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  Eckhard Dagge  
     
  Eckhard Dagge ging als zweiter deutscher Profibox-Weltmeister nach Max Schmeling in die Geschichte ein. Doch die Popularität eines Schmeling oder "Bubi" Scholz erreichte Dagge nie. Einerseits war der Profiboxsport in den siebziger Jahren durch Vorfälle wie den Ringtod des Kölners Jupp Elze praktisch geächtet - von Dagges WM-Kämpfen gibt es nicht einmal TV-Aufzeichnungen. Andererseits war die Nähe des "Nordlichts" zum Hamburger Kiez-Milieu verpönt.  
     
  Nach einer durchschnittlichen Amateurkarriere mit insgesamt 80 Kämpfen wechselte Dagge 1973 in das Berufsbox-Lager. Seine erste internationale Titelchance, die EM im Superweltergewicht, verlor er 1974 gegen den Spanier Jose Duran vorzeitig. Den gleichen Gegner knockte Dagge ein Jahr später in Runde neun aus und wurde Europameister. Fast auf den Tag genau zwölf Monate später war für den Fighter dann der große Augenblick gekommen, als er am 17. Juni 1976 mit einem Abbruchsieg gegen Elisha Obed in Berlin WBC-Weltmeister wurde. Dagge stand in dem Gefecht selbst kurz vor dem K.o., zwang den Titelträger von den Bahamas dann im zehnten Durchgang mit einem Schlaghagel zur Aufgabe.
 
Es folgten für Eckhard Dagge zwei erfolgreiche Titelverteidigungen. Den alternden Ex-Weltmeister Emile Griffith (USA) rang er über 15 Runden nieder, gegen den späteren Champion Maurice Hope konnte Dagge seinen Titel mit einem Unentschieden halten. Der Deutsche verlor das WBC-Championat dann 1977 durch K.o. in Runde fünf gegen den Italiener Rocco Mattioli.
 
Die Karriere von Eckhard Dagge war immer wieder von Alkohol-Exzessen begleitet, sogar in den Ring soll er mehrfach "benebelt" gestiegen sein. Diesem Umstand begegnete Dagge mit Ironie: "Es hat viele Weltmeister gegeben, die Alkoholiker geworden sind. Ich bin der einzige Alkoholiker, der Weltmeister geworden ist." Obwohl Eckhard Dagge rund eine Million Mark mit seinen Fäusten verdient hatte, trieben ihn finanzielle Schwierigkeiten zurück in den Ring. Das Comeback dauerte 1981 nur vier Kämpfe, in denen er jeweils blutüberströmt von Rissverletzungen den Ring verließ. "Ein schöner Junge war ich ja noch nie, aber jetzt reicht es mir. Ich will ja nicht eines Tages wie Frankenstein aussehen", sagte Dagge nach seiner T.K.o.-Niederlage in Runde zwei gegen den Engländer Brian Anderson.
 
Nach seiner aktiven Karriere, die 32 Kämpfe umfasste (26 Siege, ein Unentschieden, fünf Niederlagen) schlug Dagge die Trainerlaufbahn ein. In Diensten des Hamburger Promoters Klaus-Peter Kohl betreute der Ex-Weltmeister die späteren Champions Michael Löwe und Dariusz Michalczewski. 1994 wurde er aber wegen mangelnder Disziplin entlassen. Eckhard Dagge lebt immer noch in Hamburg und trainiert auf der Reeperbahn in der Ritze weniger namhafte Kämpfer.