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Freitag, 2002-09-20

Wolke: "Leistung zählt"

Trainer Manfred Wolke ist das Leistungsvermögen seiner Athleten wichtiger, als kurzfristige Erfolge

Am 28. September steht die Boxsportgala in der Stadhalle Zwickau auf dem Programm. Dort werden gleich alle drei Schützlinge von Trainer Manfred Wolke im Ring zu sehen sein. Der 27-jährige Danilo Häußler verteidigt seinen Titel als Europameister im Super-Mittelgewicht gegen den Spanier Juan Nelongo Pérez, der Schwergewichtler Timo Hoffmann aus Eisleben tritt in den Ring, um zum zweiten Mal seinen Titel als IBF-Int.-Intercontinental Meister zu verteidigen und der ungeschlagene Kai Kurzawa trifft im Halbschwergewicht auf den Südafrikaner Meebisi Dulaze. Vor der Boxsportgala beantwortete der Coach der drei Boxer am 17. September im boxen.com-Expertenchat die Fragen der Boxsportinteressierten:
Manfred Wolke:
Hallo und guten Abend zusammen.
Prince:
Hallo Herr Wolke!
Marlen:
Hallo zusammen.
Boxteam:
Guten Abend.
grosse schmerzen:
Moin moin.
sunshine:
Hallo Herr Wolke
HK:
Hallo Hr. Wolke
Mandy:
Hallo Guten Abend
Manfred Wolke:
Entschuldigung, ich bin ein bisschen spät dran, das Fernsehen hat mich aufgehalten.
sunshine:
Macht doch nichts.
Der blonde Hans:
Hallo Herr Wolke, ich habe gehört, über Sie wurde ein Buch veröffentlicht. Wie heißt es und wo ist es erhältlich?
Manfred Wolke:
Das Buch heißt "Der Boxermacher" und ist eigentlich in jeder Buchhandlung zu bekommen.
Iron Mike:
Danilo boxt am 28. gegen den Spanier Jelongo Pérez. Welche Stärken haben Sie beim Spanier ausgemacht?
Manfred Wolke:
Der Spanier kommt aus dem Halbschwergewicht und ist physisch sehr stark. Konditionell wird er uns eine Menge abverlangen. Wir werden einen attraktiven und spannenden Kampf sehen.
Benny:
Wenn Danilo am 28. September gewinnt, wie geht es dann weiter?

Manfred Wolke:
Das muss man sehen. Manager Wilfried Sauerland bemüht sich um einen WM-Kampf, aber man muss das abwarten. Byron Mitchell könnte ein Gegner sein.
Prince:
Was hat Sie zum Boxsport geführt?
Manfred Wolke:
Das ist eine wirklich lange Geschichte. Ich war früher intensiver Fußballer und bin erst mit 17 Jahren zum Boxen bekommen. Ich habe mich aber sofort im Boxsport sehr wohl gefühlt. Das war sicherlich auch der Verdienst von meinem Trainer. Der Kampf Mann gegen Mann war meine Welt, und das habe ich in der Sportart wieder gefunden. Außerdem war der Spaß am Training sehr wichtig für mich.
grosse schmerzen:
Was verdient man den so als Spitzentrainer im Jahr?
Manfred Wolke:
Ach ja, wie soll ich sagen? Ich verdiene jetzt besser als zu DDR-Zeiten und mir geht es sehr gut.
Prince:
Herr Wolke, Sie waren früher selbst aktiver Boxer. Waren Sie in Ihrer aktiven Zeit sehr erfolgreich?
Manfred Wolke:
Ich war Olympiasieger, ich glaube, da kann man von erfolgreich sprechen.
Der blonde Hans:
Gibt es Dinge, die Sie mit Danilo ganz speziell vor diesem Kampf trainieren?
Manfred Wolke:
Man schaut sich den Gegner an und dann werden natürlich schon gewisse Dinge speziell trainiert. Das sind taktische Verhaltensweisen und spezielle Techniken. Das ist natürlich auch dieses Mal so.
Knolle:
Hallo.
Marlen:
Bevor Sie damals mit Henry Maske trainiert haben, hätten Sie sich da jemals träumen lassen, dass Sie so einen Erfolg als Trainer haben werden?
Manfred Wolke:
Ich kam als erfolgreicher Sportler und Trainer im Amateurbereich ins Profilager. Ich war mir damals deshalb sicher, dass ich als Profitrainer Erfolg haben würde. Wenn die Einstellung stimmt, ist das ein großer Garant für den Erfolg.
ivonne:
Ist der Trainerberuf mehr Spaß oder mehr Stress?
Manfred Wolke:
Wir mögen alle den Spaß, es ist aber auch viel Stress. Wir trainieren ja täglich, da hat man natürlich nicht nur Freude. Aber es geht auch nicht nur darum, Spaß zu haben. Und ich muss meine Leute entsprechend fordern, damit Sie sich leistungsmäßig verbessern. Trotzdem mache ich das alles natürlich sehr gerne.
Prince:
Was hätten Sie gemacht, wenn Sie nicht Trainer geworden wären?
Manfred Wolke:
Das ist schwer zu sagen. Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen, als das, was ich jetzt mache. Es fällt mir ehrlich schwer, eine Antwort darauf zu geben.
Marlen:
Kai Kurzawa hat alle seine Kämpfe souverän gewonnen. Was erwarten Sie für seinen Kampf in Zwickau?
Manfred Wolke:
Er ist gut drauf. Seine Entwicklung ist gut und ordentlich. Ich denke aber bei einem jungen Mann wie ihm nicht nur von Kampf zu Kampf. Die Entwicklung des Boxers steht im Vordergrund. Technik, Physis, Taktik usw. - das sind die Punkte.
Mandy:
Was erwarten Sie von Timo Hoffmann im und nach dem nächsten Kampf?
Manfred Wolke:
Wenn mit Timo alles klargeht, denke ich, er kann noch viele Dinge erreichen. Erst einmal muss man aber jetzt schauen, wie er sich weiterhin entwickelt. Man muss aber auch abwarten, ob er den Kopf frei behält. Wenn er den Boxsport in den Vordergrund stellt und so aktiv weiter arbeitet, dann wird er in die Weltspitze marschieren und für Furore sorgen.
Iron Mike:
Glauben Sie wirklich, dass Timo gegen Vitali Klitschko Siegchancen hätte?
Manfred Wolke:
Eigentlich hatte er Timo einem Rückkampf versprochen. Und ich möchte die Gelegenheit gerne noch einmal nutzen, um das zu sagen: Wir wollen einen Rückkampf! Ich fordere Vitali Klitschko zu dem Kampf gegen Timo auf! Unsere Haltung sagt vieles darüber aus, denke ich, welche Chancen wir uns ausrechnen.
ivonne:
Haben Sie heute noch viel Kontakt zu Henry Maske?
Manfred Wolke:
Er kommt manchmal nach Frankfurt/Oder, das ist aber seltener geworden. Er hat aber heute ja auch andere Aufgaben. Aber er macht seine Sachen, soweit ich das beurteilen kann, sehr gut.
sunshine:
Ich wollte auch boxen, aber meine Eltern erlauben es nicht, was kann ich tun?
Manfred Wolke:
Das ist schwer zu sagen. Boxen ist eine sehr schöne Sportart. Boxen ist lange nicht so hart, wie viele Personen denken. Das Hauptproblem mit den Eltern ist jetzt aber für mich schwer zu beantworten.
Herr Bert:
Welcher Boxer ist für Sie der beste der Welt (zur Zeit)?
Manfred Wolke:
Da gibt es einige sehr gute Leute. Herausragend sind für mich Oscar De La Hoya, Roy Jones Jr. und natürlich Lennox Lewis. Man muss aber auch auf Wladimir Klitschko schauen. Es gibt da wirklich einige.
Fred:
Wenn Timo seinen nächsten Kampf gewinnt, wer wird dann sein nächster Gegner?
Manfred Wolke:
Das ist jetzt noch sehr schwer zu sagen. Wir erzwingen da nichts, wir warten, bis unsere Chancen kommen, und er irgendwann um die EM boxen kann. Wir haben es nicht eilig. Aber wir wollen irgendwann an die Spitze!
Mandy:
Was sagen Sie zu dem Kampf von Dariusz? Hätte er nicht abgebrochen werden müssen? Er sah ja sehr schlimm aus im Gesicht.
Manfred Wolke:
Es gibt auch Härten im Boxsport. Er hat den Kampf nach hinten raus gewonnen. Ich würde die Entscheidung so als richtig ansehen. Es war aber für mich nicht mehr die Frische im Kampf von Dariusz, wie früher. Deshalb wurde er zu Beginn zu viel getroffen.
Der blonde Hans:
Bei Otto Rehagel im Fußball hörte man oft, dass er sehr darauf geachtet haben soll, dass auch das private Umfeld der Spieler stimmt. Versuchen Sie ebenfalls, darauf Einfluss zu nehmen?
Manfred Wolke:
Je nach dem, zu welchem Zeitpunkt. Eigentlich haben aber die Sportler bei mir sehr viel Freiraum. Sie müssen sich ja auch entwickeln. Vor den Wettkämpfen muss allerdings der Sport im Vordergrund stehen.
Der blonde Hans:
Gegen wen wollen Sie Danilo Häußler unbedingt noch mal boxen sehen?
Manfred Wolke:
Ich möchte ihn gerne schnell gegen einen Weltmeister boxen sehen. Danilo gehört zu den besten und ich hoffe, dass ein Kampf um eine WM nicht mehr fern ist.
Benny:
Gibt es im Amateurbereich Talente, die schon bald im Profibereich für Furore sorgen werden?
Manfred Wolke:
Wenn man ganz ehrlich ist, gibt es in Deutschland nicht so viele.
maisbirne:
Planen Sie noch einen neuen Boxer aufzunehmen?
Manfred Wolke:
Ja, sicher, wenn ich einen jungen Mann ins Camp bekommen würde, der meinen Vorstellungen entspricht, dann sicher. Man muss so jemand dann allerdings ein bisschen Zeit lassen, damit er sich entwickeln kann.
sunshine:
Wie lange wollen Sie eigentlich noch den Trainerberuf machen?
Manfred Wolke:
So lange es mir Spaß und Freude macht, werde ich weiterarbeiten.
Herr Bert:
Herr Wolke, sind Sie eigentlich ein harter Trainer?
Manfred Wolke:
Ich werde immer so beschrieben, aber ich glaube das eigentlich nicht.
Benny:
Erinnern Sie sich noch an die Worte Ihrer Trainer? Gibt es Dinge, die Sie heute noch davon nutzen?
Manfred Wolke:
Es war eine völlig andere Zeit. Man kann das nicht mehr vergleichen. Aber ich erwische mich manchmal, dass ich so reagiere, wie mein Trainer früher.
Mandy:
Wieviel Stunden trainieren sie täglich mit Ihren Schützlingen ?
Manfred Wolke:
4 bis 5 Stunden täglich, manchmal auch 6 bis 7 Stunden.
ivonne:
Was halten Sie vom Universumtrainer Fritz Sdunek?
Manfred Wolke:
Den kenne ich schon seit vielen Jahren. Er war zu Amateurzeiten schon ein guter Trainer und hat seinen Weg bei den Profis gemacht. Darüber freue ich mich.
HK:
Ihre drei Jungs sind, seit sie bei Ihnen trainieren, ungeschlagen. Bei allem Stolz, ist die Sorge nicht da, dass die Serie reißt?
Manfred Wolke:
Sport besteht aus Siegen und Niederlagen. Es wird sicher den Tag geben, an dem es eine Niederlage gibt. Wir versuchen diesen Zeitpunkt aber so weit wie möglich nach hinten zu schieben.
Herr Bert:
Glauben Sie, dass es bald einen Kampf von Lennox Lewis gegen Wladimir Klitschko geben wird?
Manfred Wolke:
Ich denke, irgendwann wird man dem Kampf nicht mehr ausweichen können. Lennox Lewis ist nicht mehr der jüngste Boxer und beim Geldverdienen werden alle irgendwann nachdenklich.
Boxteam:
Achtet ein Trainer auch auf die Ernährung der Sportler?
Manfred Wolke:
Wenn man mit den Sportlern so eng zusammenlebt, wie ein Boxtrainer, dann ernähren sich die Sportler entsprechend. Das weiß der Sportler aber von alleine, so dass der Trainer da meistens nicht so sehr gefragt ist.
Boxteam:
Kai Kurzawa hat sehr viel Talent. Was denken Sie, wird er bald schon um nationale Meisterschaften boxen?
Manfred Wolke:
Titel bringen manchmal nicht so viel. Wichtig ist, dass wir die Leistungsfähigkeit verbessern. Die Leistung ist das, was zählt. Titel sind nicht so wichtig im ersten Moment. Für mich zählt viel mehr die Perspektive.
Manfred Wolke:
So, bitte stellt die letzte Frage.
Mandy:
Haben Sie noch Hobbys oder leben Sie nur für das Boxen ?
Manfred Wolke:
Ich habe eine Familie und ich lebe sehr intensiv. Mein Ausgleich, den ich brauche, das ist meine Familie. Und sie sorgt auch für den Ausgleich, den ich so brauche.
Manfred Wolke:
Auf Wiedersehen zusammen, meine Frau wartet jetzt!
frisby:
Danke!
Mandy:
Schade, schon vorbei, die Zeit ist viel zu schnell um.
Herr Bert:
Tschüssi.
Prince:
Bye, bye.
Fred:
Wiedersehen.
...
Die nächsten Termine für den boxen.com-Expertenchat:
Dienstag, 24.07.02 ab 19.00 Uhr und
Dienstag, 01.10.02 ab 19.00 Uhr