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Montag, 2007-01-01

Rückblick 2006 - Teil 3

Am ersten Tag des neuen Jahres der dritte und letzte Teil unseres großen Jahresrückblicks. Eik Galley über Arthur Abraham und Markus Beyer.
Hier geht es zu Teil 1 und 2.

Markus Beyer – das war`s noch nicht
Er ist der Weltmeister der letzten Jahre. Und er will es wieder werden – Markus Beyer. Der 14. Oktober tat allen weh, die ihn in den letzten Jahren begleitet haben. KO-Niederlage in der Parken Arena von Kopenhagen gegen Mikkel Kessler, den Dänen. Vereinigungstitelkämpfe kitzeln das Publikum. Ein Champion bleibt zurück – diesmal war es Markus Beyer.

Markus Beyer ging gegen Mikkel Kessler KO.
Viele haben ihm das Karriereende nahe gelegt. Er selbst hat lange überlegt. Aber die Entscheidung war vorhersehbar. Kein Boxer kann so abtreten. Und es gibt gute Argumente, die für Markus Beyer sprechen.
Er hat das Pfeiffersche Drüsenfieber besiegt und er ist auch im Ring schon einmal zurückgekommen. 2004 verlor er den Titel gegen Christian Sanavia aus Italien, um ihn sich vier Monate später wieder zurückzuholen.

Arthur Abraham – die Legende
Es gibt Momente, in denen berührt ein Sportler die Ewigkeit. Ereignisse, die unvergänglich sind. Ereignisse, in denen man zur Legende wird. Wer würde den Ringer Pasquale Passarelli kennen ohne seine Brücke bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984? Wer würde Helmut Rahn kennen ohne sein Tor 1954? Wer würde Arthur Abraham kennen?

Die Schlacht von Wetzlar.
Qual, Leid und Triumph hängen so nah beieinander. Auch am 23. September 2006. An diesem Tag wurde Arthur Abraham zur Legende.
Es sah nach einem normalen WM-Kampf aus. Gegen Edison Miranda aus Kolumbien. Am 23. September. Zum ersten Mal marschiert Abraham als King Arthur in die Halle.
In der 4. Runde bricht sich Arthur Abraham den Kiefer. Er merkt, dass etwas nicht stimmt. Alle sehen es. Und was tut sein Trainer? Die Zuschauer sind live dabei, die Öffentlichkeit wird es wochenlang diskutieren. Ulli Wegner leugnet die schwere Verletzung und treibt seinen Schützling wieder in den Ring.
Abrahm blutet, Abraham leidet, Abraham hält durch und wird zur Legende. Das hatte es noch nie gegeben: Weltmeister mit Kieferbruch.
Unzählige Male hat sich Arthur Abraham schon bei Ulli Wegner bedankt. Ohne ihn hätte er nicht durchgehalten, ohne ihn wäre er nicht mehr Weltmeister, ohne ihn wäre er keine Legende.
Kein Telefon steht in den nächsten Tagen im Sauerland-Stall still. Journalisten aus aller Welt wollen Details über die unglaubliche Geschichte des Mannes, der längst im Krankenhaus liegt. Und die Arthur Abraham weltweit bekannt macht. King Arthur wird zum Box-König mit einem einzigen Kampf. Und die Fans in Amerika nennen ihn nur noch "The Warrior".
Der 23. September wird unvergessen bleiben. Die Boxwelt fiebert dem nächsten Kampf des Weltmeisters entgegen. Aber eins ist klar: Nach diesem Tag gibt es keine Steigerung mehr.

DER AUTOR:

Kolumnist Eik Galley
Der am 27.07.1967 in Zossen (Brandenburg) geborene Eik Galley studierte Journalistik an der Uni Leipzig. Von 1991 bis 1992 arbeitete er als Redakteur bei der "Fußballwoche". 1993 war Eik Galley einer der Journalisten der ersten Stunde beim Deutschen Sportfernsehen (DSF). Als Reporter und Kommentator berichtete er u.a. von den Amateur-Weltmeisterschaften 1995 in Berlin und 1997 in Budapest, von den ersten Kämpfen der Klitschko-Brüder und über WM-Kämpfe von Mike Tyson, Lennox Lewis und Oskar de la Hoya. Eik Galley ist heute Leiter der Berliner DSF-Redaktion. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.