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23.03.2017
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Freitag, 2007-12-14

Williams sieht seine Chance

Mike Tyson-Bezwinger Danny Williams will es wieder wissen

Am Samstagabend kommt es in der St. Jakobshalle in Basel im Schwergewicht zu einem mit Spannung erwarteten Fight. Um die IBF-Intercontinental Meisterschaft treffen dabei der in Belgien lebende Oleg Platov und der "Brixton Bomber" Danny Williams aufeinander. Der 34-jährige Brite war schon immer für eine Überraschung gut. Vor allem sein K.o.-Sieg in der vierten Runde gegen Mike Tyson am 30. Juli 2004 in Louisville, US-Bundesstaat Kentucky, sorgte weltweit für Furore. Nach zuletzt durchwachsenem Erfolg will es der Schwergewichtler aus Großbritannien noch einmal wissen. Vor dem Kampf gegen Oleg Platov stellte er sich zu einem ausführlichen Gespräch.

Danny Williams: 43 Kämpfe; 37 Siege, 6 Niederlagen (Foto: HennessySports)
Herr Williams, würden Sie rückwirkend sagen, dass der Kampf gegen Mike Tyson bisher der größte Sieg Ihres Lebens war?
Danny Williams: Ja, das war ohne Zweifel der größte Erfolg meiner Karriere. Tyson wollte natürlich an diesem Abend gewinnen. Offenbar war er nicht mehr der Tyson der 80-er und 90-er Jahre, doch er war gut in Form. Wie man sehen konnte, hatte er immer noch seine Schnelligkeit und Schlagkraft. Er versuchte immer wieder, meinen Kopf zu treffen. Doch ich tauchte tief ab und blieb fest entschlossen. Das war eine großartige Erfahrung!
Fünf Monate später unterlagen Sie dann Vitali Klitschko im Kampf um die WBC-Weltmeisterschaft. Wie groß war Ihre Enttäuschung nach der Niederlage?
Danny Williams: Das war natürlich eine riesige Enttäuschung, doch ich lernte eine Menge aus diesem Kampf. Manchmal können Niederlagen im Leben auch gute Seiten haben und eine Person noch zielstrebiger werden lassen.

Nach dem WM-Fight erkämpften Sie fünf Siege in Folge. Danach kassierten Sie zwei Niederlagen. Worin lagen die Gründe für die doch recht unterschiedlichen Leistungen?
Danny Williams: Für die Niederlagen gibt es natürlich verschiedene Gründe. Um ehrlich zu sein, ich mag es nicht, nach Entschuldigungen zu suchen. Manchmal soll es im Leben eben einfach nicht so sein, wie man möchte.

Im letzten Jahr unterlagen Sie Audley Harrison. Nach dem Kampf schrieben Sie viele Box-Experten ab. Doch nur vier Monate später meldeten Sie sich mit einem Sieg gegen den zuvor in 18 Profikämpfen ungeschlagenen Scott Gammer zurück. Wie war das möglich?
Danny Williams: Der ganze Kampf gegen Audley Harrison war ein großer Fehler. Ich nahm ihn erst zehn Tage vorher an, das war verrückt. Aber eine Sache, die ich daraus lernte, war, nicht noch einmal so kurzfristig in den Ring zu steigen. Beim Fight gegen Scott Gammer konnte ich zeigen, dass ich noch nicht am Ende bin und nie unterschätzt werden sollte. Ich bin ein unberechenbarer Kämpfer und immer, wenn mich die Leute abgeschrieben haben, komme ich zurück.
Ihr Gegner in Basel ist Oleg Platov. Was wissen Sie über ihn?
Danny Williams: Ich glaube, er ist ein sehr guter Kämpfer. Er zeigte seine Weltklasse, als er Henry Akinwande schlug.
Wie gut haben Sie sich auf den Kampf vorbereitet?
Danny Williams: Ich habe das Training seit April dieses Jahres bis auf ein paar kleine Pausen nicht unterbrochen. Ich war die ganze Zeit in guter Form.

Sehen Sie den Fight gegen Oleg Platov als Chance?
Danny Williams: Ja, weil Platov in der WBC- und IBF-Weltrangliste unter den Top-15 ist. Ich bin hungriger als jemals zuvor. Ein Sieg gegen ihn wäre gut für meine weitere Karriere, gerade im Hinblick auf mein Ziel, doch noch Weltmeister im Schwergewicht zu werden.
Sie sind jetzt 34 Jahre alt. Wie viele Jahre möchten Sie noch boxen?
Danny Williams: Wenn mein Körper und meine Familie sagen, dass ich aufhören sollte, werde ich das tun. Es wird gesagt, dass ein Boxer immer die letzte Person ist, die weiß, wann es Zeit ist, den Ring zu verlassen. Ich möchte keiner von diesen Boxern sein. Ich weiß, meine Familie wird mir sagen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.