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Jack Johnson
(Schwergewichts-Weltmeister 1908 bis 1915) |
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Ein Aufschrei des Entsetzens ging durch das reaktionäre Amerika, als Jack Johnson am 26. Dezember 1908 mit einem technischen K.o.-Sieg in der 14. Runde in Sydney gegen Tommy Burns erster schwarzer Weltmeister aller Klassen wurde. Der im texanischen Galveston geborene Sohn eines Sklaven durchbrach brutal die Rassenschranken und wollte nicht mehr als Gleichberechtigung. |
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Er wurde von den Schwarzen geliebt und von einigen Weißen respektiert, aber die Herrenrasse sah ihr System einer geteilten Gesellschaft mit dem Titelgewinn Johnsons ernsthaft bedroht. John Arthur Johnson wuchs in Texas auf, wo es den sogenannten "Negern" nicht einmal gestattet war, auf der gleichen Straßenseite wie die Weißen zu gehen. Johnson ging nur kurz zur Schule und verdiente sich sein Geld zunächst als Hafenarbeiter.
Das Boxen erlernte er, sofern man von Lernen reden konnte, in sogenannten "Battle Royals", eine bei den Weißen damals beliebte Form des "Surviving of the fittest" (nur die Stärksten werden überleben). Mehrere Schwarze kämpften solange untereinander, bis schließlich einer übrig blieb. Der wurde dann zum Sieger erklärt.
1897 wurde Jack Johnson Profi mit einem Knockout gegen Jim Rocks. 1901 verlor Johnson gegen Westküsten-Champion Joe Choynski durch K.o. in der dritten Runde. Choynski brachte Johnson dann die richtigen Ring-Taktiken bei. Mit einem Punktsieg über 20 Runden wurde Johnson 1903 "Black Heavyweight Champion", also Weltmeister der Schwarzen. Diesen Titel verteidigte er viermal erfolgreich. 1907 knockte er den früheren Schwergewichts-Champion Bob Fitzsimmons schon in Runde zwei aus. Doch obwohl er bereits als offizieller Herausforderer für einen Titelkampf geführt wurde, bekam er wegen seiner Rasse zunächst keine WM.
Schließlich kam der Tag doch, den die weiße Bevölkerung immer gefürchtet hatte. Johnson war dem Establishment nach seinem Sieg gegen Tommy Burns und dem Gewinn des Titels aller Klassen auch wegen seines verschwenderischen und auffälligen Lebensstils ein Dorn im Auge. Die Suche nach der großen "weißen Hoffnung" brach förmlich aus. 1909 war Mittelgewichts-Champion Stanley Ketchel der Erste, der es versuchte. Ketchel hatte den verhassten Champion in Runde zwölf sogar am Boden, wurde dann aber umgehend von Johnson ausgeknockt. 1910 schlug Johnson den früheren Champion James J. Jeffries K.o., und die Schwarzen in ganz Amerika gingen auf die Straße und feierten den Triumph. Dabei brachen schwere Rassenunruhen aus, bei denen es mehrere Tote gab. Der Film von dem Fight wurde nie gezeigt.
Wegen der Beziehung zu einer Minderjährigen musste Johnson schließlich zunächst nach Kanada und später nach Europa fliehen. Es spielte für die US-Gesetzeshüter keine Rolle, dass es sich bei dem Mädchen um die Ehefrau Johnsons handelte. Am 5. April 1915 bekamen die Weißen in Amerika endlich die solang ersehnte Rache. Der damals 37 Jahre alte Champion verlor seinen Titel durch K.o. in der 26. Runde gegen den Riesen Jess Willard. Um den Sieg gab es viele Spekulationen. Es ging das Gerücht um, dass Johnson sich extra "hingelegt" habe, um wieder nach Amerika zurückzukönnen. Doch ein Versprechen des Kampf-Promoters, nachdem Johnson sicher und als freier Mann wieder in die USA kommen könne, erfüllte sich nicht. Der Ex-Champion musste acht Monate im Leavenworth-Gefängnis in Kansas abbrummen.
Nach seiner Entlassung machte Jack Johnson bis 1928 noch einige Kämpfe und beendete seine Karriere, in der er auch in Spanien als Stierkämpfer aufgetreten war, im hohen Alter von 50 Jahren. Es folgten einige Film-Engagements in Hollywood. Einen Teil seines Vermögens investierte Johnson in einen Nachtklub in Chicago. 1946 kam Jack Johnson bei einem Autounfall ums Leben. |
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