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  Harry Greb
(Mittelgewichts-Weltmeister von 1923 bis 1926)
 
     
  Furchtlos, aggressiv und angrifflustig - Harry Greb war der Inbegriff einer Kampfmaschine. Schriftsteller-Star Hemmingway gehörte zu seinen größten Bewunderern, Boxautor W. O. McGeehan beschrieb den Stil Grebs einmal als "männliche Kunst des abgeschwächten Mordes". Das Leben von Harry Greb schien ausschließlich aus Boxen zu bestehen. Kaum ein Fighter stand so oft wie er im Ring. 299 Kämpfe registrierten die Chronisten, von denen er sagenhafte 264 gewann. Sein regulärer Kampfrekord umfasste stolze 105 Siege, drei Unentschieden und nur acht Niederlagen. 183 Fights waren sogenannte "no decisions".  
     
     
  Mit 18 Jahren begann Greb seine Profikarriere und kämpfte zunächst hauptsächlich in seiner Heimatstadt Pittsburgh und deren näherer Umgebung. Ein früher Meilenstein in seiner Karriere war 1922 der erste von insgesamt fünf Kämpfen gegen den späteren Schwergewichts-Weltmeister Gene Tunney. Im Fight um den amerikanischen Halbschwergewichts-Titel drosch Greb vom ersten Gong aus allen Winkeln auf Tunney ein und öffnete in dessen Gesicht mehrere Risse. Nach nur 40 Sekunden blutete Tunney darüber hinaus aus der Nase. Greb wurde nach 15 harten Runden zum einstimmigen Punktsieger erklärt. Zu dieser Zeit forderte der "Ein-Mann-Zerstörer" immer wieder einen Fight gegen Schwergewichts-Champ Jack Dempsey, sollte diesen Fight aber nie erhalten.
 
Schließlich stieg die "Pittsburgher Windmühle" ins Mittelgewicht ab und holte sich dort mit einem Punktsieg über 15 Runden gegen Johnny Wilson den Weltmeister-Gürtel. Greb ließ sechs erfolgreiche Titelverteidigungen folgen, so unter anderem gegen den großen Mickey Walker. Seinen Titel verlor Greb am 26. Februar 1926 über 15 Runden nach Punkten gegen Tiger Flowers und beendete nach der Punkt-Niederlage im Rematch am 19. August seine Karriere. Harry Greb hatte schon früh in seiner Karriere Probleme mit den Augen. So erlitt er im Fight gegen Kid Norfolk 1921 eine Netzhautablösung. Einen Monat später stand er jedoch wieder im Ring und setzte seine Karriere quasi als Halbblinder noch weitere fünf Jahre fort. Niemand wusste bis zum Ende seiner Laufbahn, dass er nur noch auf einem Auge Sehkraft hatte.
 
Das geschädigte Auge wurde operativ entfernt. Bei einer weiteren Operation am geschädigten Nasenbein, das er sich bei einem Autounfall lädiert hatte, fiel Harry Greb ins Koma und starb am 22. Oktober 1926 an Herzversagen.