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  Thomas Hearns  
     
  (WBA-Weltergewichts-Weltmeister 1980-81, WBC-Halb-Mittelgewichts-Weltmeister 1982-86, WBC-Mittelgewichts-Weltmeister 1987-88, WBO-Super-Mittelgewichts-Weltmeister 1988-91, WBC-Halbschwergewichts-Weltmeister 1987, WBA-Halbschwergewichts-Weltmeister 1991-92).
 
Obwohl in Memphis/Tennessee am 18. Oktober 1958 geboren, wird Thomas Hearns von den Box-Fans nur mit der Autostadt Detroit in Verbindung gebracht. In seiner Wahlheimat wurde er das immer noch berühmteste Produkt des "Kronk Gym" von Trainerguru Emanuel Steward. Hearns ist der erste Profiboxer der Geschichte, der in fünf verschiedenen Gewichtsklassen Weltmeister wurde. Diese Marke erreichte nach ihm nur noch sein Erzrivale "Sugar" Ray Leonard.
 
     
     
  Als Amateur boxte er für Amerika, doch fehlte ihm dort noch die K.o.-Power. Das sollte sich mit seinem Übertritt in das Profilager ändern. Seine ersten 22 Fights gewann er vorzeitig, viele Gegner stoppte er mit seinem mittlerweile berühmten, krachenden rechten Haken. Seine feinen boxerischen Qualitäten mit einem hervorragenden langen linken Jab brachten ihm zunächst den Ehrennahmen "Motor City Cobra". Doch die beeindruckende Serie von Knockout-Siegen schrie nach dem Kampfnamen "Hit Man", wie er immer noch gerufen wird.
 
Mit einer Körperlänge von 1,85 m war Hearns im Weltergewicht allen Gegnern physisch überlegen. Am 2. August 1980 holte der Schlaks seinen ersten Weltmeistertitel, als er den starken Mexikaner "Pipino" Cuevas schon in Runde zwei klassisch ausknockte. Nach drei erfolgreichen Titelverteidigungen war am 16. September 1981 in Las Vegas der millionenträchtige Vereinigungskampf gegen WBA-Weltmeister Leonard fällig. Hearns boxte den Superstar zwölf Runden klassisch aus, schloss Leonard nahezu das rechte Auge und lag auf den Zetteln der Punktrichter haushoch in Führung. Doch dann wurde Hearns müde und von Leonard brutal dafür bestraft. Nach einem Schlaghagel in Runde 14 nahm Ringrichter Davey Pearl den Mann aus Detroit aus dem Fight.
 
Doch Hearns ließ sich durch Niederlagen nie aus dem Rhythmus bringen. 1982 besiegte er Wilfred Benitez über 15 Runden nach Punkten und wurde WBC-Champion im Halb-Mittelgewicht. In seiner zweiten Titelverteidigung knockte er den bis dahin eisenharten Roberto Duran bereits in Runde zwei aus und fügte dem Panamaer die erste K.o.-Niederlage in dessen Karriere bei.
 
Mit diesem Halb-Mittelgewichts-Titel forderte er dann Mittelgewichts-König Marvellous Marvin Hagler heraus. Der Fight am 15. April 1985 in der mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Auto-Arena im Caesars Palace in Las Vegas sollte als einer der spektakulärsten Boxkämpfe in die Geschichte eingehen. Vom ersten Gong an gingen beide Fighter wie Furien aufeinander los und lieferten sich einen wahren Krieg. Eine Serie wilder Schläge schloss Hearns mit seinem gefürchteten rechten Haken ab und öffnete einen stark blutenden Riss auf der Stirn von Hagler, der von da an aber den "Hit Man" mürbe klopfte.
 
In der zweiten Runde musste Hearns dem horrenden Tempo der ersten Runde bereits Tribut zollen, versuchte im Ring zu tanzen und Hagler zu boxen. Doch der verfolgte den wie eine Bohnenstange wirkenden Herausforderer wie ein Raubtier. Mitte der dritten Runde wurde Hearns schließlich von einem weit hergeholten Schwinger von Hagler an der Schläfe getroffen, torkelte daraufhin grinsend durch den Ring und ging nach einer weiteren Rechten schwer zu Boden. Der Fight war beendet und Hearns zum zweiten Mal besiegt. Beide Kämpfer hatten sich die Börsen von jeweils fünf Millionen Dollar redlich verdient.
 
Der "Hit Man" machte aber weiter und holte sich 1987 zunächst mit einem K.o.-Sieg in Runde zehn gegen Dennis Andries den WBC-Titel im Halbschwer und im gleichen Jahr durch einen K.o.-Sieg in der vierten Runde gegen den Argentinier Juan Domingo Roldan die WBC-Mittelgewichtskrone.
 
Der Rückschlag folgte dann 1988, als er völlig überraschend gegen Iran Barkley seinen Mittelgewichts-Titel durch technischen K.o. in der dritten Runde verlor. Doch das Stehaufmännchen holte sich noch im gleichen Jahr mit einem Punktsieg über James Kinchen die WBO-Krone im Super-Mittel und damit den Weltrekord.
 
1989 gab es dann für Tommy Hearns noch einmal die Chance zu einer Revanche gegen seinen Erzrivalen Ray Leonard, doch reichte es nach zwölf tollen Runden nur zu einem Unentschieden. 1991 schaffte Hearns noch eine Überraschung, als er sich von Virgil Hill den Halbschwergewichts-Titel holte und dem Mann aus Bismarck die erste Niederlage beifügte.
 
Die Kämpfe für den sympathischen Boxer aus Detroit wurden in der Folge sporadischer, WM-Kämpfe hatte er auch nur noch bei zum Teil total unbekannten Weltverbänden. Nach seiner Aufgabe gegen Uriah Grant, der fünften Niederlage im 65. Profikampf, dachte Hearns erstmals öffentlich an sein Karriereende: "Ich kann Entscheidungen über die Fortsetzung meiner Karriere nicht mehr alleine treffen. Ich habe eine Familie und muss erst einmal hören, was die sagt." Ob seine Laufbahn nun vollständig beendet ist, scheint schwer zu sagen. Immer wieder gibt es Gerüchte über Kampfansetzungen, in denen der Name Thomas Hearns vorkommt.