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Joe Frazier
(Schwergewichts-Weltmeister von 1970 bis 1973) |
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Joe Frazier ist der Mann, der Muhammad Ali die erste Niederlage im Profilager beibrachte. Und nur Ali und George Foreman konnten "Smokin' Joe" bezwingen. Joe Frazier wurde am 21. Januar 1944 auf einer Farm in Beaufort/South Carolina geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren heiratete Frazier und ließ sich mit seiner Familie in Philadelphia nieder. Dort arbeitete er zunächst in einem Schlachthof. Den Weg zum Boxen fand Frazier schließlich, als er in ein Gym ging, um Gewicht zu verlieren. Als Amateur verlor der nur 1,78 m lange Bulle lediglich einmal, und das ausgerechnet bei der Ausscheidung für die Olympischen Spiele von Tokio 1964. Doch sein damaliger Gegner Buster Mathis musste aus Verletzungsgründen zurückziehen. Frazier holte sich als Nachnominierter Gold im Schwergewicht mit einem Punktsieg gegen den deutschen Vertreter Hans Huber. |
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1965 folgte dann der logische Wechsel ins Profilager, wo er seine ersten elf Kämpfe durch K.o. gewann. Mit seinem Markenzeichen, dem linken Haken, knockte er vier Gegner bereits in Runde eins aus. Nach Siegen gegen Weltklasseleute wie Oscar Bonavena (Argentinien) und George Chuvalo (Kanada) ging es 1968 gegen Buster Mathis um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht nach der sogenannten "New Yorker Version". Frazier gewann durch K.o. in Runde zehn und war schließlich nach seinem Knockout-Triumph in Runde fünf gegen WBA-Champion Jimmy Ellis am 16. Februar 1970 uneingeschränkter Weltmeister aller Klassen.
Joe Frazier läutete damit auch die goldene Ära im Schwergewicht, die siebziger Jahre ein. Der "Kampf des Jahrhunderts" gegen Ex-Weltmeister Ali am 8. März 1971 im Madison Square Garden in New York war der Auftakt zu einer der bittersten und berühmtesten Rivalitäten der Box-Geschichte. Ali hatte Frazier vor dem Fight als einen, dem weißen Mann gehorchenden, "Onkel-Tom-Neger" beschimpft. Frazier ließ seinen Gegner dafür im Ring bezahlen. Die ersten Runden dominierte Ali mit verwirrenden Kombinationen. Doch Frazier marschierte wie eine Dampflok durch diese Schläge durch und führte schließlich in der 15. Runde die Entscheidung herbei, als er Ali mit einer gewaltigen Linken zu Boden schickte. Die Punktrichter entschieden für Frazier. 300 Millionen Zuschauern sahen den Mega-Kampf an den TV-Bildschirmen, die Promoter durften sich über einen Gewinn von 23 Millionen Dollar freuen.
Die bitterste Stunde aus sportlicher Sicht erlebte Frazier dann in Kingston auf Jamaika, als er am 22. Januar 1973 seinen Titel an George Foreman verlor. Insgesamt sechsmal in nicht einmal zwei Runden musste Frazier zu Boden. Am 28. Januar 1974 folgte dann die Revanche gegen Muhammad Ali in einer WM-Ausscheidung für einen Fight gegen Foreman. Ali gewann über zwölf Runden nach Punkten, besiegte dann am 30. Oktober in Kinshasa auch George Foreman und gab schließlich Frazier nochmals die Gelegenheit zu einem Titelfight.
Der "Thrilla in Manila" am 30. September 1975 lieferte den Nostalgikern und Box-Historikern noch heute reichlich Gesprächsstoff. In der philippinischen Schwüle fighteten die Erzrivalen bis zur totalen Erschöpfung. In Runde zwölf schloss Ali Frazier ein Auge komplett und verursachte einen tiefen Riss in der Lippe. Nach Ende der 14. Runde stoppte Fraziers Trainer Eddie Futch den Fight.
Wie Ali musste auch Frazier wochenlang im Krankenhaus verbleiben. Nach einer erneuten K.o.-Niederlage 1976 gegen George Foreman und einem kurzen Comeback 1981 beendete Joe Frazier seine Karriere. Der Ex-Weltmeister betreute danach seinen Sohn Marvis, der ebenfalls eine Profikarriere einschlug. Als Marvis gegen den aufstrebenden K.o.-Schläger Mike Tyson in Runde eins ausgeknockt wurde, beendete auch dieser seine Karriere. Joe Frazier und dessen Filius betreiben seitdem ein Gym in North-Philadelphia und trainieren dort auch hoffnungsvolle Amateure. Fraziers Tochter Jacqui boxt mittlerweile auch. |
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