Henry Maske (IBF-Halbschwergewichts-Weltmeister von 1993 bis 1996)
Henry Maske konnte man ohne Frage als die Lichtgestalt des deutschen Profiboxens bezeichnen. Der Parade-Amateur aus der ehemaligen DDR löste mit seinem Übertritt in das Profilager einen ungeahnten Boom in Deutschland aus. Seine Art zu boxen, die Kunst des Faustfechtens, begeisterte vor allem die Prominenz und das breite Publikum - und ließ nicht zuletzt die Frauenherzen höher schlagen. Nur Henry Maske schaffte den Spagat zwischen Kunst und der zumeist rohen Auseinandersetzung zweier Männer. Das bewies er nicht zuletzt mit seinem viel beachteten und erfolgreichen Auftritt bei der Documenta in Kassel am 19. Dezember 1992.
Die Kunst der Selbstverteidigung und sein stilvolles Auftreten in der Öffentlichkeit verliehen ihm den Beinamen "Gentleman". Am 20. März 1993 in Düsseldorf wurde Henry Maske schließlich auch Profiweltmeister und mit jedem weiteren Kampf wollten immer mehr Menschen den eleganten Rechtsausleger sehen. Die beiden Kämpfe zwischen Maske und Graciano Rocchigiani lösten dann endgültig den Boom aus.
Die Einschaltquoten im Fernsehen schossen in zweistellige Millionenhöhen, die Veranstaltungen wurden zu wahren Inszenierungen, die dem Fernsehpublikum unvergessene Abende bescherte. Boris Becker, Michael Stich oder Thomas Gottschalk wollten Maske live sehen. Der Star-Tenor Jose Carreras eröffnete unter anderem die Veranstaltungen. Deutschlands Sportidol Nummer eins, Max Schmeling, entwickelte eine herzliche Männerfreundschaft mit Maske, der als erster und bislang einziger Boxer 1994 Sportler des Jahres wurde.
Dem Superstar blieb einzig der sportlich erfolgreiche Abgang verwehrt. In seinem 31. und letzten Profikampf am 23. November 1996 kassierte Maske gegen WBA-Weltmeister Virgil Hill über zwölf Runden die erste Niederlage seiner Karriere. Zu den Klängen von "Time To Say Goodbye" des italienischen Tenors Andrea Bocelli nahm Henry Maske tränenreich Abschied von der Box-Bühne.
Gegenwärtig engagiert er sich mit seiner Henry-Maske-Stiftung für straffällig gewordene Jugendliche und unterstützt Projekte, die diese wieder in die Gesellschaft eingliedern oder von der Straße holen sollen. Für das Fernsehen steht er zeitweise mit seiner Fachkenntnis weiter zur Verfügung. Außerdem ist Maske mittlerweile in die Fast Food- und Gastronomiebranche eingestiegen.