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  Alexis Arguello
(WBA-Weltmeister im Federgewicht von 1974 bis 1977, WBC-Weltmeister im Superfedergewicht von 1978 - 1980, WBC-Weltmeister im Leichtgewicht von 1981 - 1983)
 
     
  Alexis Arguello ist der erste Athlet aus Nicaragua, der in die Ruhmeshalle des Boxens aufgenommen wurde. Der Offensivboxer holte sich Titel in drei Gewichtsklassen und bestach vor allem durch sein gutes Auge, seine Geduld und gnadenlose Chancenausnutzung. Von seinen 80 Siegen waren 64 K.o.-Erfolge. Jede sich bietende Lücke in der gegnerischen Deckung nutzte Arguello aus.  
     
     
  Arguello wuchs in großer Armut auf. Mit 14 musste er die Schule verlassen und wurde von seiner Familie zur Landarbeit geschickt, um sich Geld zu verdienen. Das Boxen erlernte er bei seinem Stiefbruder in der Hauptstadt Managua und er entschloss sich daraufhin schnell, Profi zu werden und der Armut zu entfliehen. Die ersten 36 Kämpfe absolvierte Arguello ausschließlich in Nicaragua und verlor nur zweimal. In seinem ersten WM-Kampf unterlag der Normalausleger Ernesto Marcel über 15 Runden nach Punkten.
 
Nur acht Monate später am 29. November 1974 war es für Arguello dann soweit. Vor 14.313 Fans im Fabulous Forum in Inglewood/Kalifornien lieferte sich Arguello im Fight um die Federgewichts-Krone der WBA eine Schlacht mit dem legendären Mexikaner Ruben Olivares. Der Nicaraguaner wackelte in der achten, neunten und zehnten Runde bedenklich, knockte Olivares aber in der 13. aus.
 
Ebenfalls durch K.o. in er 13. Runde holte sich Arguello 1978 gegen Alfredo Escalera den Titel im Super-Feder- und dann 1981 die Krone im Leichtgewicht. Sein härtester Test dort war der Fight gegen den späteren Weltmeister Ray "Boom Boom" Mancini, gegen den er eine Menge einstecken musste. Doch mit einem energischen Endspurt stoppte Arguello den Italo-Amerikaner in der 14. Runde. Beim Versuch, auch einen Weltmeistertitel im vierten Limit zu bekommen, übernahm sich der Mann aus Nicaragua dann aber.
 
Der erste Fight gegen Juniorweltergewichts-Weltmeister Aron Pryor war der wohl spektakulärste der Achtziger Jahre. Nach einem vorsichtigen Beginn übernahm Arguello am 12. November 1982 in Miami das Kommando und rüttelte den "Hawk" mehrfach kräftig durch. Doch Pryor hatte unglaubliche Nehmerqualitäten und drosch unaufhörlich auf den Mittelamerikaner ein. In der 14. Runde beendete der Ringrichter nach einem Schlaghagel von Pryor den Kampf und bewahrte Arguello vor weiterer Bestrafung. Das Rematch gewann Pryor dann durch technischen K.o. in der zehnten Runde.
 
Danach ließ Arguello noch zwei erfolglose Comebacks folgen, ehe er 1995 endgültig die Handschuhe an den Nagel hing. Bereits 1990 kehrte er in seine Heimat zurück, als die Sandinisten die Macht abgaben. Die hatten seinen Besitz und sein Konto konfisziert. In den achtziger Jahren kämpfte Arguello auch kurzfristig als Contra, weil ein guter Freund in dem Konflikt getötet wurde. Alexis Arguello ist in Nicaragua deshalb auch so etwas wie ein Nationalheld und trainiert mittlerweile nicaraguanische Amateurboxer.