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Sonntag, 2006-12-31

Rückblick 2006 - Teil 1

Das Boxjahr 2006 hatte es in sich. Die Schlacht von Wetzlar, Nikolai Valuevs Triumphzug durch Amerika und die Wiedervereinigung von Henry Maske und Manfred Wolke gehörten zweifelsfrei zu den Höhepunkten. In drei Teilen blickt unser Kolumnist Eik Galley zurück auf die Höhen und die Tiefen - unter anderem auch auf die unglückliche KO-Niederlage von Weltmeister Markus Beyer.
Den Anfang macht der Russische Riese. From Russia with Love.

"From Russia with love – Nikolai Valuev"
Bisher war er vor allem ein imposanter Kerl. 2,13m groß. Dann kam der 7. Oktober, dann kam Chicago. Don King krächzte seinen Markenspruch in jede Kamera: "From Russia with love - Nikolai Valuev". Die Marketingstrategie wirkte – wie so oft bei King. In den USA wurde das Wunder Nikolai Valuev wahrgenommen. Bald konnte er sich nicht mehr frei auf den Straßen bewegen. Ein Star gemacht in Stunden.
Eine Woche lang tourte der Sauerland-Tross um Valuev durch das Land. Valuev hatte das alles schon einmal früher gesehen. Damals jedoch kam er durch die Seitentür, jetzt trat er durch den Haupteingang. Stretchlimousinen, TV-Shows, Hollywood inklusive.

Eine Riese in New York.
Es ist Valuevs größte Leistung, dass er trotz des aufgebauten Drucks seine Leistung abrief und den Weltmeistertitel verteidigte. Er hatte kein Nervenflattern, als er die vollbesetzte Allstate Arena von Chicago betrat. Monte Barrett war den massiven Angriffen nicht gewachsen. Er ging KO in Runde 11. "The Russian Giant" blieb Weltmeister, den Titel errungen in Amerika.

Einmal mehr geht Monte Barrett zu Boden.

Das zählt und wird auch in seiner Heimat bemerkt. Nikolai Valuev wird hinter dem Eiskunstlaufolympiasieger Evgeni Plushenko Zweiter bei Russlands Wahl zum Sportler des Jahres.
Der Mann aus der Vorstadt von St. Petersburg. Hier trainiert er in einem 80 Meter langen und fünf Meter breiten Kraftraum. Über winzige Fenster kann man in die Leichtathletikhalle sehen, in der Dutzende junge Sportler für große Wettkämpfe getrimmt werden. Ein einziges Plakat im gesamten Sportklub erinnert an die Anwesenheit des Weltmeisters. Schummriges Licht, grüne Tapeten, jede Menge Eisen - wer hier trainiert hat, wird seine Chance immer nutzen. Nur nicht zurückfallen.

Valuev schuftet in St. Petersburg.
Aus dem Sportklub in St. Petersburg erklärt sich Chicago, erklärt sich der gesamte Nikolai Valuev. Wer sich hier schindet, will nicht abtreten. Es wird schwer ihn zu schlagen – auch in 2007.

DER AUTOR:

Kolumnist Eik Galley
Der am 27.07.1967 in Zossen (Brandenburg) geborene Eik Galley studierte Journalistik an der Uni Leipzig. Von 1991 bis 1992 arbeitete er als Redakteur bei der "Fußballwoche". 1993 war Eik Galley einer der Journalisten der ersten Stunde beim Deutschen Sportfernsehen (DSF). Als Reporter und Kommentator berichtete er u.a. von den Amateur-Weltmeisterschaften 1995 in Berlin und 1997 in Budapest, von den ersten Kämpfen der Klitschko-Brüder und über WM-Kämpfe von Mike Tyson, Lennox Lewis und Oskar de la Hoya. Eik Galley ist heute Leiter der Berliner DSF-Redaktion. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.