Deutsch English
30.09.2016
Top-Thema

Wiegen in Neubrandenburg

Brähmer und Cleverly vor Halbschwergewichts-WM am Samstag im Limit!

Pressekonferenz Berlin

Verbrennungsgefahr: Brähmer warnt Cleverly vor "Hölle" Neubrandenburg!

Top-Video
Video ansehen

 

 

Team Sauerland
Management
WILFRIED SAUERLAND
Portrait

Eine außergewöhnliche Karriere!

Die Begeisterung für den Boxsport wurde Wilfried Sauerland in den Schoß gelegt. "Ich bin mit meinem Vater früher immer in die Westfalenhalle nach Dortmund gegangen und habe dort unter anderem die Kämpfe von Erich Schöppner und Willi Höpner verfolgt. Ich war überhaupt sportinteressiert", erinnert sich der Geschäftsmann, der durch Weltergewichtler Emil Koch, damals Lokalmatador aus seiner Geburtsstadt Wuppertal, zusätzlich einen direkten Bezug zum Faustkampf entwickelte. Doch erst durch die berufliche Tätigkeit griff Wilfried Sauerland aktiv in den geliebten Boxsport ein. "1978 hatte mich die sambianische Regierung gebeten, meine Kontakte zu nutzen und einheimische Boxer nach Übersee zu vermitteln", erklärt Sauerland.

Auf Anregung der Regierung Sambias organisiert der gelernte Exportkaufmann, der sich Anfang der siebziger Jahre selbständig machte und seitdem in West-, Ost- und Südafrika Getränke-Abfüllanlagen vertreibt, in der sambianischen Hauptstadt Lusaka einen Boxabend mit 70.000 Zuschauern. Die Atmosphäre gefiel Sauerland derartig gut, dass er ab 1980 auch in Deutschland veranstalte.

Als ersten Boxer nahm Sauerland den Halbschwergewichtler Lotti Mwale unter Vertrag und führte diesen gleich an Position eins der WBC-Weltrangliste. Im Titelkampf unterlag Mwale dann allerdings dem starken US-Weltmeister Matthew Saad Muhammad. Seinen zweiten großen Wurf landete Sauerland mit der Verpflichtung von John Mugabi, der bei den Olympischen Sommerspielen 1980 in Moskau Silber gewann. Mit dem Halb-Mittelgewichtler veranstaltete er zwölf Boxkämpfe in Deutschland, bis Amerika auf ihn aufmerksam wurde. Dort sorgte Mugabi mit spektakulären K.o.-Siegen für Furore und verdiente sich den Beinamen "The Beast". Mit dem Kampfrekord von 26 Siegen und 26 Knockouts ging er 1985 in seinen ersten WM-Fight gegen den US-Superstar und Mittelgewichts-Champion "Marvelous" Marvin Hagler, verlor diesen aber.

Wieder in Deutschland machte Sauerland mit Manfred Jassmann und Rene Weller erstmals mit seinen Veranstaltungen keinen Verlust. Der "schöne Rene" war Publikumsliebling und wurde auch Europameister. Größeren Erfolg hatte Sauerland dann mit der Verpflichtung von Graciano Rocchigiani, den er 1987 zur Weltmeisterschaft und 1991 zur Europameisterschaft, jeweils im Super-Mittelgewicht, führte. Doch mit der Verpflichtung von Henry Maske und Axel Schulz Anfang der neunziger Jahre und dem Boxboom in Deutschland wurden die bisherigen Erfolge in den Schatten gestellt. "Bis dahin war alles Hobby", sagt Sauerland.

Die Entwicklung mit zahllosen Übertragungen im Fernsehen stimmt den Promoter aber auch nachdenklich. "Es ist einfach zu viel Boxen im Fernsehen. Bei Maske war es schon zu überhitzt. Es wird einfach mit WM-Titeln herumgeworfen." Sauerland schätzt überschaubare Größenordnungen. "Eigentlich habe ich jetzt schon zu viele Boxer unter Vertrag. Lieber klein und fein", sagt Sauerland. Deutsche Boxer sollen es auch weiterhin sein, solche wie Ex-Weltmeister Maske und Publikumsliebling Axel Schulz oder Weltmeister Sven Ottke. Nicht ohne Stolz blickt der Geschäftsmann auf sein nun schon über 30 Jahre währendes "Hobby" zurück und erinnert sich gerne an die großen Kämpfe. Graciano Rocchigianis Titelgewinn 1988 gegen Vince Boulware, Maskes Triumph gegen Prince Charles Williams 1993 oder die tollen Duelle des "Gentlemans" gegen "Rocky" 1995.

vergrößern
Hommage "25 Jahre Sauerland", 2005