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29.03.2017
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Freitag, 2007-06-29

Zwickau - der große Bericht

Packender Boxsport in Zwickau: Neben dem eindrucksvollen Sieg von Sebastian Sylvester im EM-Fight gegen Amin Asikainen und dem klaren Erfolg von Mads Larsen gegen Ex-WBO-Champion Hector Velazco hatte der Kampfabend in der Stadthalle zahlreiche weitere Höhepunkte zu bieten. Insgesamt standen am Samstag elf Kampfpaarungen auf dem Programm.
1. Kampf: Drazen Ordulj (Kroatien) vs. Tomasz Hutkowski (Polen)

Zum Auftakt der Veranstaltung in Zwickau standen sich im Cruisergewicht der 20-jährige Tomasz Hutkowski und der Kroate Drazen Ordulj gegenüber. In dem auf sechs Runden angesetzten Fight versuchte der junge Pole gleich zu Beginn, mit seiner Führhand Druck auszuüben. Dazu sicherte er sich mit seinen rechten Händen zum Kopf und auf den Körper und mit einem rechten Aufwärtshaken zum Kinn Vorteile. Sein 35-jähriger Gegner aus Split hielt jedoch dagegen und kam mehrmals mit der Linken zum Kopf durch. Im dritten Durchgang fanden die rechten Geraden des Schützlings von Fiodor Lapin häufiger ihr Ziel. Nachdem Hutkowski auch im vierten Durchgang druckvoll agierte, hatte Drazen Ordulj offenbar genug Treffer kassiert. Zu Beginn der fünften Runde kam er nicht mehr aus seiner Ecke, so dass Ringrichter Ingo Barrabas den Kampf beendete.
Offizielles Urteil: Sieger Hutkowski durch technischen K.o. in der fünften Runde

2. Kampf: Miyan Solomons (Südafrika) vs. Francesco Pianeta (Deutschland)

Einen insgesamt schweren Stand hatte Francesco Pianeta gegen Miyan Solomons. Dabei verlief das Aufeinandertreffen von der ersten Sekunde an spektakulär. Der in Gelsenkirchen lebende Pianeta sah sich schnell ersten Angriffen des Kontrahenten ausgesetzt, doch mit linken und rechten Haken sorgte der 22-Jährige direkt im Anschluss für klare Treffer. Der erste gefährliche Gegenangriff Solomons mit einer Hakenserie ließ aber nicht lange auf sich warten. Am Ende der Runde brachte Pianeta eine saubere Kombination, mit zwei Linken und einem rechten Aufwärtshaken, ins Ziel, bei der sein Widersacher aus Südafrika eine Schwellung am rechten Auge erlitt. Auch nach dem ersten Durchgang legten beide Kontrahenten ein hohes Tempo vor. Dabei hatten sowohl Pianeta als auch Solomons immer wieder starke Momente. Der in Kapstadt lebende Schwergewichtler sorgte mehrfach mit seiner aggressiven Gangart für erheblichen Druck. Dabei fanden jedoch längst nicht alle Hände des 33-Jährigen das gewünschte Ziel. Pianeta, der etwas effektiver agierte, kam in der Schlussrunde noch einmal auf. Seine harten linken Haken schüttelten Miyan Solomons kräftig durch, so dass er am Ende doch noch mit 78:74, 77:75 und 79:76 einstimmig nach Punkten vorne lag.
Offizielles Urteil: Sieger Pianeta (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Lukasz Rusiewicz (Polen) vs. Enad Licina (Deutschland)

Der 27-jährige Enad Licina hinterließ gegen Lukasz Rusiewicz einen starken Eindruck. Mit der linken Führhand bekam er das Geschehen gegen den polnischen Kontrahenten schnell in den Griff. Dazu brachte der Schützling von Trainer Manfred Wolke seinen Gegner mit rechten Händen zum Körper und Aufwärtshaken in Bedrängnis. Zwar wirkte auch Rusiewicz mit seinen Gegenangriffen nicht ungefährlich, doch Licina drückte dem Fight weitgehend in der Vorwärtsbewegung agierend seinen Stempel auf. Ab dem dritten Durchgang führten die rechten Geraden gegen den 25-jährigen Konkurrenten immer häufiger zu klaren Treffern. Nachdem sich bei Rusiewicz ein Cut über dem linken Auge geöffnet hatte, wurde die Überlegenheit des in Frankfurt an der Oder trainierenden Cruisergewichtlers noch deutlicher. In der vierten Runde führten harte Treffer mit der Rechten dazu, dass sich die Cutverletzung beim Gegner wieder öffnete. Ringrichter Josef Temml konsultierte daraufhin den Ringarzt. Nach Rücksprache mit der Ecke des Polen brach der Referee den Fight nach einer Minute und 30 Sekunden ab.
Offizielles Urteil: Sieger Licina durch technischen K.o. in der vierten Runde

4. Kampf: Valery Semishkur (Estland) vs. René Dettweiler (Deutschland)

Nicht den Hauch einer Chance hatte am Samstag der 32-jährige Valery Semishkur gegen den Rechtsausleger René Dettweiler. Der deutsche Schwergewichtler übernahm von der ersten Sekunde an die Initiative in dem auf acht Runden angesetzten Fight. Zwar sorgte der Este mit einem rechten Konter zum Kopf kurz für Gefahr, doch danach war es der Schützling von Trainer Manfred Wolke, der seinen Gegner mit einem linken Körperhaken an den Seilen zu Boden schickte. Semishkur rappelte sich wieder auf, fand sich aber wenig später erneut im Ringstaub wieder. Nachdem der auf der Halbinsel Krim in der Ukraine lebende Schwergewichtler noch in der ersten Runde zum dritten Mal zu Boden ging, brach Ringrichter Terry OConnor das Aufeinandertreffen nach nur zwei Minuten und 24 Sekunden zu Gunsten von Dettweiler ab. "Ich hatte mir vor dem Kampf vorgenommen, aggressiver zu boxen. Das ist mir gut gelungen. Ich denke, ich bin auf einem guten Weg. Mein Ziel ist es, Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres um einen internationalen Titel zu kämpfen", sagte der 24-jährige Dettweiler nach seinem Erfolg.
Offizielles Urteil: Sieger Dettweiler durch technischen K.o. in der ersten Runde

5. Kampf: Pavel Lotah (Lettland) vs. Henry Weber (Deutschland)

Mit dem Letten Pavel Lotah stand dem deutschen Super-Mittelgewichtler Henry Weber ein äußerst hartnäckiger Kontrahent im Ring gegenüber. Doch der erst 18-jährige Schützling von Trainer Hartmut Schröder löste die Aufgabe mit Bravour. Mit der linken Führhand übte der Stralsunder in der ersten Runde Druck auf den 20-jährigen Konkurrenten aus. Doch dieser versuchte, mit schnellen rechten Haken zum Körper und Kopf dagegen zu halten. Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild etwas. Die rechten Hände von Pavel Lotah fanden jetzt häufiger ihr Ziel. Doch in der folgenden Runde riss Henry Weber das Geschehen mit seiner Führhand und den härteren Treffern wieder an sich. Ein rechter Haken zum Kopf brachte den Letten kurz vor der Rundenpause in schwerste Bedrängnis. Im Schlussdurchgang mobilisierte der insgesamt sehr aktiv, dafür aber nicht immer effektiv wirkende Lotah noch einmal alle Kräfte. Doch den knappen Punktsieg (39:36, 40:36 und 38:38) von Henry Weber konnte er nicht mehr verhindern.
Offizielles Urteil: Sieger Weber nach Punkten

6. Kampf: Thomas Hansvoll (Norwegen) vs. Yoan Pablo Hernandez (Kuba)

Kurzarbeit verrichtete im wahrsten Sinne des Wortes der 22-jährige Yoan Pablo Hernandez gegen den erfahrenen Norweger Thomas Hansvoll. Nach nur zwei Minuten und 23 Sekunden hatte der Rechtsausleger das Duell gegen den zehn Jahre älteren Kontrahenten durch K.o. für sich entschieden. Zuvor agierte Hernandez vom ersten Moment an sehr aggressiv. Nach einer harten Rechten des Gegners kam Hansvoll schon nach wenigen Sekunden ins Schwanken. Der Schützling von Trainer Ulli Wegner setzte in der Folgezeit nach und kam zu weiteren harten Treffern. Mit einer Rechts-Links-Rechts-Kombination rüttelte der gebürtig aus Kuba stammende Cruisergewichtler seinen Widersacher kräftig durch und drängte ihn damit an die Seile zurück. Als dort erneut die Rechte von Hernandez einschlug, ging sein überforderter Gegner zu Boden und wurde vom Ringrichter ausgezählt.
Offizielles Urteil: Sieger Hernandez durch K.o. in der ersten Runde

8. Kampf: Borislava Goranova (Bulgarien) vs. Cecilia Braekhus (Norwegen)

Die Halb-Weltergewichtlerin Cecilia Braekhus traf in einem auf sechs Runden angesetzten Ringgefecht auf die Bulgarin Borislava Goranova. Schon zu Beginn übte die Norwegerin mit schnellen Händen Druck aus. Doch gegen die defensiv sehr gut eingestellte Konkurrentin hatte es die 25-Jährige schwer, klare Treffer ins Ziel zu bringen. In der dritten Runde kam Braekhus hart mit der Rechten durch. Danach versuchte ihre Gegnerin, etwas aktiver zu werden. Doch insgesamt tat die 28-jährige Goranova zu wenig, um ihre Kontrahentin zu gefährden. So waren die Angriffsbemühungen der Bulgarin zu keiner Zeit von großem Erfolg gekrönt. Auch in der Schlussphase verbuchte Braekhus mit der Rechten und einigen linken Händen die klareren Aktionen für sich, so dass sie am Ende auf den Wertungszetteln der Punktrichter vorne lag.
Offizielles Urteil: Siegerin Braekhus (einstimmig) nach Punkten

9. Kampf: Pavol Polakovic (Tschechien) vs. Alexander Frenkel (Deutschland)

Für Alexander Frenkel war der Fight gegen den Tschechen Pavol Polakovic ein ganz besonderes Ereignis. Erstmals in seiner Laufbahn wurde einer seiner Kämpfe live in der ARD übertragen. Mit dem 33-jährigen Widersacher stand ihm in dem auf sechs Runden angesetzten Kampf dabei ein äußerst unangenehm zu boxender Kontrahent im Ring gegenüber. Der Auftakt verlief für Frenkel verheißungsvoll. Mit einer rechten Geraden kam der Schützling von Trainer Ulli Wegner schon nach wenigen Sekunden zum Kopf des Konkurrenten durch. Doch der in der Rechtsauslage agierende Gegner, der mehrfach unter Druck geriet, befreite sich immer wieder geschickt aus brenzligen Situationen. So wirkte das Aufeinandertreffen stellenweise sogar etwas zerfahren. An der deutlichen Dominanz Frenkels änderte dies im Laufe des Ringgefechtes aber nichts. Immer wieder führten seine schnellen Hände zu klaren Treffern. Mit starken Nehmerqualitäten und cleveren Meidbewegungen vermied der Tscheche jedoch einen Niederschlag. In der letzten Runde kam Polakovic sogar selbst mit einem harten linken Aufwärtshaken durch. An dem klaren Punktsieg (60:54, 60:54 und 60:54) für Alexander Frenkel änderte dies jedoch nichts.
Offizielles Urteil: Sieger Frenkel (einstimmig) nach Punkten

11. Kampf: Timor Ibragimov (Usbekistan) vs. Timo Hoffmann (Deutschland)

Einen rabenschwarzen Tag erwischte Schwergewichtler Timo Hoffmann am Samstag beim Kampf gegen Timor Ibragimov. Gegen den Usbeken verlief die erste Runde noch einigermaßen nach Plan. Mit der linken Führhand drängte der 32-jährige Deutsche seinen Kontrahenten dabei mehrmals zurück und verbuchte erste Treffer für sich. Doch der von Uwe Schuster trainierte WBA-Weltranglistenvierzehnte wirkte nach schnellen Hakenserien seines Gegners in der Folge sehr verunsichert und kassierte immer wieder Treffer. In der dritten Runde schien Hoffmann, besser in den Kampf zu finden und brachte einige Male seine Rechte zum Kopf des Gegners ins Ziel. Doch mit Haken zum Körper und rechten Schwingern und Kopfhaken erkämpfte sich Ibragimov ab dem vierten Durchgang klare Vorteile. Timo Hoffmann hingegen fand kein Mittel, den Cousin des WBO-Weltmeisters Sultan Ibragimov entscheidend zu stellen. Das Resultat: Seine harten rechten Hände gingen immer wieder ins Leere. Nachdem der deutsche Schwergewichtler in der siebten Runde zwischenzeitlich etwas aufkam, war es in der Folge wieder der Gegner aus Usbekistan, der mit seinen Aktionen effektiver war und somit am Ende einstimmig auf den Punktzetteln vorne lag.
Offizielles Urteil: Sieger Ibragimov (einstimmig) nach Punkten
Fotos: SE