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Mittwoch, 2009-04-29

Showdown in Helsinki

Pressekonferenz im finnischen Helsinki (Fotos: EASTPRESS)

Valuev und Chagaev sehen sich beide als Champion

Am 30. Mai kommt es in Helsinki zum bisher größten Boxsportereignis aller Zeiten auf finnischem Boden. Vor der ersten Schwergewichts-WM, die in dem nordeuropäischen Land ausgetragen wird, ist die Spannung riesengroß. Denn mit Nikolai Valuev und Ruslan Chagaev werden sich dabei zwei Konkurrenten um den WBA-Gürtel gegenüberstehen, die schon einmal gegeneinander kämpften und offenbar immer noch eine Rechnung miteinander offen haben. Am Dienstag stellten sich die Kontrahenten im prall mit Medienvertretern gefüllten Valkoinen Sali in Helsinki bei einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten.

Die besondere Brisanz des Fights ist offenkundig: Nachdem Valuev den WBA-Gürtel im April 2007 in Stuttgart ausgerechnet gegen Chagaev verloren hatte, sollte es bereits im letzten Jahr zum Rematch gegen den Usbeken kommen - erst am 31. Mai, dann am 5. Juli 2008. Doch Chagaev ließ den Fight zweimal aufgrund von Verletzungen platzen und wurde daraufhin vom Weltverband WBA zum "Champion in Recess" ("Weltmeister im Wartestand") ernannt. Nach überstandener Achillessehnenverletzung kehrte er im Februar 2009 in Rostock mit einem Sieg gegen Carl Davis Drumond in den Ring zurück.

Den inzwischen vakant gewordenen WBA-Titel hatte sich im August letzten Jahres Valuev mit einem Sieg gegen John Ruiz gesichert. Im Dezember 2008 verteidigte er den WM-Gürtel in Zürich gegen Evander Holyfield mit einem Punktsieg. "Ich komme nach Helsinki, um zu zeigen, dass ich der wahre Champion bin", so der Russische Riese in Helsinki. "Ich habe nach der Niederlage im Jahr 2007 im sportlichen Umfeld wichtige Veränderungen vorgenommen. Mit Alexander Zimin habe ich einen anderen Trainer, der die Trainingsinhalte komplett umgestellt und verbessert hat. Ich bin mir sicher, dass ich diesmal gewinnen werde."

Doch auch Ruslan Chagaev sieht sich als legitimer Weltmeister. Das unterstrich er mit einem T-Shirt, auf dem auf der Rückseite "The Real Champion" zu lesen war. "Ich habe Valuev damals geschlagen und werde es wieder tun. Ich verstehe das ganze Gerede überhaupt nicht. Ich bin der Champion", so der 30-Jährige. Um keinen Zweifel daran aufkommen zu lassen, ließ der Usbeke bei seinem Namensschild zuvor sogar hinter "Champion" die Bezeichnung "in Recess" überkleben. Doch den Zorn von Valuev zog er sich damit nicht zu. Im Gegenteil - der WBA-Weltmeister nahm diesen Umstand mit stoischer Ruhe zur Kenntnis.

Kalle Sauerland stellte aber klar, dass die World Boxing Association Valuev als offiziellen WBA-Weltmeister und seinen Konkurrenten lediglich als "Champion in Recess" führe. Darüber hinaus erklärte er, dass das Interesse an der Schwergewichts-Weltmeisterschaft nicht nur in Finnland riesig sei. "Das wird ein globales Sportereignis, das die Menschen in der ganzen Welt sehen wollen. Wir rechnen deshalb mit etwa 100 Millionen Fernsehzuschauern", so der Sohn von Manager Wilfried Sauerland. Der Kartenvorverkauf für die Veranstaltung in der Hartwall Arena in Helsinki beginnt am 4. Mai.