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Donnerstag, 2006-11-23

Miranda muss warten

Manche können einfach nicht genug bekommen. Als ob die "Schlacht von Wetzlar" für Edison Miranda (26-1, 23 KOs) nicht verheerend genug gewesen wäre. Vor zwei Monaten unterlag der Kolumbianer IBF-Champion Arthur Abraham in dem legendären Gefecht eindeutig nach Punkten - und dass, obwohl King Arthur die letzten acht Runden mit doppelt gebrochenem Kiefer durchstehen musste.

King Arthur: "Trotz meines doppelten Kieferbruchs konnte er mich nicht besiegen."
Miranda, der schon damals nicht gerade durch seine Sportlichkeit aufgefallen war, zog nun in der amerikanischen Presse so richtig vom Leder. "Ich hoffe, Abraham vergisst nicht, seiner Pflicht nachzukommen und den Titel vor dem 23. Juni gegen mich zu verteidigen", tönte der Pflichtherausforderer. "Wenn ich muss, werde ich ihn jagen. Er kann sich vor mir nicht verstecken."
Genau das hat Abraham (22-0, 17 KOs) auch gar nicht nötig. Im Gegenteil: Er freut sich auf den Rückkampf. "Hätte er mich doch lieber mal im Ring gejagt", so die lapidare Antwort des Champions, "aber dazu war er ja nicht in der Lage. Trotz meines doppelten Kieferbruchs konnte er mich nicht besiegen. Wie will er es denn bloß schaffen, wenn ich topfit bin?"
Im April wird der ungeschlagene Mittelgewichtler eine freiwillige Titelverteidigung bestreiten, bevor es dann im Juni zum zweiten Showdown mit Miranda kommt. "Dann schlage ich ihn halt ein weiteres Mal", so Abraham. "Auf jeden Fall lasse ich mir nicht noch einmal den Kiefer brechen. Schon gar nicht von diesem Großmaul."
Der Kolumbianer könne so viel reden, wie er will. "Er scheint um die zweite Niederlage zu betteln."

Der Champion und sein Coach Ulli Wegner.