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  Joe Louis
(Schwergewichts-Weltmeister von 1937 bis 1949)
 
     
  Joe Louis bestimmte zwei Jahrzehnte die Szene im Schwergewicht und zählt bei den Experten zweifelsohne zu den fünf besten Schwergewichtlern aller Zeiten. Als zweiter farbiger Champion aller Klassen nach Jack Johnson war der "Braune Bomber" nicht nur der ganze Stolz des schwarzen Amerikas. In einer Zeit, in der die Schwarzen im Bus noch hinten sitzen mussten, wurde Louis auch von den Weißen geachtet und zum Teil auch bewundert.  
     
     
  Geboren am 13. Mai 1914 in Lafayette/Alabama als Joseph Louis Barrow, siedelte Joe Louis zusammen mit seiner Mutter und seinem Stiefvater nach Detroit über und begann dort in "Brewster's Gym" mit dem Boxen. In seinem ersten Amateurkampf wurde Louis gleich sieben Mal niedergeschlagen, was eine Lehre für sein weiteres Sportler-Leben war. 1934 wurde er US-Meister im Halbschwergewicht und beendete das Jahr mit einem Rekord von 53 Siegen und nur drei Niederlagen.
 
Im Profilager gewann Louis seine ersten 27 Kämpfe, 24 davon vorzeitig. Darunter waren K.o.-Siege gegen die Ex-Weltmeister Max Baer und Primo Carnera. Am 12. Juni 1936 kam es für den damals 22-Jährigen zu einer WM-Ausscheidung gegen Ex-Champion Max Schmeling für einen Fight gegen Weltmeister James J. Braddock. Vor 60.000 Zuschauern im Yankee Stadium ging Louis in der vierten Runde erstmals zu Boden und wurde von dem Deutschen in der zwölften Runden von zwei Rechten über seine Führhand endgültig ausgeknockt. Wegen der zunehmenden Isolierung des durch die Nazis beherrschten Deutschlands erhielt Louis dennoch an Stelle Schmelings die Titelchance. Am 22. Juni 1937 knockte Joe Louis Weltmeister Braddock im Comiskey Park in Chicago in Runde acht aus und wurde im Alter von 23 Jahren der damals jüngste Schwergewichts-Champion aller Zeiten.
 
Louis gab Schmeling am 22. Juni 1938 doch die Titelchance und revanchierte sich vor 75.000 Zuschauern im Yankee Stadium mit einem K.o.-Sieg in der ersten Runde für seine bis dato einzige Niederlage. Insgesamt verteidigte Louis seinen Titel 25 Mal, was immer noch Rekord im Schwergewicht ist.
 
Die Popularität des "Braunen Bombers" bei allen Amerikanern wurde durch eine geschickte Führung seiner Manager Julian Black und John Roxborough noch gesteigert. Louis hielt sich stets an die Anweisung, nie nach Siegen über weiße Boxer zu Lachen oder zu grinsen. Während des Zweiten Weltkrieges absolvierte er insgesamt 96 Schaukämpfe vor geschätzten zwei Millionen GI's. 1942 kämpfte Louis zweimal und spendete seine Börsen der US-Kriegskasse. Den Status eines Helden verdiente er sich in den Augen der Amerikaner mit dem Satz, dass die USA den Krieg gewinnen werde, weil "wir auf der Seite Gottes sind".
 
Nach seiner letzten erfolgreichen Titelverteidigung gegen Jersey Joe Walcott trat Louis 1949 zurück. Ein Jahr später kehrte er auch aus finanziellen Gründen wieder in den Ring zurück und verlor gegen Weltmeister Ezzard Charles über 15 Runden nach Punkten. Das endgültige Ende seiner Laufbahn bedeutete dann die schwere K.o.-Niederlage gegen seinen Bewunderer und späteren Schwergewichts-Weltmeister "Rocky" Marciano 1951.
 
Trotz der Titelkämpfe blieb von seinen Börsen nicht viel übrig. Der Staat erließ ihm später die Steuerschulden. Louis versuchte sich unter anderem noch als Catcher, Ringrichter beim Catchen oder als "Gruß-Kasper" vor Hotels in Las Vegas. Eine besondere Freundschaft verband Louis mit Max Schmeling. Der "Braune Bomber" besuchte die lebende deutsche Sportlegende mehrfach in dessen Anwesen in Hollenstedt vor den Toren Hamburgs.
 
Am 12. April 1981 starb Louis in Las Vegas an Herzversagen.