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  Adolf Heuser  
     
  Adolf Heuser gilt neben Max Schmeling als einer der bedeutendsten deutschen Boxer. Ebenso wie der einzige deutsche Schwergewichts-Weltmeister verdiente sich der Rheinländer in der Profibox-Nation Amerika Respekt und Anerkennung. Als eines von 16 Kindern eines Maurermeisters kam Heuser am 3. Oktober 1907 in Buschdorf bei Bonn zur Welt. Bei seinem Vater auf dem Bau wurde er dann von Kollegen angesprochen, ob er nicht einmal zum Bonner Boxclub kommen wolle.  
     
  Auf diese Weise begann Heuser 1927 seine Karriere und absolvierte zunächst 30 Amateurkämpfe, bevor er 1929 in das Berufsboxlager wechselte. Der Kämpfer war bei nur 1,73 m Körperlänge beachtliche 156 Pfund schwer und entschied sich folglich für das Halbschwergewicht. Gleich in seinem ersten Profi-Kampf am 2. August 1929 wurde Heuser in Fernand Delarge ein harter Brocken vorgesetzt. Delarge hatte noch im Jahr zuvor gegen Max Schmeling um die Europameisterschaft geboxt. Dennoch gewann Heuser den Fight über sechs Runden nach Punkten - seine erste Börse betrug 30 Mark!
 
Sein attraktiver, unerbittlicher Kampfstil machte Heuser relativ schnell für den amerikanischen Markt interessant. 1931 erhielt er schließlich das Angebot, in den USA zu boxen. Heuser und Anhang schifften sich auf der Bremerhaven ein und wagten den Sprung über den großen Teich. Der sollte sich lohnen. Bei der Familie des US-Boxers Ernie Schaaf kam Heuser in der Nähe von Boston unter. Und trotz Heimwehs zu Beginn, startete Adolf Heuser durch und knockte seine Gegner reihenweise aus. Die US-Presse huldigte Heuser als "deutsche Bulldogge".
 
Nach dem K.o.-Sieg gegen den Weltranglistenersten George Manley 1932 lief für Heuser alles auf einen WM-Kampf gegen Maxie Rosenbloom heraus. Doch der Weltmeister im Halbschwer ließ den deutschen Senkrechtstarter noch zappeln. Also kehrte Heuser nach Deutschland zurück und holte sich gegen den Spanier Martinez den Europameister-Titel. Nach seiner Rückkehr in die USA trat Heuser gegen den starken Amerikaner George Nichols und gewann nach einer unglaublichen Ringschlacht. Heuser ging zweimal, Gegner Nichols gleich siebenmal zu Boden. Da Rosenbloom immer noch zögerte, maß sich Heuser auch mit Schwergewichtlern. Gegen Eddie Simms gewann er zwar nach Punkten, zog sich aber einen üblen Riss an der linken Augenbraue zu, der bis zum Stirnbein aufklaffte.
 
Nach 14 schweren Fights in 15 Monaten war endlich die große Chance gegen Maxie Rosenbloom gekommen. Doch am 15. April 1933 im New Yorker Madison Square Garden machte sich bei Heuser die vorhergegangene Tortur bemerkbar: Er hatte zuviel Substanz gelassen und verlor über 15 Runden nach Punkten.
 
Heuser machte danach noch ein paar Kämpfe in Amerika, litt damals aber schon unter Depressionen. Auch starke Medikamente halfen nicht, und er kehrte dann in seine geliebte Heimat zurück. In Weiß bei Köln baute er sich ein Haus. Obwohl finanziell abgesichert, löste Heuser das Versprechen an seine Mutter ein und boxte für die Versorgung seiner Familie weiter. 1937 wurde Heuser erneut deutscher Meister. Und ein Jahr später kam gegen Gustav Roth die große Chance, doch noch Weltmeister zu werden. Es ging allerdings nur um den Titel des nicht anerkannten Verbandes IBU. Heuser gewann durch K.o. in der siebten Runde. Gegner Roth, zuvor noch niemals zu Boden gegangen, meinte voller Respekt: "Kein Halbschwergewichtler der Welt schlägt härter als Heuser." 1939 wurde die "rheinische Bulldogge" mit einem K.o.-Sieg gegen den österreichischen Titelträger Heinz Lazek erneut Europameister. Danach kam die Chance gegen den großen Max Schmeling. Doch nach nur hundert Sekunden lag Heuser schon am Boden. Es war für ihn der erste klassische K.o. "Der war schon nicht umsonst Schwergewichts-Weltmeister", sagte Heuser anschließend.
 
Nach 125 Profikämpfen war Schluss und damit auch seine Glückssträhne beendet. Eine Luftmiene zerstörte Heusers Haus. Psychische Störungen machten dem Ex-Boxer und vor allem seiner Ehefrau zu schaffen. Die ließ sich von ihm scheiden, Heuser entmündigen und in die psychiatrische Abteilung des Landeskrankenhauses von Bonn einweisen. Dort verbrachte Heuser die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens. Adolf Heuser verstarb am 5. September 1988.