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28.03.2017
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Sonntag, 2008-04-20

Kiel - der große Bericht

Die Kämpfe vom Samstagabend im Überblick

Großartige Stimmung in Kiel! Die 6.000 Zuschauer in der Sparkassen-Arena bekamen am Samstag spannende Fights zu sehen – gekrönt vom K.o.-Sieg in Runde zwölf durch King Arthur Abraham im Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft im Mittelgewicht. Doch auch die First Lady aus dem Sauerland-Team, Cecilia Braekhus, wusste bei ihrem Punktsieg gegen die tapfer kämpfende Tatjana Dieckmann zu überzeugen. Insgesamt standen zehn Kampfpaarungen auf dem Programm, die für zahlreiche Höhepunkte sorgten.
1. Kampf: Fadil Qasem (Deutschland) vs. Artur Hein (Deutschland)

Gelungenes Profidebüt für Artur Hein. Der Schützling von Trainer Manfred Wolke wirkte in seinem ersten Kampf als Berufsboxer zunächst abwartend. Dies führte dazu, dass sein Gegner Fadil Qasem zunächst für die gefährlicheren Aktionen sorgte. Doch schon im Laufe der ersten Runde erhöhte der 22-jährige Neuprofi den Druck. Von der Ringmitte aus drängte er seinen Kontrahenten mit der Führhand an die Seile zurück und brachte seine Schlaghand ins Ziel. Doch auch sein 25-jähriger Widersacher hielt mit einzelnen Kontern weiter dagegen, so dass sich ein interessantes Ringgefecht entwickelte. In der zweiten Runde sorgte Hein jedoch für einen Paukenschlag! Er drängte seinen Gegner in die blaue Ecke zurück und traf ihn dort mit der Rechten schwer. Qasem ging nach dem Kopftreffer zu Boden. Zwar stand der Halbschwergewichtler aus Berlin wieder auf, doch er wirkte noch immer angeschlagen. Ringrichter Ingo Barrabas zählte ihn deshalb nach zwei Minuten und 34 Sekunden folgerichtig aus.

Offizielles Urteil: Sieger Hein durch K.o. in der zweiten Runde

2. Kampf: Ivor Marinchev (Bulgarien) vs. Nikola Vujasinovic (Schweiz)

Ansprechende Leistung vom Schweizer Nikola Vujasinovic - in seinem zweiten Profikampf agierte der 28-Jährige von Beginn an aggressiv. Mit der Führhand dominierte er das Geschehen gegen Ivor Marinchev deutlich, kassierte dann aber einen harten rechten Konter des Gegners, der ihn kräftig durchrüttelte. Danach fand der Schwergewichtler aus Luzern wieder besser in den Kampf. Doch zum Ende des ersten Durchgangs musste er noch einmal eine harte Rechte zum Kopf hinnehmen. In der Folge war es dann wieder Vujasinovic, der das Geschehen im Ring überwiegend bestimmte. Marinchev befand sich fast durchweg im Rückwärtsgang. In der dritten Runde traf der Schützling von Trainer Ulli Wegner hart mit einer Rechten. Doch auch sein 24-jähriger Konkurrent hielt noch einmal gefährlich dagegen. Im Schlussdurchgang übte Nikola Vujasinovic weiter mit der Führhand Druck aus und brachte seine Rechte ins Ziel. Schließlich lag er einstimmig nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Vujasinovic (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Jean Claude Bikoi (Kamerun) vs. Lukasz Janik (Polen)

Einen unbequemen Gegner bekam am Samstagabend Lukasz Janik vor die Fäuste. Denn sein Kontrahent Jean Claude Bikoi stürmte vor allem in der Anfangsphase immer wieder unorthodox nach vorne und versuchte, zu Treffern zu kommen. Doch der an diesem Abend von Georg Bramowski betreute Pole Janik präsentierte sich schnell auf den Beinen und ging den Angriffsversuchen seines 29-jährigen Gegners immer wieder aus dem Weg. Mit schnellen Schlagfolgen versuchte er mehrfach, selbst Akzente zu setzen. Die größte Gefahr ging dabei von seinen Körperhaken aus. Doch in der dritten Runde wackelte der 22-jährige Cruisergewichtler nach einer harten Rechten des Gegners. Allerdings fing er sich wieder. In der Folge blieb das Geschehen im Ring hart umkämpft. Dennoch sorgte Janik im vierten Durchgang mit einigen harten rechten Geraden für die besseren Aktionen. In der fünften Runde rüttelte ein linker Konter seinen in Frankreich lebenden Kontrahenten kräftig durch. Obwohl auch Lukasz Janik einige Treffer kassierte, lag er am Ende verdient auf den Wertungszetteln der Punktrichter vorne.

Offizielles Urteil: Sieger Janik (einstimmig) nach Punkten

4. Kampf: Ross Thompson (USA) vs. Mads Larsen (Dänemark)

Jubiläum für Mads Larsen: Der Super-Mittelgewichtler verbuchte in Kiel den 50. Sieg als Berufsboxer für sich. Im Kampf gegen Ross Thompson setzte der 35-Jährige von der ersten Sekunde an auf seine rechte Führhand und linke Hände zum Körper. In der zweiten Runde verstärkte er den Druck etwas. Dennoch versäumte es der frühere Europameister, mit seiner linken Geraden für klare Wirkungstreffer zu sorgen. Sein amerikanischer Kontrahent hielt nur selten gefährlich dagegen. Im dritten Durchgang kam Thompson allerdings einmal hart mit der Rechten zum Körper durch. Zu allem Überfluss kassierte Larsen in dieser Runde auch noch einen schweren Cut über dem linken Auge, der durch einen unabsichtlichen Kopfstoß entstanden war. Doch der Rechtsausleger ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen und kontrollierte das Geschehen auch in der Folge. Allerdings nutzte sein 34-jähriger Widersacher aus Buffalo in der vierten Runde erneut eine Deckungslücke beim Dänen, so dass eine Rechte Larsens Kopf kräftig durchrüttelte. Nach dieser Schrecksekunde agierte der Schützling von Trainer Ulli Wegner in der Deckung sicherer. Darunter litten jedoch auch seine Bemühungen in der Offensive. Obwohl Mads Larsen in der achten Runde noch einmal einen linken Haken zum Kopf kassierte, gab es an seinem klaren Punktsieg (79:73, 80:73 und 80:72) am Ende nichts zu rütteln.

Offizielles Urteil: Sieger Larsen (einstimmig) nach Punkten

5. Kampf: Sladko Cizicz (Deutschland) vs. Vladimir Povetkin (Russland)

Äußerst spektakulär verlief der Fight zwischen Sladko Cizicz und Vladimir Povetkin. Der aus Hamburg angereiste Kämpfer überraschte seinen Kontrahenten sichtlich. Der inzwischen 40-Jährige setzte gegen den Russen gleich zu Beginn zu einem schnellen Schlaghagel an, bei dem er hart mit seiner rechten Geraden durchkam. Doch Povetkin hielt den stürmisch anrennenden Kontrahenten danach etwas besser auf Distanz und hielt einige Male mit linken Körperhaken und Kopftreffern dagegen. Der erste Durchgang endete mit einem offenen Schlagabtausch zwischen beiden Konkurrenten. Auch in der zweiten Runde ging Cizicz zunächst sehr aggressiv zu Werke und verbuchte Treffer mit der Rechten für sich. Povetkin versuchte, mit seiner boxerischen Linie dagegen zu halten. Dabei brachte er einige linke Haken zum Kopf ins Ziel. Im dritten Durchgang drängte der Halbschwergewichtler aus Hamburg seinen Gegner erneut an die Seile zurück, so dass der Kampf offen blieb. Auch in der letzten Runde schenkten sich beide Kontrahenten nichts. Letztlich wirkte Cizicz zwar aktiver, dafür agierte Vladimir Povetkin insgesamt effektiver. Somit sah die Wertung der Punktrichter den 27-jährigen Russen am Ende als Punktsieger.

Offizielles Urteil: Sieger Povetkin (einstimmig) nach Punkten

7. Kampf: Kendrick Releford (USA) vs. Enad Licina (Deutschland)

Schwerer Fight für Enad Licina: Der an Reichweite deutlich überlegene Amerikaner Kendrick Releford kam gegen den Schützling von Trainer Manfred Wolke in der ersten Runde mit harten linken Körperhaken und rechten Händen zum Kopf durch. Im zweiten Durchgang bekam der 28-jährige Licina das Geschehen besser in Griff. Dabei brachte er zunächst eine harte Rechte am Kinn des Kontrahenten unter. Doch auch Releford blieb gefährlich, traf seinen Konkurrenten noch einmal hart. Danach verlief das Aufeinandertreffen recht ausgeglichen. Im vierten Durchgang war Licina vermehrt in der Lage, mit seinen rechten Händen für Gefahr zu sorgen. Am Ende der sechsten Runde geriet Licina in der blauen Ecke kräftig unter Druck, doch er überstand diese schwierige Situation. Im siebten Durchgang wirkte Releford mit seiner linken Führhand wieder aktiver, doch am Ende verbuchte Licina mit einer Rechten zur Schläfe noch einmal einen klaren Treffer für sich. Auch in den letzten drei Minuten verbuchte der in Frankfurt (Oder) trainierende Cruisergewichtler die besseren Aktionen für sich, so dass er am Ende nach Punkten (77:75, 79:74 und 78:74) vorne lag.
Offizielles Urteil: Sieger Licina (einstimmig) nach Punkten

8. Kampf: Travis Hartman (USA) vs. Frank Shabani (Deutschland)


Pech für Frank Shabani - denn trotz klarer Überlegenheit endete sein Fight gegen den Amerikaner Travis Hartman ohne Wertung. Der Berliner ging gegen seinen 24-jährigen Gegner von Beginn an druckvoll zu Werke und stellte ihn noch in der ersten Runde mit schnellen rechten Händen zum Kopf an den Ringseilen. Auch im zweiten Durchgang agierte der von Otto Ramin trainierte Weltergewichtler in der Vorwärtsbewegung überlegen und aggressiver. Ende der dritten Runde glänzte Shabani erneut mit schnellen Händen. Im vierten Durchgang verbuchte der Berliner wieder eine harte Rechte für sich. Danach kam es jedoch zu einem unglücklichen Ende des Fights. Durch einen unabsichtlichen Kopfstoß entstand bei Hartman ein stark blutender Cut über dem linken Auge. Schließlich brach Referee Ingo Barrabas den Kampf wegen der Verletzung auf Anraten des Ringarztes ab - das offizielle Urteil lautete somit "No Contest".
Offizielles Urteil: Ohne Wertung

9. Kampf: Wayne Braithwaite (USA) vs. Yoan Pablo Hernandez (Kuba)

Packend verlief der Fight zwischen Yoan Pablo Hernandez und dem 32-jährigen Wayne Braithwaite um die WBA-Fedelatin und WBC-Latino Meisterschaft. Gegen den in den USA lebenden Ex-WBC-Weltmeister brachte der Titelverteidiger Hernandez schon zu Beginn der ersten Runde eine harte Linke ins Ziel. Danach nagelte der Rechtsausleger den Kontrahenten mit schnellen linken und rechten Händen an den Ringseilen fest. Noch in der ersten Runde ging Braithwaite nach einem rechten Aufwärtshaken seines Konkurrenten zu Boden. Doch der in Guyana geborene Cruisergewichtler schien trotzdem nicht angeschlagen zu sein. Im zweiten Durchgang ließ es Hernandez zunächst etwas ruhiger angehen. Doch dann sorgten seine harten Hände wieder für Gefahr. Am Ende der Runde landete Braithwaite allerdings eine harte Rechte, die den 23-jährigen Gegner kräftig durchrüttelte. In der dritten Runde legte Yoan Pablo Hernandez erneut ein hohes Tempo vor und drängte auf eine vorzeitige Entscheidung. Doch dann schlug die Stunde seines Herausforderers. Wayne Braithwaite konterte den Kubaner mit einer harten Rechten zur Schläfe aus, so dass dieser zu Boden ging. Obwohl der Titelverteidiger noch ein wenig zu schwanken schien, gab der Ringrichter den Kampf wieder frei. Es folgten zwei weitere Niederschläge mit der Rechten, so dass der Fight nach einer Minute und 52 Sekunden der dritten Runde zu Gunsten von Wayne Braitwaite entschieden war.

Offizielles Urteil: Sieger Braithwaite durch technischen K.o. in der dritten Runde
Fotos: SE und Photo Wende