Kirche. Den Boxfans wird Pryor ungeachtet seiner privaten Probleme aber immer wegen seiner unablässigen Angriffslust und der unglaublichen Nehmerfähigkeiten in Erinnerung bleiben. |
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