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20.01.2017
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Härtel und Bunn: Gegner fix!

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WBA-Weltmeister bereitet sich auf erste Titelverteidigung vor

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Montag, 2006-12-18

Käpt´n Huck neuer Champ

Hitziges Gefecht mit skandalösem Ende: Marco Huck ist neuer EU-Champion im Cruisergewicht! Zwar endete auch der 17. Profikampf des KO-Königs vorzeitig, nicht jedoch auf die übliche Art und Weise. Stattdessen stürmte Gegner Pietro Aurino nach einem Gerangel wutentbrannt aus dem Ring.
Was war passiert? Ende der zweiten Runde nagelt Huck den Italiener in dessen Ecke fest. Der Ringrichter will die beiden trennen, kommt aber nicht dazwischen. Dann verliert der 30-Jährige die Nerven und rammt Huck absichtlich den Kopf ins Gesicht. Schlimmer noch: Den völlig berechtigten doppelten Punktabzug nimmt Aurino mit Entsetzen zur Kenntnis. Kochend vor Wut verlässt er den Ring, was nach internationalen Boxregeln nur ein Ergebnis zur Folge haben kann: Aufgabe.
"Es tut mir furchtbar Leid für die Zuschauer, dass Aurino so unsportlich geboxt hat", sagte ein enttäuschter Käpt´n Huck nachher. "Er hat gemerkt, dass ich besser bin. Wenn er gemerkt hätte, dass er mich schlagen kann, hätte er den Ring nicht verlassen."

Explosiv in der Halbdistanz: Marco Huck.
Gerne hätte der 22-jährige Bielefelder den 3.500 Fans in der Big Box mehr gezeigt, denn der Kampf hatte vielversprechend begonnen. Geschickt wechselte er aus der Lang- in die Halbdistanz und bombardierte Aurino überraschend mit Schlagsalven. Darauf wusste der Italiener keine Antwort. Er versuchte vielmehr, die bei der Pressekonferenz begonnenen Provokationen fortzusetzen. So schlug er nach dem Gong zur ersten Runde munter weiter und verfehlte den Ringrichter mit einem Schwinger nur knapp.
"Aurino hat gemerkt, dass er keine Gegenmittel hat", so Trainer Ulli Wegner. "Dann hat er angefangen zu provozieren." Die Ringflucht stellte den traurigen Höhepunkt dar. "Ich habe ja schon viel erlebt, aber an sowas kann ich mich nicht erinnern", fügte Wegner entsetzt hinzu. Als Aurino auf halbem Wege kehrt machte und in den Ring zurückkehrte, war es bereits zu spät. "Die Regeln sind klar", klärte Wilfried Sauerland auf. Wer den Ring verlässt, gibt auf." Auch dem Manager taten die Zuschauer Leid. "Ich habe versucht, dass wir freiwillig weiterboxen, um ihnen etwas zu bieten, doch das wurde nicht angenommen. Regeln sind nun einmal Regeln. Wir können nicht zwei Kämpfe an einem Abend machen."

Außen vor: Pietro Aurino.
Für Huck soll es nun weiter bergauf gehen: "Der Titel ist für mich die Eintrittskarte. Ich will Weltmeister werden", gab er nachher selbstbewusst zu Protokoll." An Aurino, der der obligatorischen Pressekonferenz fernblieb, muss er keine Gedanken mehr verschwenden. Ein Rematch wird es selbstverständlich nicht geben. Und wenn, so scherzte Wilfried Sauerland, dann nur in einem Käfig, damit der Italiener nicht wieder fliehen kann.
Im zweiten Hauptkampf meldete sich Sebastian Sylvester eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. Durch TKO in der achten Runde verteidigte er seinen WBA Intercontinental Gürtel im Mittelgewicht. Mit einer krachenden rechten Geraden schickte er Peter Mitrevski Junior auf die Bretter. Zwar kam der Australier wieder auf die Beine, doch seine Ecke verhinderte per Handtuch-Wurf Schlimmeres.

Ganz der Alte: Sebastian Sylvester im Kampf gegen Peter Mitrevski.
"In den ersten beiden Runden war ich etwas verkrampft, doch dann bin ich besser in den Kampf gekommen", sagte Sylvester hinterher$. "Ab der dritten, vierten Runde wusste ich, dass der Titel bei mir bleibt." Immer öfter durchbrach er mit schnellen (und harten) Händen die Deckung seines Gegners, der dem Greifswalder Respekt zollte. "Ich bin noch nie vorher KO gegangen. Sebastian war wirklich sehr stark. Das hätte ich nicht gedacht. Ich verneige mich vor ihm. Er hat sehr stark gekämpft."

Sylvester will erst wieder Europa- und dann Weltmeister werden.
Mit dem 24. Sieg im 26. Kampf feierte Sylvester einen versöhnlichen Jahresabschluss. Anfang Juni hatte er seinen Europameister-Titel an den Finnen Amin Asikainen durch KO verloren. Im Januar kommt es nun zum Rematch. "Da ist Sebastian ganz heiß drauf", sagte Manager Winfried Spiering. "Die Niederlage von damals haben wir akzeptiert. Wir sind überzeugt, dass er das Zeug hat, Weltmeister zu werden."