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Jake LaMotta
(Mittelgewichts-Weltmeister von 1949 bis 1951) |
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Er kam von ganz unten an die Spitze und fiel ins Bodenlose: Das Leben von Jake LaMotta war filmreif, und Hollywood griff es dankbar auf. "Raging Bull" oder auf deutsch "Wie ein wilder Stier" erhielt 1980 einen Oscar für die eindrucksvolle Darstellung des Charakters von Jake LaMotta durch Robert de Niro. |
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LaMotta wuchs in ärmsten Verhältnissen in der Bronx von New York auf. Er war ein Straßenschläger und wurde deswegen auch für einige Zeit in eine Besserungs-Anstalt für Jugendliche geschickt. Zwei Jahre boxte LaMotta als Amateur und wechselte 1941 in das Profilager. Schon ein Jahr später wurde LaMotta im Mittelgewicht in der Weltrangliste als Nummer sechs eingestuft - und das nicht von ungefähr. Seine Qualitäten, insbesondere sein unbändiger Siegeswille, bekam dann Sugar Ray Robinson erstmals am 2. Oktober 1942 in New York zu spüren. Da reichte es noch nicht für LaMotta, doch schon im zweiten Duell besiegte er den Ausnahme-Athleten am 5. Februar 1943 über zehn Runden nach Punkten, prügelte ihn dabei durch die Ringseile und fügte Robinson die erste Niederlage im 130. Kampf bei. Insgesamt kämpften die beiden Erzrivalen sechsmal gegeneinander, LaMotta verlor fünf Duelle.
LaMotta musste lange auf seinen ersten Titelkampf warten. Die Mafia hatte den Daumen drauf und wollte LaMotta unter die Fittiche bekommen. Der eigenwillige Italo-Amerikaner wollte sich den Mobster aber lange nicht unterwerfen. Schließlich beugte sich LaMotta und "schmiss" den Fight gegen Billy Fox am 14. November 1947 zugunsten der wettfreudigen Gangster. Später gab LaMotta vor einem Untersuchungs-Ausschuss des US-Senats zu, gegen Fox absichtlich verloren zu haben. Der "Bulle aus der Bronx" bekam seinen WM-Kampf und holte sich die Krone im Mittelgewicht vom populären Franzosen Marcel Cerdan, der zur zehnen Runde nicht antrat.
Zweimal verteidigte LaMotta den Titel erfolgreich. Spektakulär die zweite, als er gegen den Kanadier Laurent Dauthuille nach Punkten klar hinten lag und den Herausforderer 13 Sekunden vor dem Ende der 15. und letzten Runden ausknockte. Am 14. Februar 1951 verlor LaMotta den WM-Gürtel wieder, Erzrivale Sugar Ray Robinson richtete LaMotta übel zu. Der Italoamerikaner blieb an den Ringseilen stehen, ließ sich von Robinson verprügeln, beugte aber nicht das Knie. Der Ringrichter brach die blutige Auseinandersetzung in der 13. Runde ab.
Schon vor dem Fight gegen Robinson nahmen die privaten Probleme von Jake LaMotta immer mehr zu. Abgesehen von seinen Gewichtsproblemen, vermutete der krankhaft eifersüchtige Boxer immer wieder, dass er von seiner blutjungen zweiten Ehefrau Vicky betrogen wurde. Er verprügelte sie regelmäßig und glaubte in seinem Wahn sogar, dass sein Bruder Joey mit seiner Frau geschlafen habe. In einem Eifersuchtsanfall prügelte er Joey krankenhausreif.
Mit seine Frau und den drei Kindern Jackie, Christi und Joe ließ sich Jake LaMotta in Miami nieder und eröffnete einen Nachtklub. Die Probleme mit sich selbst nahmen bei Jake LaMotta auch im Ruhestand kein Ende. Seine Vergnügungssucht wurde ihm zum Verhängnis, als er wegen Verführung einer Minderjährigen ins Gefängnis gesteckt wurde. Ehefrau Vicky und die Kinder verließen ihn, die Scheidung folgte. 1960 wurde LaMotta erneut von einem Untersuchungs-Ausschuss zu seinem Betrug im Fight gegen Billy Fox vernommen. LaMotta war abgebrannt, erzählte in schäbigen Nachtklubs schlechte Witze.
Doch der "Stier aus der Bronx" ließ sich nicht unterkriegen und spielte in vielen verschiedenen Spielfilmen mit. In seiner Autobiografie "Raging Bull" zog LaMotta eine ehrliche Bilanz seiner schillernden Karriere, die 106 Kämpfe mit 83 Siegen, vier Unentschieden und 19 Niederlagen umfasste. |
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