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George Foreman
(Schwergewichts-Weltmeister 1973 bis 1974, 1994 bis 1995) |
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5. November 1994, MGM-Grand-Hotel in Las Vegas: George Foreman liegt nach neun Runden im WM-Fight gegen den fast 20 Jahre jüngeren WBA- und IBF-Champion Michael Moorer auf den Zetteln der Punktrichter klar zurück. Doch im zehnten Durchgang verliert Moorer seine Linie und geht mit "Big George" auf Nahdistanz. Foreman kommt mit einem linken Jab und einem nachfolgenden schweren rechten Cross durch. Moorer fällt und liegt noch bei "zehn" flach auf dem Ringboden, die Unterlippe von der Wucht des K.o.-Schlages glatt gespalten. Mit 45 Jahren und zehn Monaten wurde George Foreman ältester Schwergewichts-Weltmeister der Boxgeschichte. Der Prediger fiel daraufhin auf die Knie und schickte ein Gebet gen Himmel. "Du kannst ein Wunder nicht besiegen. Und ich bin ein Wunder", hatte Foreman nach seinem Comeback 1987 immer wieder gesagt. Das Wunder hatte Foreman mit dem Sieg gegen Moorer auf jeden Fall vollbracht. |
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Geboren am 10. Januar 1949 in Marshall/Texas, verbrachte George Foreman eine harte Kindheit auf den Straße. Schließlich schloss er sich einer wohltätigen Selbsthilfe-Gruppe an und zog sich selber damit aus dem Sumpf. 1967 begann der Hüne mit dem Boxen und holte sich schon 1968 bei den Olympischen Sommerspielen in Mexiko die Goldmedaille. Der Russe Jonas Cepulis wurde von Foreman gnadenlos verprügelt und vorzeitig gestoppt. Voller Stolz hielt der damals erst 19-Jährige bei der Siegerehrung ein kleines US-Fähnchen in der Faust und traf damit alles andere als den Zeitgeist. Bei den afroamerikanischen Kameraden und Kameradinnen der Olympia-Mannschaft galt er als Verräter, weil sie ihre Erfolge für den Kampf um Gleichberechtigung nutzen wollten. Berühmt wurden damals die Sprinter John Carlos und Tommy Smith, die bei der Siegerehrung die rechte, in einen schwarzen Handschuh gehüllte, Faust in den Himmel streckten - das Zeichen der "Black-Power"-Bewegung.
George Foreman wurde nach den Spielen Profi und baute sich den Ruf eines furchtsamen, angsteinflößenden K.o.-Schlägers auf. Von seinen ersten 38 Gegnern, die er alle besiegte, stoppte der "Herkules" 35 vorzeitig. Doch wurde Foreman immer noch wegen der mangelnden Qualität der Opponenten kritisiert. Das änderte sich schlagartig, als er Weltmeister Joe Frazier am 22. Januar 1973 in Kingston auf Jamaika forderte. Der Herausforderer massakrierte den ersten Bezwinger von Muhammad Ali förmlich und schickte diesen sechsmal in den Ringstaub, bis der Ringrichter den Fight abbrach. Da waren nicht einmal sechs Minuten geboxt. Nach einem linken Aufwärtshaken von Foreman hob "Smokin Joe" förmlich mit beiden Füßen vom Boden ab.
George Foreman galt spätestens seit diesem Sieg als unbezwingbar. Seine ersten beiden Titelverteidigungen dauerten insgesamt keine neun Minuten: Jose "King" Roman wurde in der ersten, Ken Norton in der zweiten Runde ausgeknockt. Besonders Norton bekam die unglaubliche Schlagkraft Foremans zu spüren. Doch der Mythos Foreman wurde von Muhammad Ali im "Rumble in the Jungle" am 30. Oktober 1974 in Kinshasa/Zaire brutal zerstört, der Champion wurde durch den "Größten" per Knockout in der achten Runde besiegt.
Für George Foreman wirkte diese Pleite wie ein Schock. Er ließ sich zu lächerlichen Aktionen hinreißen. So in Toronto, als er an einem Nachmittag fünf Gegner nacheinander in einem Schaukampf besiegte. Das sollte dem damals bei den Journalisten so unbeliebten Foreman wieder Selbstvertrauen für einen neuen Anlauf auf den Titel aller Klassen geben. Doch 1977 in San Juan/Puerto Rico musste er gegen Jimmy Young nicht nur zu Boden, sondern auch seine zweite Niederlage hinnehmen. In der Kabine sackte der Hüne vor Erschöpfung bewusstlos zusammen, und als er wieder wach wurde, war das für ihn ein Zeichen Gottes.
Nach der Erleuchtung hörte Foreman mit dem Boxen auf, predigte in seiner eigenen kleinen Kirche das Wort Gottes, zeugte insgesamt neun Kinder (darunter die Söhne George I bis V) und züchtete auf seiner Farm Rinder. 1987 dann die Sensation, als er, 38-jährig, sein Comeback ankündigte und kahlgeschoren, mit 25 Kilogramm Übergewicht erstmals nach zehn Jahren im Ring erschien. Drei Dinge wollte der Glatzkopf: Geld für seine Kirche und sein Jugendtrainings-Camp, den WM-Titel und Mike Tyson.
Geld, und zwar massenhaft, und Titel sollte er bekommen, Tyson aber nicht. Aus "Big George" war in den zehn Jahren eine herzensgute Seele geworden. Keine Spur mehr von dem arroganten K.o.-König der siebziger Jahre. Foreman war für jedes noch so banale Späßchen zu haben. Seine ersten 24 Comeback-Kämpfe nach seinem Comeback gewann der tapsig wirkende Fleischberg. Doch seine Schlagkraft hatte durch die Pause nicht gelitten. 23 Gegner gingen zum Teil spektakulär K.o. 1991 nahm er erstmals wieder die Krone ins Visier und unterlag dem damaligen Champion Evander Holyfield vor 20.000 Zuschauern im Convention Center von Atlantic City über zwölf Runden nach Punkten. Zwölf Millionen Dollar Schmerzensgeld brachte ihm dieser Versuch.
Dann der Höhepunkt 1994 mit dem Sieg gegen Moorer. Danach riss sich die Werbewirtschaft förmlich um Foreman. Als Vernichtungsmaschine für Cheeseburger, seinem Leibgericht, verdiente er Millionen-Beträge abseits des Rings. Auch Auspufftöpfe pries Foreman äußerst professionell an. Schließlich ist er zehn Jahre lang reichlich Trecker gefahren. Gegen Axel Schulz hatte sich der Weltmeister fast verhoben, der Punktsieg über zwölf Runden 1995 war mehr ein Geschenk. Danach legte der zweimalige Weltmeister aller Klassen sein Championat nieder und bekam keinen vernünftigen WM-Fight mehr. Der große Fight der Box-Opas gegen Larry Holmes kam Anfang 1999 nicht zustande. Mit 50 Jahren wollte Foreman seinen letzten Fight machen. Doch die Gagen hierfür waren nicht gut genug.
Seit seinem letzten Kampf 1998 verkaufte der neunfache Familienvater seinen "Knock-out-the-Fat-Grill" äußerst erfolgreich. Das Boxen übernehmen mittlerweile andere in der Familie Foreman. Tochter Freeda stieg bereits für einige Zeit in das Profilager ein. |
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