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Freitag, 2008-12-26

Zürich – der große Bericht

Insgesamt sieben Kämpfe im Züricher Hallenstadion

Großartige Atmosphäre bei der Boxgala in Zürich: 12.500 Zuschauer sahen am Samstagabend in der Schweiz die Titelverteidigung von WBA-Schwergewichts-Champion Nikolai Valuev gegen Evander Holyfield. Grund zur Freude gab es auch bei Francesco Pianeta. Der EU-Champion setzte sich gegen Johann Duhaupas einstimmig nach Punkten durch. Insgesamt standen sieben Kampfpaarungen im Züricher Hallenstadion auf dem Programm…
1. Kampf: Lyle McDowell (USA) vs. Bermane Stiverne (Kanada)

Bermane Stiverne galt schon vor dem auf acht Runden angesetzten Fight gegen den Rechtsausleger Lyle McDowell (39) als klarer Favorit. Und der Kanadier benötigte auch nicht all zu lange, um dieser Rolle gerecht zu werden. Der 30-jährige Schwergewichtler war zwar an Reichweite und Gewicht unterlegen, doch mit beweglichem Oberkörper agierend versuchte er, die richtige Distanz zu seinem Gegner aus den USA aufzubauen und erste Führhände ins Ziel zu bringen. Bereits Ende der ersten Runde war es dann so weit: Die rechte Schlaghand ging zum Kinn des Gegners, so dass dieser zu Boden musste und erst einmal nicht wieder aufstand. Ringrichter Ingo Barrabas brach den Fight daraufhin ab. Nachdem sich McDowell wieder vom Ringboden erhoben hatte, wurde das offizielle Urteil verkündet: Sieger durch K.o. nach zwei Minuten und 43 Sekunden Berman Stiverne.
Offizielles Urteil: Sieger Stiverne durch K.o. in der ersten Runde

2. Kampf: Paolo Ferrara (Italien) vs. Jimmy Kapanov (Russland)

Seine Rückkehr aus dem Schwer- ins Cruisergewicht hatte sich der Italiener Paolo Ferrara sicherlich anders vorgestellt. Denn gegen den 24-jährigen Jimmy Kapanov sah er sich zunächst der starken Führhand des Gegners ausgesetzt. Kapanov wirkte bei seinen Schlagkombinationen schneller und gefährlicher. Doch der Italiener zeigte in dem auf acht Durchgänge angesetzten Fight ein großes Kämpferherz und versuchte, mit linken Aufwärts- und Seithaken dagegen zu halten. Deshalb verlief das Aufeinandertreffen ab der dritten Runde etwas ausgeglichener. Ferrara wirkte offensiver und agierte mit der höheren Schlagfrequenz. Im fünften Durchgang erhöhte Kapanov allerdings wieder das Tempo und war mit seinen linken und rechten Aufwärtshaken gefährlicher. Auch in der Folge wurde das Ringgefecht von beiden Seiten verbissen geführt. Ferrara fehlte allerdings in seinen Aktionen die Genauigkeit. Am Ende des siebten Durchgangs kassierte Jimmy Kapanov eine harte Linke zum Kopf, so dass der Kampf bis zum Ende spannend blieb. Doch obwohl der 38-jährige Ferrara noch einmal großen Druck ausübte, geriet der Punktsieg (77:75, 78:76 und 78:74) seines Widersachers nicht mehr sonderlich in Gefahr.
Offizielles Urteil: Sieger Kapanov (einstimmig) nach Punkten

3. Kampf: Eileen Olszewski (USA) vs. Nadia Raoui (Deutschland)

Im Kampf um die WIBA-Weltmeisterschaft im Fliegengewicht ging die Herausforderin Nadio Raoui trotz deutlicher Reichweitennachteile von Beginn an sehr aggressiv zu Werke. Die Deutsche ließ die Titelverteidigerin aus den Staaten kaum zur Entfaltung kommen, attackierte sie immer wieder mit der linken Führhand. Auch im zweiten Durchgang wirkte Raoui aktiver, doch sie musste sich vor den linken Kopfhaken ihrer Kontrahentin in Acht nehmen. In der dritten Runde brachte die 23-jährige Kämpferin aus Herne deutlich klarere Treffer ins Ziel. Auch danach zeigte sie die höhere Schlagfrequenz und Aggressivität. Ende des fünften Durchgangs lieferten sich die Kontrahentinnen plötzlich einen offenen Schlagabtausch, bei dem beide Rivalinnen ihre Hände ins Ziel brachten. Ab dem sechsten Durchgang war es erneut Nadia Raoui, die häufiger punktete. Zwar konnte sie Olszewski nicht eklatant in Bedrängnis bringen, dafür ließ sie selbst aber auch nur wenige Aktionen der Gegnerin zu. Auch in der Schlussphase gingen beide Widersacherinnen noch einmal ein hohes Tempo und krönten das Kampfende mit einem weiteren, offenen Schlagabtausch. Am Sieg für Raoui gab es eigentlich keine Zweifel - doch die Punktrichter sahen es anders und werteten den Fight als Unentschieden (96:95 für Olszewski, 96:96 und 98:92 für Raoui). Damit blieb Eileen Olszewski Weltmeisterin.
Offizielles Urteil: Unentschieden

4. Kampf: Jason Gavern (USA) vs. Oleg Platov (Ukraine)

Zwar agierte Oleg Platov im Kampf gegen Jason Gavern gleich sehr druckvoll, doch der Amerikaner hatte sich offenbar hervorragend auf seinen Kontrahenten eingestellt. Oft tauchte er mit seinem Kopf unter die Hände seines Kontrahenten hinweg, so dass dieser auch ein paar Luftlöcher schlug. Doch alle Treffer konnte der 31-jährige US-Schwergewichtler bei weitem nicht vermeiden und so kassierte er einige harte linke und rechte Haken des Ukrainers. Im zweiten Durchgang unterband Gavern die schnellen Aktionen seines Gegners häufig durch Halten und Klammern. Doch er versuchte auch selbst, mit rechten Geraden zu Treffern zu kommen. In der dritten Runde drehte der Amerikaner weiter auf. Mit einem rechten Aufwärtshaken kam er zu einer guten Aktion, geriet dann aber an den Seilen nach harten Treffern von Oleg Platov unter Druck. Im vierten Durchgang erkämpfte sich der 25-Jährige, der in seiner Profilaufbahn schon Henry Akinwande bezwungen hatte, mit variablen linken Händen Vorteile. Ab der fünften Runde erhöhte Gavern zunächst wieder den Druck, musste dann aber harte Treffer durch die Linke seines Kontrahenten hinnehmen. Im sechsten Durchgang schickte der Ukrainer seinen Gegner mit einer Linken an den Kopf zu Boden. Gavern meldete sich sofort danach mit einer rechten Geraden zurück, doch der Amerikaner geriet wenig später an den Seilen erneut unter Druck. In der Schlussphase sah sich der Amerikaner nochmals in die Defensive gedrängt, so dass er das Blatt nicht mehr wenden konnte und mit 72:80, 72:79 und 72:79 auf den Wertungszetteln der Punktrichter hinten lag.
Offizielles Urteil: Sieger Platov (einstimmig) nach Punkten

6. Kampf: Roberto Cocco (Italien) vs. Mads Larsen (Dänemark)

Der Däne Mads Larsen konnte gegen Roberto Cocco seine Knockouter-Qualitäten unter Beweis stellen und entschied den Fight in der siebten Runde für sich. Der frühere Europameister nahm schon zu Beginn des Kampfes die Ringmitte für sich ein und bestimmte das Geschehen mit der rechten Führhand. Gegen den an Reichweite unterlegenen Kontrahenten gelangen dem Rechtsausleger im ersten Durchgang allerdings nur wenige harte Treffer. Ab der zweiten Runde forcierte der Däne das Tempo. Auch an Schlaggeschwindigkeit und -härte legte der 35-Jährige zu. In Durchgang vier brachte Larsen seinen Gegner mehrfach an den Seilen in Bedrängnis, doch der Italiener zeigte in dieser Phase Nehmerqualitäten. In der fünften Runde traf der Schützling von Trainer Ulli Wegner mit seinen rechten Kopfhaken und variablen linken Händen. Und auch in der Folgezeit mühte sich Larsen redlich, den Italiener unter Druck zu setzen. Doch Cocco agierte in der Defensive sehr geschickt und vermied es, harte Treffer zu kassieren. Erst in der siebten Runde gelang es Larsen, den Italiener mit einem linken Aufwärtshaken, gefolgt von einer Rechten und einem linken Haken zum Kopf, schwer zu treffen, so dass die Ecke des Kontrahenten ihren Kämpfer schützen wollte und durch das Werfen des Handtuchs nach einer Minute und 49 Sekunden die Aufgabe signalisierte.
Offizielles Urteil: Sieger Larsen durch technischen K.o. in der siebten Runde
Fotos: SE