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Montag, 2002-09-09

WBC-WM im Super-Mittel I

Wer wird der WM-Gegner für Markus Beyer?

Wenn am kommenden Freitag der WBC-Weltmeister im Super-Mittelgewicht Eric Lucas aus Kanada im Molson Center in Montreal gegen Omar Sheika aus den USA in den Ring steigt, werden die deutschen Boxfans gespannt nach Kanada blicken. Denn der Sieger des Kampfes muss voraussichtlich noch in diesem Jahr seinen Titel gegen den früheren WBC-Champion Markus Beyer aus dem Sauerland-Team verteidigen. Dieser wird sich am Ring in Montreal zusammen mit Hagen Doering, dem Nachfolger von Jean-Marcel Nartz im Sauerland-Team, seinen kommenden Gegner ganz genau ansehen.
Eine große Schwäche des Herausforderers Sheika, der 16 seiner 23 Siege vorzeitig erzielte und drei Niederlagen einstecken musste, ist seine Verletzungsanfälligkeit hinsichtlich von Schwellungen und Cuts. Sein letzter Kampf gegen Thomas Tate wurde im Oktober des vergangenen Jahres aufgrund von Schwellungen und Cutverletzungen an den Augen des 25-Jährigen in der vierten Runde abgebrochen, obwohl Sheika seinen Gegner zweimal am Boden hatte. Tate durfte im Anschluss gegen den IBF-Weltmeister Sven Ottke antreten, da der Kampf gegen Sheika von der IBF als WM-Ausscheidungskampf gewertet wurde. Tate verlor das Duell gegen Ottke im Juni dieses Jahres klar nach Punkten.
Auch Sheikas bislang einziger Welttitelkampf gegen WBO-Champ Joe Calzaghe aus Wales im August 2000 wurde in der fünften Runde als technischer K.o. gegen den Amerikaner gewertet. Auch damals waren Verletzungen an den Augen die Ursache für den Abbruch. "Ich wartete darauf, dass der Kampf als technisches Unentschieden gewertet würde, da die Schwellungen durch Kopfstöße verursacht wurden und nicht durch Treffer", ärgert sich der Amerikaner noch heute über diese Niederlage und meckert weiter: "Man kämpft gegen den Champion in seinem Heimatland, und du kämpfst gegen jeden, der irgend etwas mit der Veranstaltung zu tun hat, nicht nur gegen den Gegner im Ring..."
Dieses Mal boxt Sheika wieder im Ausland. Zwar liegt der Austragungsort mit Montreal im Nachbarland Kanada und ist nicht annähernd von seiner Heimatstadt Paterson im US-Bundesstaat New Jersey so weit entfernt wie Großbritannien, dennoch wird die große Mehrheit des Publikums für ihren 31 Jahre alten Lokalmatadoren Lucas sein.
Zur Vorbereitung habe Sheika seine Verteidigung verbessert, um sich auch gegen Kopfstöße "und alles andere, was beim Kampf gegen Lucas passieren kann" zu schützen. Bei vorigen Kämpfen habe er mehr an seiner Kraft gearbeitet, doch seine Trainer Oscar Suarez und Henry Cortes hätten ihn daran erinnert, sich auf seine Fertigkeiten zu besinnen und diese zu nutzen. Im Kampf gegen Lucas will er seine Führhand mehr einsetzten. Den Reichweitenvorteil seines Gegners, der mit 1,83 Meter drei Zentimeter größer ist als sein Herausforderer, will Sheika "mit Geschwindigkeit und der Fähigkeit, Kombinationen zu landen" wett machen.
Der Sohn palästinensischer Einwanderer ist ein überzeugter Moslem, der nach seinem Sieg Werbung für das palästinensische Volk machen möchte. Als Weltmeister will er positiven Einfluss auf den ins Stocken geratenen Friedensprozess zwischen Israel und Palästina nehmen und als Vorbild dienen. Ob Sheika es schaffen wird, den Champion zu schlagen und er der nächste Gegner von Markus Beyer bei seinem erneuten Angriff auf den WBC-WM-Gürtel sein wird, wird am späten Freitagabend kanadischer Ortszeit bekannt sein.