 |
|
|
| |
"De Aap" Peter Müller |
|
 |
 |
 |
|
|
| |
|
|
| |
Ein "Blackout" machte Peter Müller über die deutschen Grenzen hinaus berühmt. Am 7. Juni 1952 kämpfte "de Aap", wie ihn die Fans wegen seiner gebückten Kampfhaltung und seines fröhlichen Gesichts nannten, in seiner Geburtsstadt Köln gegen seinen alten Rivalen Hans Stretz um die Deutsche Meisterschaft im Mittelgewicht. In der achten Runde des erbitterten Duells trennte Ringrichter Max Pippow einen Infight und ermahnte zudem Müller, nicht zu klammern. Der "Pitter" verlor die Kontrolle über sich selbst und streckte den Berliner Referee mit einem knallharten rechten Kinnhaken zu Boden. |
|
| |
|
|
| |
Damit nicht genug: Auch vier Sekundanten, die den Amoklauf stoppen wollen, rang Müller nieder. Seinen Manager und Schwiegervater Jupp Thelen greift er auch an. Erst ein Dutzend Polizisten und Helfer bekamen den Wüterich in den Griff. Die Bilder gehen noch heute um die Welt. Es folgte eine lebenslange Sperre, die aber schon nach zehn Monaten wieder aufgehoben wurde.
Peter Müller gehörte zu seiner Zeit zu den beliebtesten Boxern in Deutschland. Die rheinische Frohnatur absolvierte in seiner zwei Jahrzehnte währenden Profikarriere 176 Kämpfe und wurde dreimal Deutscher Meister im Mittelgewicht. Seine zwei Versuche, Europameister zu werden, endeten allerdings kläglich: 1959 war sein Kampf gegen Bubi Scholz schon nach knapp zwei Minuten beendet, 1963 verlor er gegen den dreimaligen Olympiasieger Laszlo Papp in Runde vier.
Doch Müller ging keinem Gegner aus dem Weg. Neben der nationalen Konkurrenz wie Stretz, Scholz oder Erich Schöppner, stellte er sich auch den US-Größen wie Ex-Weltmeister und Robinson-Bezwinger Gene Fullmer, Tiger Jones, Ex-Champ Carmen Basilio und Dick Tiger. Als Fast-Vierziger beendete Jupp Müller seine Karriere, als er am 2. September 1966 gegen Lokalrivalen Jupp Elze in Runde zwei K.o. ging.
Die schillernde Persönlichkeit verdiente sich während seiner Sperre und nach seiner aktiven Laufbahn in Deutschland und Amerika auch als Catcher sein Geld. Es folgten ferner Auftritte als Ringrichter. Im Karneval brillierte er mit kölschen Liedgut als Stimmungskanone. Sein Geld investierte Peter Müller zum größten Teil in das Automatengeschäft seines Schwiegervaters. Im Alter von nur 65 Jahren verstarb Müller 1992 an den Folgen eines Schlaganfalls. Noch heute spricht man in Köln vom "Herrn Papst", dem "de Aap" in Rom seine Aufwartung machte. |
|
| |
|
|
| |
 |
|
| |
|
|
|
|
|
 |