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Samstag, 2008-12-13

WM-Fight für Raoui

Nadio Raoui steht vor ihrer bisher größten Bewährungsprobe

Für Nadia Raoui geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Am 20. Dezember wird die Kämpferin aus Herne nach dem WM-Gürtel im Fliegengewicht greifen. Im Züricher Hallenstadion, dort wo sich am gleichen Abend auch Nikolai Valuev und Evander Holyfield um die WBA-Schwergewichts-Weltmeisterschaft gegenüberstehen werden, fordert die 23-Jährige die Amerikanerin Eileen Olszewski um den WM-Gürtel der WIBA (Womens International Boxing Association) heraus. Für die deutsche Kämpferin ist das wie ein Traum. Denn nachdem sie bei ihrem letzten Erfolg gegen Elena Miftode noch in einer Diskothek in Wusterhusen, in der Nähe von Greifswald, bei einer recht kleinen Veranstaltung in den Ring stieg, ist der Fight in der Schweiz für sie ein riesiger Schritt ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Die 23-jährige Nadia Raoui kämpft in Zürich gegen die Amerikanerin Eileen Olszewski (40) um die WIBA-Weltmeisterschaft im Fliegengewicht
"Ich bin sehr glücklich und dankbar für diese Chance", strahlt die nur 1,55 Meter große Raoui. "Doch nervös bin ich noch nicht. Das wird aber sicherlich noch passieren. Ich schätze, dass jeder, der um eine WM kämpft oder vor großem Publikum antritt, Lampenfieber bekommt. Doch ich glaube, dass ich diesem Druck gewachsen bin. Ich werde versuchen, nicht so sehr auf die Zuschauer zu achten. Ich habe beim Kampf nur noch den Ring und die Gegnerin im Auge. Die einzige Stimme, die dann noch zu mir durchdringt, ist die meines Trainers. So habe ich das jedenfalls bei allen bisherigen Kämpfen gemacht", erzählt die in neun Profifights ungeschlagene Raoui.
Nachdem sie von ihrer großen Chance erfuhr, intensivierte die deutsche Fliegengewichtlerin ihr Training. "Seit etwa acht Wochen bereite ich mich in meinem Heimat-Gym in Herne speziell auf den WM-Kampf vor. Unterbrochen wurde die Zeit vor Ort eigentlich nur von ein paar Sparringseinheiten, die ich außerhalb bestritt. Die Vorbereitung war sehr anstrengend. Doch in den letzten Tagen vor dem Kampf stehen Regeneration und Erhaltungstraining auf dem Programm, so dass ich im Züricher Hallenstadion topfit in den Ring steigen werde", erzählt die frühere Judo-Kämpferin, die den Weg übers Thai- und Kickboxen mit 19 Jahren zum Boxsport fand.

Für das gemeinsame Foto mit dem Russischen Riesen Nikolai Valuev musste die 1,55 Meter große Nadia Raoui auf einen Stuhl steigen (Fotos: SE)
Dass der WM-Kampf in der Schweiz nicht einfach für sie wird, darauf hat sich die Herausforderin eingestellt. "Wir haben uns einige Videos von Eileen Olszewski angesehen. Sie ist eine sehr erfahrene Fighterin, die versucht, ihre Kämpfe über die Führhand aufzubauen. Findet man dazu keine Einstellung, ist man einfach chancenlos. Aber wir haben uns natürlich genau überlegt, wie wir gegen sie boxen wollen. Doch die genaue Taktik wird nicht verraten. Eine Sache kann ich aber sagen: Ich werde auf keinen Fall krampfhaft versuchen, einen K.o. zu erzwingen. Auf der anderen Seite wäre es natürlich toll, den WM-Titel mit einem vorzeitigen Sieg zu erobern", fährt Nadio Raoui fort.
Tatsache ist, dass die Fliegengewichtlerin aus dem "Herzen des Ruhrgebietes" mit einem WM-Sieg zu den bisher noch bekannteren Titelträgerinnen deutscher Profiboxställe aufschließen würde. Damit das geschieht, stellte ihr Trainer und Manager Dietmar Berg schon vor geraumer Zeit ein starkes Team für seine Kämpferin zusammen. An erster Stelle ist hier ein ganz großer Name der deutschen Sport- und Modegeschichte zu nennen: Prof. Dr. Klaus Steilmann, einst Europas größter Modemacher. Im Alleingang führte er seinen Heimat-Verein Wattenscheid 09 einst in die Fußball-Bundesliga. Grund für sein Engagement bei Raoui: Steilmann boxte früher selbst und unterstützt auch heute noch unzählige Projekte in seiner Heimat-Region.