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Freitag, 2007-12-14

Basel – der große Bericht

Die Kämpfe der Boxgala in der St. Jakobshalle

Packende Fights bei der Boxgala im schweizerischen Basel! 5.000 Zuschauer bejubelten am Samstag in der St. Jakobshalle den vorzeitigen Erfolg von Arthur Abraham gegen den Briten Wayne Elcock. Doch auch die Europameisterschaft im Super-Mittelgewicht zwischen dem Italiener Cristian Sanavia und dem von Manfred Wolke trainierten Danilo Häußler war an Spannung kaum zu überbieten. Insgesamt standen in Basel acht Kampfpaarungen auf dem Programm.
1. Kampf: Ivor Marinchev (Bulgarien) vs. Andrzej Wawrzyk (Polen)

Zum Auftakt des Abends standen sich im Schwergewicht der Bulgare Ivor Marinchev und Andrzej Wawrzyk gegenüber. Der 20-jährige Pole dominierte das Geschehen im Ring von der ersten Sekunde an mit seiner Führhand und übte Druck auf seinen Kontrahenten aus. Der an Reichweite unterlegene Konkurrent versuchte jedoch, mit Einzelaktionen dagegen zu halten. Doch die physische Überlegenheit des Schützlings von Trainer Fiodor Lapin war augenscheinlich. So kam Wawrzyk ab der zweiten Runde immer häufiger mit seinen rechten Geraden zum Kopf des Gegners durch. Zwar ließ das Tempo mit Beginn des dritten Durchgangs etwas nach, doch der Pole blieb überlegen. Der junge Schwergewichtler streute mehrmals einige Haken zum Körper ein. Doch er war nicht in der Lage, den Kontrahenten in ernsthafte Bedrängnis zu bringen. Im Schlussdurchgang drehte Andrzej Wawrzyk noch einmal auf und kam erneut mit seinen harten rechten Körperhaken und Geraden durch. Nach sechs Runden lag er schließlich deutlich auf den Wertungszetteln der Punktrichter mit 60:54, 60:55 und 59:55 vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Wawrzyk (einstimmig) nach Punkten

2. Kampf: Olegs Fedotovs (Lettland) vs. Yves Studer (Schweiz)

Der Schweizer Yves Studer zeigte sich am Samstagabend von seiner besten Seite. Gegen den Letten Olegs Fedotovs übernahm der Mittelgewichtler aus Bern schnell die Kontrolle. Besonders gefährlich war der 25-Jährige gegen den etwas größeren Kontrahenten mit seinen rechten Schwingern und Haken. Zwar verbuchte Fedotovs zunächst noch mit einem Konter eine gute Gegenaktion für sich, doch nur wenig später fand sich der 23-Jährige nach einem Treffer des Konkurrenten im Ringstaub wieder. Studer setzte geduldig nach und sorgte weiter mit seiner Schlaghand für Gefahr. Mit einem rechten Aufwärtshaken schickte er den Gegner am Ende der ersten Runde erneut zu Boden. Der Lette schien den Kampf fortführen zu wollen, aber Ringrichter Jörg Mangott zählte den angeschlagen wirkenden Mittelgewichtler nach dieser Situation aus.

Offizielles Urteil: Sieger Studer durch K.o. in der ersten Runde

3. Kampf: Douglas Esbenshade (USA) vs. Dominik Britsch (Deutschland)

Galavorstellung vom erst 20-jährigen Dominik Britsch: Nachdem der Mittelgewichtler aus Neckarsulm in der ersten Runde geduldig die Stärken und Schwächen seines amerikanischen Kontrahenten ausgelotet hatte, schlug er im zweiten Durchgang gnadenlos zu. Nach einer rechten Geraden von Britsch zur Schläfe ging Esbenshade zu Boden. Wenig später musste der 37-Jährige nach einer weiteren Rechten des Deutschen erneut in den Ringstaub. Der Amerikaner erhob sich wieder. Doch Dominik Britsch setzte nach und kam erneut mit seiner Schlaghand zu einem Niederschlag, so dass Ringrichter Fabian Guggenheim das Aufeinandertreffen abbrach. Damit war der Fight nach zwei Minuten und fünf Sekunden der zweiten Runde zu Gunsten des Schützlings von Trainer Ulli Wegner entschieden.

Offizielles Urteil: Sieger Britsch durch technischen K.o. in der zweiten Runde

5. Kampf: Robert Norton (Großbritannien) vs. Enad Licina (Deutschland)

Mit dem zuvor in 33 Profikämpfen 29-mal siegreichen Robert Norton bekam Enad Licina einen schweren Prüfstein vor die Fäuste. Und das Duell hielt, was es versprach. Nach ausgeglichenem Beginn sicherte sich der von Manfred Wolke trainierte Cruisergewichtler im zweiten Durchgang mit gefährlichen rechten Haken und Geraden zum Kopf des Gegners Vorteile. Doch der in der Rechtsauslage agierende Norton bewies Nehmerqualitäten und sorgte gleichzeitig mit seiner Linken selbst für gute Aktionen. Der 28-jährige Licina überzeugte mit einer sicheren Deckung und glänzte durch Explosivität. Trotz der gefährlichen linken Schwinger durch den Briten, verstand es der Wolke-Schützling, mit seinen rechten Händen die besseren Aktionen für sich zu verbuchen. In der sechsten Runde zuckte Licina nach einem linken Haken auf die Leber kurz zusammen. Doch danach drängte er seinen 35-jährigen Kontrahenten erneut mit schnellen Angriffen in die Ringecken und an die Seile zurück. Im achten Durchgang geriet Enad Licina nach einer Linken des Konkurrenten noch einmal kurz unter Druck. In der Folge brachte der in Frankfurt (Oder) trainierende Cruisergewichtler seinen klaren Vorsprung souverän über die Zeit und lag am Ende mit 78:74, 78:74 und 79:75 vorne.

Offizielles Urteil: Sieger Licina (einstimmig) nach Punkten

6. Kampf: Richard Raskievic (Polen) vs. Nikola Vujasinovic (Schweiz)

Gelungenes Profidebüt für den Schweizer Nikola Vujasinovic! Gegen den Polen Richard Raskievic versuchte der Luzerner, von der ersten Sekunde an mit der Führhand Druck auszuüben. Seine Linke sorgte bereits in der Auftaktrunde für eine blutige Nase beim Gegner. Im zweiten Durchgang fanden dann auch die rechten Geraden des 27-jährigen Schwergewichtlers das gewünschte Ziel. Doch auch Raskievic verbuchte mit einem linken Aufwärtshaken zum Kinn eine gute Aktion für sich. In der Folge war es allerdings wieder Vujasinovic, der das Geschehen im Ring mit seiner Führhand und gelegentlichen rechten Händen bestimmte. Auch in der vierten Runde ließ der Schweizer nichts mehr anbrennen. Im Gegenteil - mit einer harten Rechten brachte er seinen Widersacher kräftig ins Wanken. Doch der 33-jährige Pole hielt dem Druck bis zum Ende stand, so dass Nikola Vujasinovic schließlich aus den Wertungen aller drei Punktrichter mit 40:36 als Sieger hervorging.
Offizielles Urteil: Sieger Vujasinovic (einstimmig) nach Punkten

7. Kampf: Danny Williams (Großbritannien) vs. Oleg Platov (Ukraine)


Zu einer echten Ringschlacht entwickelte sich der mit Spannung erwartete Fight zwischen dem früheren Mike Tyson-Bezwinger Danny Williams und dem Ukrainer Oleg Platov. Im Kampf um die IBF-Intercontinental Meisterschaft legte Platov dabei los, als würde er den Fight bereits in der ersten Runde zu seinen Gunsten entscheiden wollen. Der in Belgien lebende Schwergewichtler bombardierte Williams regelrecht mit schnellen und harten linken Haken. Doch dann rüttelte der Brite seinen 24-jährigen Gegner selbst mit einem linken Aufwärtshaken zum Kinn kräftig durch, so dass dieser Mühe hatte, sich auf den Beinen zu halten. Im zweiten Durchgang legte sich Platov mit seinen linken Haken zum Körper des Gegners erneut ins Zeug. Doch er kassierte, nachdem beide Konkurrenten unabsichtlich mit den Köpfen zusammengestoßen waren, einen tiefen Cut über dem linken Auge. Der 34-jährige Williams erkannte sofort seine Chance und ging in die Offensive. Da die Sicht von Oleg Platov durch die stark blutende Verletzung stark eingeschränkt war, ließ sich der in Brüssel lebende Schwergewichtler anzählen. Damit gewann er Zeit und rettete sich in die Rundenpause. In der Folge versuchte der "Brixton Bomber" Danny Williams, die Entscheidung herbeizuführen. Platov stand unter Druck, denn der blutende Cut bereitete ihm weiter beträchtliche Sichtprobleme. In der vierten Runde brach der Ringrichter Earl Brown den Kampf nach zwei Minuten und 15 Sekunden ab, da die blutende Verletzung bei Oleg Platov keine Fortsetzung des Fights zuließ. Da der Cut durch einen Kopfstoß des Gegners entstanden war, endete das Aufeinandertreffen entsprechend des IBF-Regelwerks ohne Wertung.

Offizielles Urteil: ohne Wertung