Deutsch English
23.03.2017
Top-Thema

Zeuge bleibt bescheiden

WBA-Weltmeister ist mit dem zufrieden, was er hat - auch nach WM-Sieg!

Zeuge im Interview

Mit Trainingseifer und Lockerheit soll in Potsdam Sieg über Ekpo her!

Top-Video
Video ansehen

 

 

NEWS
Donnerstag, 2008-03-20

Hernandez vs. Azzaoui

Zweiter Hauptkampf im Ersten - es geht um zwei Titel

Großartige Nachrichten für die Boxsportfans in Bielefeld! Neben dem Kampf um die IBF-Weltmeisterschaft zwischen Steve Cunningham und Marco Huck dürfen sich die Zuschauer am 29. Dezember in der Seidensticker Halle noch auf einen weiteren sportlichen Leckerbissen im Cruisergewicht freuen. Der WBA-Fedelation Champion Yoan Pablo Hernandez will sich dabei gegen den Algerier Mohamed Azzaoui auch noch die WBC-Latino Meisterschaft sichern.

Yoan Pablo Hernandez will in Bielefeld den 14. Sieg als Profi
Hernandez gab im September 2005 sein Profidebüt. Zuvor war er bereits Weltmeister der Junioren und Olympiateilnehmer. Doch im April 2005 fand die Boxkarriere in der legendären Nationalstaffel Kubas ein jähes Ende - nach dem Finale des 33. Chemiepokals in Halle an der Saale packte der damalige Amateurboxer seine Koffer und nutzte in Deutschland die Chance zur Flucht. Als Profiboxer erkämpfte er sich bereits 13 Erfolge. In Bielefeld soll jetzt der nächste Sieg folgen.
Doch Yoan Pablo Hernandez bekommt dabei einen äußert stark einzuschätzenden Kontrahenten vor die Fäuste. Denn der in Neuseeland lebende Mohamed Azzaoui kassierte in 25 Profikämpfen nur eine Niederlage: Kurzfristig für Ezra Sellers engagiert unterlag der 32-Jährige in seinem letzten Fight im Millennium Stadium in Cardiff dem ungeschlagenen WBO-Weltmeister Enzo Maccarinelli aus Wales durch technischen K.o. in der vierten Runde.

Yoan Pablo Hernandez trifft auf den Algerier Mohamed Azzaoui
Wenn sich der Algerier nicht wieder ganz weit hinten in den Ranglisten anstellen will, darf er sich in Bielefeld keine Blöße geben - muss gewinnen. Das weiß auch Hernandez. Der Rechtsausleger nimmt die anstehende Aufgabe deshalb äußerst ernst. "Mitte November bin ich wieder ins Training eingestiegen. Im Max-Schmeling-Gym in Berlin und in Kienbaum habe ich mich sehr hart vorbereitet. Außerdem habe ich mir Azzaoui auf Video angeschaut", berichtet er.
Dass es am 29. Dezember gleich um zwei Titel geht und der Kampf noch dazu neben der IBF-WM mit Marco Huck im Ersten zu sehen sein wird, ist für den Schützling von Trainer Ulli Wegner Motivation pur. "Nachdem ich Anfang des Jahres mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte und am Ohr operiert wurde, ist alles sehr gut gelaufen. Der Anreiz, jetzt auch noch die WBC-Latino Meisterschaft zu gewinnen, ist riesig. Ich freue mich auf diesen Fight", sagt Hernandez.

Im August erkämpfte Hernandez den WBA-Fedelatin Titel (Fotos: SE)
Der Cruisergewichtler hat sein Leben in den letzten Monaten neu geordnet. "Ich habe mir in Berlin eine eigene Wohnung gesucht. Ich bin jemand, der nach dem Training Ruhe braucht und sich entspannen muss. Mir hat das sehr viel Kraft gegeben", berichtet er. Auch die Trennung von der Familie in Kuba hatte Spuren hinterlassen. "Doch mittlerweile lebt mein Bruder Yoel Romero in Deutschland, so dass wieder familiärer Anschluss besteht", freut sich Hernandez.
So ist aus dem zu Jahresbeginn manchmal müde wirkenden Cruisergewichtler unter der Regie seines Coaches Ulli Wegner der Box-Virtuose von der Zuckerrohrinsel geworden, der seinen Gegnern im Ring gewaltig das Fürchten lehrt. Durch seine Siege schob sich Hernandez inzwischen auf Position acht der WBA-Weltrangliste vor. "Ich boxe jetzt viel temporeicher, habe aber trotzdem mehr Ordnung in meinen Aktionen", sagt er und kündigt an: "Zukünftig will ich ganz nach oben!"