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Samstag, 2002-09-07

WBC-WM im Super-Mittel II

Champion Eric Lucas trifft am Freitag auf Omar Sheika - der Sieger boxt gegen Markus Beyer

Am 6. September wird entschieden, gegen wen der 31 Jahre alte Markus Beyer aus dem Sauerland-Team um die WBC-Weltmeisterschaft im Super-Mittelgewicht boxen wird. Zu einer freiwilligen Titelverteidigung steigt der derzeitige Champion Eric Lucas aus Kanada gegen Omar Sheika, den neuntplatzierten der WBC-Weltrangliste aus den USA, in den Ring. Neben dem Präsidenten des Weltboxverbandes WBC Jose Sulaiman, wird auch Markus Beyer vor Ort am Ring sein, um seinen kommenden Gegner zu studieren.
Der 31-jährige Lucas holte sich im Juli des vergangenen Jahres gegen den Briten Glenn Catley den damals vakanten Titel durch einen technischen K.o.-Sieg in der siebten Runde. Catley hatte im Jahre 2000 Markus Beyer den WM-Titel abgenommen, ihn aber im darauffolgenden Kampf wieder verloren. Gegen Dingaan Thobela aus Südafrika verteidigte der Kanadier im November 2001 seinen Titel erstmals. Wiederum war es ein technischer K.o.-Sieg, dieses Mal in Runde acht. Gegen Vinny Paz aus den USA benötigte Lucas dann im März dieses Jahres die volle Distanz, um als einstimmiger Punktsieger den Ring verlassen zu können.
Insgesamt stand der Kanadier 42-mal im Profiboxring. Dabei siegte er 35-mal, 13-mal davon vorzeitig. Vier Kämpfe verlor er und er erreichte drei Unentschieden. Vor seiner Zeit als Weltmeister bestritt Lucas zwei Weltmeisterschafts-Kämpfe: Im Januar 1996 war der damalige WBC-Champion im Halbschwergewicht Fabrice Tiozzo aus Frankreich nach zwölf Runden nicht zu schlagen. Wenige Monate später rettete sich Lucas gegen den damaligen Weltmeister der IBF im Super-Mittelgewicht, den heutigen Boxsuperstar Roy Jones Junior (USA), bis in die zwölfte Runde, ehe er in dieser durch technischen K.o. die Segel streichen musste.
"Eine Klasse besser als Sheika"
Bei seiner dritten Titelverteidigung glaubt "Lucky Luke", so der Kampfname des Kanadiers daran, dass seine besten Anlagen in seiner Verteidigung und seiner Ausdauer liegen. Mit dem Kampf gegen Sheika will er Aufmerksamkeit erregen und sich Respekt verschaffen. "Er hat einen guten Namen in den Staaten. Und ich brauche einen Gegner mit einem großen Namen. Er ist ein kraftvoller Puncher, aber er ist nicht so gefährlich, wie die Leute glauben. Ich glaube, ich bin eine Klasse besser als Sheika. Er hat eine gute Reputation, und dies ist eine gute Gelegenheit zu zeigen, was ich kann", erklärte Lucas beim Pressetraining vor zwei Tagen.
Sheika sei ein starker, standhafter Gegner, den er ausboxen wolle: "Ich werde versuchen, so klar wie möglich zu gewinnen, um den Punktrichtern keinen Anlass zum Zweifel zu geben. Ich kenne seine Stärken und seine Schwächen. Ich werde nicht gegen seine Stärken angehen, aber seine Schwächen ausschöpfen", gab sich Lucas siegessicher.
Strategie: "So oft treffen, wie es geht"
Eine der Schwächen seines Gegners ist die Verletzungsanfälligkeit. Schon zweimal musste für Sheika ein Kampf zu seinen Ungunsten abgebrochen werden, da er starke Schwellungen und Cuts um die Augen hatte. Einmal gewann WBO-Champ Joe Calzaghe dadurch vorzeitig, einmal Thomas Tate, der daraufhin im Juni gegen den IBF-Weltmeister Sven Ottke antreten durfte, aber im Juni gegen den Champion aus dem Sauerland-Team deutlich nach Punkten verlor.
Die Verletzungsanfälligkeit Sheikas will Lucas allerdings nicht zwingend ausnutzen: "Wenn es passiert, passiert es, aber ich werde keinen Cut oder einen Abbruch benötigen, um zu gewinnen. Ich habe bislang keine Strategie, die darauf aufbaut, dass er bluten muss. Meine Strategie wird es sein, ihn so oft zu treffen, wie es geht", meint der WBC-Champion, der mit 1,83 Meter drei Zentimeter größer ist als sein Konkurrent.
Beyer will seinen Titel zurück
Lucas Heimatort, das schmucke Ste-Julie, liegt nur 20 Autominuten südöstlich von Montreal, Hauptstadt der kanadischen Provinz Quebec. Von dort wird er am Freitagnachmittag in Richtung Montreal zu seiner dritten Titelverteidigung starten. Im Molson Center werden ihn dann mindestens 14.000 Zuschauer frenetisch feiern und anfeuern, damit er seinen Titel behalten wird.
Wenn er seinen Titel am Freitagabend verteidigt, würde mit Markus Beyer ein ganz schwerer Brocken auf ihn warten. Denn Lucas müsste als nächstes gegen den früheren WBC-Weltmeister und die derzeitige Nummer eins des WBC aus dem Sauerland-Team bis voraussichtlich zum Ende des Jahres antreten. Und Markus Beyer will nur eines, "seinen" im Jahre 2000 an Glenn Catley verlorenen WM-Gürtel endlich wieder in Besitz nehmen.