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Mittwoch, 2008-03-05

Nürnberg - der Bericht

Die Kämpfe am Samstagabend im Überblick

Packende Fights in der Arena Nürnberger Versicherung! Doch auch neben den Erfolgen von Nikolai Valuev und Alexander Frenkel hatte die Boxgala zahlreiche Highlights zu bieten. Insgesamt standen am Samstag acht Kampfpaarungen auf dem Programm.
1. Kampf: Andrey Zaitsev (Russland) vs. Lukasz Janik (Polen)

Auch im achten Kampf seiner Profilaufbahn fuhr Lukasz Janik einen Sieg ein. Nachdem Andrey Zaitsev zu Beginn versuchte, die Offensive zu ergreifen, drängte der Pole seinen Gegner mit harten Führhänden und ersten rechten Geraden zurück. In der zweiten Runde erkämpften sich beide Kontrahenten gute Aktionen, bis Janik seinen Gegner mit einer Rechten zum Kopf kräftig durchrüttelte. Später kam dann aber auch sein 35-jähriger Gegner mit einer genauen Führhand durch. In der Folge war es allerdings wieder der polnische Cruisergewichtler, der dominierte. Im vierten Durchgang lieferten sich beide Konkurrenten zeitweise einen offenen Schlagabtausch. Zwar wirkte der 22-jährige Janik dabei aggressiver, doch Zaitsev konterte geschickt und hielt das Geschehen im Ring weiter offen. In der Schlussrunde übte der Russe noch einmal Druck aus. Zu entscheidenden Treffern kam er hierbei aber nicht. Somit lag Lukasz Janik am Ende auf den Wertungszetteln der Punktrichter vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Janik (einstimmig) nach Punkten

2. Kampf: Kali Meehan (Australien) vs. Jeremy Bates (USA)

Gegen den an Reichweite deutlich unterlegenen Jeremy Bates hatte der Australier Kali Meehan in der Anfangsphase einige Mühe. Der Amerikaner drängte den WBA-Weltranglistenvierten aus "Down Unter" zweimal an die Ringseile zurück und brachte hierbei seine Hände ins Ziel. Doch schon im Laufe des ersten Durchgangs kam Meehan auf und spielte seine Größenvorteile aus. Dabei punktete der 37-Jährige mehrfach mit linken Haken zum Kopf und auf den Körper. Die rechte Schlaghand kam in dem auf zehn Runden angesetzten Fight zunächst nur selten durch. Nach einem Treffer seines Gegners begann Bates im zweiten Durchgang aus der Nase zu bluten. Danach hatte er offensichtlich Probleme, den Angriffen des Australiers Stand zu halten. In der dritten Runde setzte Meehan seinem 34-jährigen Konkurrenten mit rechten Aufwärtshaken zu. Insgesamt wirkten seine Aktionen jetzt flüssiger. Schließlich setzte er zu einem wahren Schlaghagel an und traf Bates an den Seilen mit einer Rechten schwer, so dass Ringrichter Ingo Barrabas eingriff und den Kampf nach einer Minute und 26 Sekunden folgerichtig abbrach.
Offizielles Urteil: Sieger Meehan durch technischen K.o. in der dritten Runde

3. Kampf: Donnell Wiggins (USA) vs. Francesco Pianeta (Deutschland)

Francesco Pianeta ist neuer WBC-Junioren-Weltmeister im Schwergewicht. Gegen Donnell Wiggins brauchte der 23-Jährige jedoch ein wenig Zeit, um in den auf zehn Runden angesetzten Kampf zu finden. Mit Haken zum Körper übte zunächst sein Kontrahent Druck aus. Im Laufe des ersten Durchgangs nahm der in Gelsenkirchen aufgewachsene Rechtsausleger immer mehr die Ringmitte für sich ein. Trotzdem gelang es Wiggins, den Schützling von Trainer Ulli Wegner mit einer harten Rechten zum Kopf auszukontern. In der zweiten Runde änderte sich das Bild zunächst nur wenig, doch dann schien Pianeta seine Nervosität durch erste harte Treffer an den Ringseilen immer mehr abzulegen. Im dritten Durchgang kam er mit einer Linken hart zur Schläfe des Gegners durch. Daraufhin ging der Amerikaner zu Boden. Ringrichter Daniel van de Wiele zählte ihn an und schließlich nach zwei Minuten und vier Sekunden aus. Damit war der K.o.-Sieg für Francesco Pianeta perfekt. "Am Anfang haben wir uns nur ein bisschen abgetastet. In der dritten Runde war der Gegner nicht mehr so spritzig, da habe ich kurzen Prozess gemacht", freute sich Schwergewichtler Pianeta nach dem Gewinn des zuvor vakanten Junioren-Gürtels.
Offizielles Urteil: Sieger Pianeta durch K.o. in der dritten Runde

4. Kampf: Choukri Yentour (Frankreich) vs. Alexander Abraham (Deutschl.)

Von der Papierform her hatte Alexander Abraham am Samstagabend keinen leichten Kampf vor sich. Doch der 26-jährige Halb-Mittelgewichtler meisterte die Aufgabe mit Bravur. Zunächst agierte er noch recht passiv. Dadurch wirkte sein Kontrahent Choukri Yentour in den ersten Sekunden aggressiver. Noch im ersten Durchgang bekam Abraham das Geschehen allerdings besser in den Griff. Er punktete dabei häufig mit linken Haken zum Kopf des Franzosen. Am Ende der Auftaktrunde glänzte der Bruder von IBF-Mittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham mit einem rechten Aufwärtshaken zum Kinn des Gegners. Im zweiten Durchgang erwischte Abraham einen guten Auftakt, kassierte aber auch einige linke Kopfhaken. Doch dann holte der Schützling von Trainer Ulli Wegner einige seiner harten rechten Körperhaken raus und sorgte für große Gefahr. In der vierten Runde verbuchte er mit einer Serie aus schnellen linken und rechten Haken erneut die besseren Aktionen für sich. Das gleiche Bild ergab sich in Durchgang fünf. Doch in der sechsten Runde zog der Gegner aus Frankreich das Tempo an und kam in der roten Ecke mit einer Rechten zum Kopf durch. Der 29-jährige Yentour marschierte in dieser Phase permanent nach vorne, wirkte jedoch nicht sehr effektiv. In den letzten drei Minuten des Aufeinandertreffens brachte Alexander Abraham seinen Punktvorsprung mit schnellen Schlagkombinationen recht mühelos über die Zeit. Am Ende lag er somit deutlich nach Punkten vorne.
Offizielles Urteil: Sieger Abraham (einstimmig) nach Punkten

5. Kampf: Sergey Kharchenko (Russland) vs. Karo Murat (Deutschland)

Der Kampf um die zuvor vakante EE-EU-Meisterschaft im Super-Mittelgewicht entwickelte sich für Karo Murat zu der erwartet schweren Aufgabe. Gegen den variabel agierenden Sergey Kharchenko, der in der Vergangenheit schon einigen namhaften Kontrahenten Probleme bereitet hatte, übernahm der Schützling von Trainer Ulli Wegner mit ersten linken Kopf- und Körperhaken die Initiative. Auch mit der Rechten kam der 24-Jährige zum Kinn des Gegners durch, so dass die Anfangsphase deutlich an den in Kitzingen aufgewachsenen Super-Mittelgewichtler ging. Am Ende der zweiten Runde verbuchte Murat mit einer Schlagkombination in der neutralen Ecke eine gute Aktion für sich. Auch in der dritten Runde punktete er mit seinen rechten Händen zum Kopf des Gegners. Doch der 26-jährige Kharchenko hielt mit wütenden Angriffen dagegen. Im vierten Durchgang wirkte der Russe aktiver, eine Rechte von ihm zum Kopf von Karo Murat sorgte für Gefahr. Doch der revanchierte sich, kam ebenfalls hart mit der Rechten durch. Auch in der Folge schenkten sich beide Kontrahenten nichts. Karo Murat agierte zwar deutlich effektiver und schien überlegen, doch er wies auch Deckungslücken auf, die sein Kontrahent zu Treffern mit der Linken und Rechten nutzte. In der zehnten Runde drängte Murat entschieden auf ein vorzeitiges Ende. Er traf seinen Gegner mit mehreren rechten Händen und einem linken Seithaken schwer, so dass der Ringrichter Jean-Francois Toupin den Kampf nach einer Minute und 20 Sekunden stoppte.
Offizielles Urteil: Sieger Murat durch technischen K.o. in der zehnten Runde

6. Kampf: Jozsef Meszaros (Ungarn) vs. Koko Murat (Deutschland)

Zum ersten Mal vor einem so großen Publikum - 5.000 Zuschauer - stieg Halb-Mittelgewichtler Koko Murat in den Ring. Im vierten Profifight stand ihm dabei Jozsef Meszaros gegenüber. Doch da Murat von der ersten Sekunde an sehr aggressiv zu Werke ging, stand der 27-Jährige von Beginn an unter Druck. Mit einem linken Körperhaken verbuchte der Schützling von Trainer Ulli Wegner nach nur wenigen Sekunden den ersten Niederschlag für sich. Der Ungar wirkte auch nach dem Anzählen noch ein wenig angeschlagen. Koko Murat setzte nach und schickte seinen Gegner noch einmal mit einer Linken zum Körper zu Boden. Nachdem sich Meszaros wieder erhoben hatte, gab Referee Ingo Barrabas das Aufeinandertreffen noch einmal frei. Doch der 25-jährige Murat ließ mit schnellen Schlagfolgen kaum Zeit vergehen, bis sich sein Gegner zum dritten Mal im Ringstaub wieder fand. Der Ringrichter brach den Kampf nach dem dritten Niederschlag nach nur einer Minute und neun Sekunden ab und erklärte Koko Murat zum Sieger. Es war der vierte Erfolg im vierten Kampf als Berufsboxer für den in Kitzingen aufgewachsenen Halb-Mittelgewichtler.
Offizielles Urteil: Sieger Murat durch technischen K.o. in der ersten Runde
Fotos:SE