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Sonntag, 2007-05-27

Pavlik glänzt vor Taylor

Der Amerikaner Jermain Taylor bleibt nach einem umstrittenen Punktsieg über Cory Spinks WBC- und WBO-Weltmeister im Mittelgewicht. Doch bereits bevor der Champion zu seiner Titelverteidigung im FedEx Forum in Memphis, US-Bundesstaat Tennessee, in den Ring stieg, stiel ihm Kelly Pavlik an gleicher Stelle mit seinem spektakulären Erfolg regelrecht die Show. Denn im WBC-WM-Ausscheidungskampf im Mittelgewicht setzte sich der Boxprofi aus dem US-Bundesstaat Ohio mit einem technischen K.o.-Sieg in der siebten Runde gegen den IBF- und WBO-Weltranglistenersten Edison Miranda durch.

Jermain Taylor (l.) besiegte in Memphis Cory Spinks, Edison Miranda (r.) unterlag dem Amerikaner Kelly Pavlik (Fotos: Sumio Yamada u. SE)
Der Kampf zwischen dem WBC-Weltranglistenersten Pavlik und seinem 26-jährigen Kontrahenten entwickelte sich von der ersten Sekunde an zu einem temporeichen Fight. Schon in der ersten Runde erarbeitete sich der Schützling von Trainer Jack Loew dabei ein optisches Übergewicht. Miranda schien nach einer harten Rechten zum Kopf ein wenig angeschlagen, doch der frühere WM-Gegner von IBF-Champion Arthur Abraham befreite sich wieder. Auch in der Folge blieb Pavlik trotz des hohen Tempos der aggressivere Mann im Ring. Edison Miranda hielt jedoch immer wieder mit harten Händen dagegen.
In der sechsten Runde drängte Pavlik seinen Widersacher erneut an die Ringseile zurück. Nach einer wirkungsvollen Rechten zum Kopf und weiteren schnellen Händen ging Miranda zu Boden. Noch im gleichen Durchgang sorgte der Amerikaner mit einer harten Linken für den zweiten Niederschlag. Der in Puerto Rico lebende Miranda hatte daraufhin große Mühe, sich in die Rundenpause zu retten. In der siebten Runde war Pavlik dann nicht mehr zu stoppen. Nach harten Links-Rechts-Kombinationen zum Kopf schien sein Gegner verteidigungsunfähig und stürzte rückwärts in die Ringseile.
Ringrichter Steve Smoger brach den Kampf daraufhin nach einer Minute und 54 Sekunden ab. Für den als Profi ungeschlagenen Pavlik war es bereits der 28. K.o.-Sieg im 31. Fight. Während der 25-jährige Mittelgewichtler aus Youngstown jetzt um die WBC-Weltmeisterschaft kämpfen kann, muss Edison Miranda den Traum von einem weiteren Fight um einen WM-Titel wohl erst einmal begraben. Denn nach der zweiten Niederlage im 30. Profikampf dürfte der Schützling von Coach Jose Bonilla in den Ranglisten der bedeutenden Boxweltverbände erst einmal zurückfallen.
Kelly Pavlik wird jetzt wohl als WBC-Pflichtherausforderer auf seinen Landsmann Jermain Taylor treffen. Denn der 28-jährige US-Mittelgewichtler setzte sich wenig später an gleicher Stelle mit einer Split Decision (115:113, 117:111 und 111:117) gegen den für dieses Aufeinandertreffen extra ins Mittelgewicht gewechselten IBF-Halb-Mittelgewichts-Champion Cory Spinks durch. Der 27. Sieg im 27. Fight für den WBC- und WBO-Weltmeister in der Gewichtsklasse bis 72,574 Kilogramm war jedoch sehr umstritten. Denn sein 29-jähriger Kontrahent hatte über weite Strecken mehr vom Kampf.
Schon in der Anfangsphase hatte Taylor Mühe, in der Vorwärtsbewegung agierend zu guten Aktionen zu kommen. Erst in der dritten Runde fanden die ersten rechten Geraden des Titelverteidigers das gewünschte Ziel. Der in der Rechtsauslage boxende Spinks verstand es, den Gegner mit rechten Händen zum Körper auf Distanz zu halten. Mit guter Beinarbeit und der entsprechenden Schnelligkeit ausgestattet wich er den Angriffen des Widersachers immer wieder aus und kam bis zum Ende der fünften Runde selbst mit seiner linken Schlaghand mehrfach zu Treffern.
In der sechsten Runde glänzte Taylor mit einer krachenden Rechten zum Kopf des Gegners, die allerdings keine Wirkung hinterlies. Bis zum zehnten Durchgang erkämpfte er sich mit einigen Einzelaktionen leichte Vorteile, überzeugen konnte er dabei jedoch nicht. Zwar versuchte der Titelverteidiger auch in der Schlussphase, Druck auszuüben, doch es war erneut Spinks, der sich effektiver präsentierte und somit nach zwölf Runden den Sieg verdient gehabt hätte. Das Urteil der Wertungsrichter sprach jedoch eine andere Sprache, so dass sich Jermain Taylor weiterhin WBC- und WBO-Weltmeister im Mittelgewicht nennen darf.