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Benny Leonard
(Leichtgewichts-Weltmeister von 1917 bis 1923) |
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Benny Leonard war nahezu der perfekteste Kämpfer, den der Boxsport je gesehen hatte. Er vereinigte den boxerischen Einfallsreichtum von Defensivkünstler Young Griffo, die herrschaftliche Technik des James J. Corbett, die Genauigkeit von Joe Gans, die Schlagkraft von Jack Dempsey, die Wachsamkeit von Gene Tunney und die Schnelligkeit von Mike Gibbons. |
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Leonard war jüdischer Abstammung und wuchs auf der feindseligen New Yorker East Side auf. Auf der Straße erkämpfte sich Leonard wie viele seiner Altersgenossen mit den Fäusten seinen Platz in der Gesellschaft. 1911 wurde er bereits im Alter von 15 Jahren Profiboxer. Da zu der Zeit kein jüdischer Kämpfer mit seinem richtigen Namen in den Ring stieg, änderte er seinen Geburtsnamen Benjamin Leiner in Benny Leonard. Vorbild für die Namensgebung war Künstler Eddie Leonard.
Benny Leonards erster Kampf war ein Fiasko, als er schon in der dritten Runde ausgeknockt wurde. Bis 1915 kämpfte er sich dann in die Top Ten im Leichtgewicht. Benny Leonard gehörte zu den Kämpfern, die in ihrer Karriere mehr sogenannte "no decisions", also Fights ohne Wertung, absolvierten als richtige Wettkämpfe. Trotzdem hatte er es in den "no decisions" mit absoluten Topleuten wie Johnny Dundee und Johnny Kilbane zu tun, die wie Leonard nach ihrer Karriere in die Ruhmeshalles des Boxens aufgenommen wurden.
Benny Leonard hatte sich längst den Ehrennahmen "Ghetto-Zauberer" verdient, als er am 28. Mai 1917 Titelverteidiger Freddie Welsh auseinander nahm und in der neunten Runde ausknockte. Leonard hielt diesen Weltmeistertitel dann sechs Jahre und verteidigte ihn ausnahmslos gegen würdige Herausforderer. In seiner ersten Titelverteidigung knockte er Kilbane, zu diesem Zeitpunkt Federgewichts-Weltmeister, in drei Runden aus. 1922 wagte Leonard dann den Sprung in die nächst höhere Gewichtsklassen und forderte Welter-Champion Jack Britton. Im gut besuchten Velodrom von New York hatte Leonard den Champion in der 13. Runde am Boden und verdarb sich dann den möglichen Sieg, als er unnötigerweise während des Anzählens des Ringrichters Britton nochmals schlug. Leonard wurde folgerichtig disqualifiziert.
Am 23. Juli beendete Benny Leonard nach seiner achten erfolgreichen Titelverteidigung dann erstmals seine Karriere mit einem Sieg über 15. Runden gegen Lew Tendler. Unglaubliche 60.000 Zuschauer strömten in das Yankee Stadium, um die beiden Leichtgewichtler zu sehen.
Doch harte Zeiten zwangen den Box-Ästhet 1931 wieder in den Ring zurück. Er gewann 19 Kämpfe in Folge. Dann forderte er am 7. Oktober 1932 Weltergewichts-Champion Jimmy McLarnin und wurde in der sechsten Runde gestoppt. Für Leonard war es das Signal, endgültig aufzuhören. Im Zweiten Weltkrieg diente Leonard als Leutnant in der US-Marine. Nach seiner Entlassung wurde er Ringrichter und starb 1947 in dieser Funktion bei einer Veranstaltung in der St. Nicholas Arena in New York im Seilgeviert an Herzversagen.
Benny Leonard außergewöhnliches Können im Ring wurde durch zwei Aspekte unterstrichen. Zumeist verließ er den Ring, wie er ihn betreten hatte. Mit glatt gestriegelten Haaren. "Ich habe nicht einmal meine Frisur ruiniert", heiß einer seiner berühmtesten Sätze nach einem Kampf. Und der damalige Yorker Bürgermeister Jimmy Walker meinte seinerzeit: "Er verließ den Ring gepflegter und anständiger als er ihn vorfand". Insgesamt absolvierte Benny Leonard 210 Kämpfe. In seinem offiziellen Rekord stehen 85 Siege (69 K.o.), ein Unentschieden und nur fünf Niederlagen. Dazu kommen 115 Kämpfe, die ohne Entscheidung gewertet wurden. |
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