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  Bob Foster
(Halbschwergewichts-Weltmeister von 1968 bis 1974)
 
     
  Sein großes Ziel hat Bob Foster nie erreicht: Der erste Halbschwergewichts-Weltmeister zu sein, der sich auch die Krone aller Klassen holt. Die große Zeit des schlaksigen, in Albuquerque/New Mexico geborenen Fighters in den sechziger und siebziger Jahren fiel mit Superstars wie Joe Frazier und Muhammad Ali zusammen. Gegen beide musste er in Titelkämpfen 1970 (Frazier/WM) und 1972 (Ali/NABF-Titel) schwere K.o.-Niederlagen einstecken.  
     
     
  Den Experten ist Bob Foster aber als einer der besten Halbschwergewichtler aller Zeiten in Erinnerung. Als Amateur war er in über hundert Kämpfen unbesiegt und hatte einen Platz in der US-Staffel für die Panamerikanischen Spiele 1959. Für die Olympischen Spiele 1960 in Rom bot man ihm aber nur einen Platz im Mittelgewicht, weil der im Halbschwer bekanntlich für den späteren Goldmedaillengewinner Cassius Clay alias Muhammad Ali reserviert war. Foster verzichtete und wurde Profi. Im Halbschwer war er nahezu unbezwingbar, nur im Schwergewicht musste Foster bei seinen Niederlagen gegen Topleute wie Ernie Terrell oder Zora Folley Lehrgeld bezahlen. 1966 hatte er bereits die Nase vom Boxen voll, arbeitete stattdessen in einer Waffenfabrik und kämpfe in diesem Jahr nur einmal.
 
Umso stärker kam Bob Foster 1967 wieder zurück und forderte 1968 schließlich den starken nigerianischen Weltmeister Dick Tiger. In Runde eins wackelte Foster, lieferte den 11.547 Zuschauern im legendären Madison Square Garden in New York aber einen spektakulären Fight mit einem ebenso spektakulären Ende. In der vierten Runde erwischte Foster Tiger mit einem rechten Uppercut und ließ einen kapitalen linken Haken zum Kopf folgen. Dick Tiger ging das erste Mal in seiner Karriere K.o. - und das schwer. Die dritte Runde wurde damals zur Runde des Jahres erkoren.
 
Es folgten 14 erfolgreiche Titelverteidigungen des Amerikaners, in denen er elf Gegner vorzeitig stoppte. Nach seinem Unentschieden am 17. Juni 1974 gegen Jorge Ahumada beendete Foster seine Karriere, um nur ein Jahr später wieder ein Comeback zu starten. Dieses verlief allerdings erfolglos und ohne weiteren Titelkampf. Nach zwei technischen K.o.-Niederlagen in Folge hing Foster 1978 die Handschuhe endgültig an den Nagel.
 
In seiner Heimatstadt Albuquerque war Foster, der seine Karriere mit 56 Siegen, einem Unentschieden und acht Niederlagen beendete, danach jahrelang als Sheriff tätig.