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Sonntag, 2008-10-19

Braekhus will einen Titel

"First Lady" Cecilia Braekhus nimmt größere Aufgaben ins Visier

Pünktlich zu Beginn des neuen Jahres hatte es im Sauerland-Team eine historische Neuerung gegeben: Mit dem norwegischen Shooting-Star Cecilia Braekhus steht bei dem Berliner Boxstall zum ersten Mal eine Frau unter Vertrag. Ihr Kampfname "First Lady" ist somit nicht nur anspruchsvoll, sondern für das Sauerland-Team auch Programm. "Frauenboxen hat bei uns noch keine Tradition, aber Cecilia wird das ändern", freute sich Geschäftsführer Chris Meyer über den prominenten Neuzugang aus Skandinavien. "Mit ihr haben wir nicht nur endlich eine talentierte Boxerin, sondern auch eine zukünftige Weltmeisterin unter Vertrag. Cecilias großen Erfolge und ihre enorme Beliebtheit in Norwegen haben uns überzeugt."

Cecilia Braekhus will in Oldenburg auch den zehnten Profikampf gewinnen
Im Januar 2007 gab die 27-jährige Schönheit aus Bergen ihr Profidebüt. In Basel besiegte sie Ksenija Koprek eindeutig nach Punkten. Seitdem hatte Ulli Wegner ihre Entwicklung mit Argusaugen beobachtet. Nach drei weiteren Siegen reifte die Entscheidung, sich mit dem "norwegischen Rohdiamanten" auf unbekanntes Terrain zu wagen. Wegner: "Ich freue mich, endlich mal eine Frau zu trainieren. Die Jungs können noch einiges von ihr lernen. Sie hat das Zeug, Weltmeisterin zu werden."
Im Alter von 14 Jahren kam Braekhus zum Leistungssport. Im Kickboxen wurde sie Welt- und Europameisterin, ehe sie mit 22 Jahren zum Boxen wechselte. Der Erfolg blieb ihr treu – von 80 Kämpfen gewann sie über 70 und triumphierte erneut bei den Welt- und Europameisterschaften. Nun sorgt die gebürtige Kolumbianerin, die im Alter von drei Jahren von norwegischen Eltern adoptiert wurde, auch bei den Profis für Furore. In Norwegen ist sie längst ein TV- und Medienstar, wird als Stargast zu den größten Fernsehshows des Landes eingeladen. Ihre klare Ansage: "Mein Ziel ist der WM-Titel. Und im Sauerland-Team gibt es dafür die besten Voraussetzungen."

Im Juni verbuchte Cecilia Braekhus in den USA einen klaren Punktsieg
Cecilia Braekhus fühlt sich verpflichtet, das in sie gesetzte Vertrauen mit Siegen zurückzuzahlen. "Für mich ist es eine große Ehre, die erste Frau bei einem so renommierten Boxstall zu sein." Auch Ulli Wegner hat sie bereits in ihr Herz geschlossen. "Im Fernsehen sieht er immer so streng aus, doch wenn man ihn näher kennenlernt, ist er sehr nett und höflich. Ein wahrer Gentleman." Um die Kommunikation mit dem Erfolgstrainer zu erleichtern, hat sie bereits angefangen, die deutsche Sprache zu lernen. Norwegisch und Englisch spricht sie fließend.
Im Juni dieses gab die "First Lady" auf der Undercard des Kampfes von King Arthur Abraham gegen Edison Miranda ihr viel beachtetes Debüt in den USA. Gegen die starke Lokalmatadorin Nicole Woods gewann sie einstimmig nach Punkten und wurde von den amerikanischen Fans in Hollywood gefeiert. Nach einem Heimaturlaub in Trondheim trainierte Braekhus in den letzten Wochen wieder in Berlin. Während ihres wohlverdienten Urlaubs vertrieb sie sich mit landestypischen Hobbies wie Angeln, Schwimmen oder Bootfahren die Zeit. "Das war wirklich sehr erholsam und hat mir eine Menge Energie gegeben."

Der "Super Moose" (unten links) ist das Maskottchen von Cecilia Braekhus
In der Weser-Ems-Halle bekommt es die "First Lady" mit der Bulgarin Borislava Goranova zu tun, die die Oldenburger Boxfans noch von ihrem Kampf 2006 gegen Heidi Hartmann kennen. Wenn Cecilia Braekhus gegen die 30-jährige Kämpferin aus Sofia in den Ring steigt, dann wird auch ihr Maskottchen wieder in der Ecke sitzen. Der "Super Moose", ein kleiner blauer Elch im Superman-Kostüm, hat Cecilia bisher viel Glück und es sogar schon im Fernsehen zu einiger Bekanntheit gebracht. "Der Super Moose ist ein Geschenk von Frau Wegner, der Gattin meines Trainers", erzählt die Athletin aus dem Land der Elche. "Der ist so süß, ich habe ihn immer bei mir. Und im Boxring natürlich sowieso!"
Fotos: Photo Wende und SE