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Donnerstag, 2003-05-22

WBA gibt Druck nach

Der Weltverband WBA gibt bei der Vergabe der Weltranglistenplätze erstmals Fehler zu

Nach zunehmendem Druck der Öffentlichkeit, der Promoter und aus Politikerkreisen hat der Weltverband WBA seine umstrittene Weltrangliste im Schwergewicht vom Monat August neu geordnet. Bei einer Anhörung in New York veröffentlichte Gilberto Mendoza, der Präsident des Verbandes, die neuen Positionen mit den Worten: "Wir sind alle nur Menschen. Die Ranglisten, die wir im August veröffentlicht haben, hatten einige Fehler."
Ganz so menschlich sollen die Fehler dann doch nicht gewesen sein, denn Ursache sei eine Computerpanne gewesen, wobei wichtige Daten nicht in die WBA-PC´s eingespeist worden seien. Bei der zukünftigen Vergabe der Weltranglisten-Plätze will die WBA auch auf die Boxsportmedien zurückgreifen. Wie dies geschehen soll, blieb jedoch unklar.
Aufgeschreckt von Gerichtsurteilen in der jüngsten Vergangenheit gegen die Weltverbände IBF und WBC sah sich die WBA zu der Korrektur der Ranglistenplätze gezwungen und lud hierfür Medienvertreter, Promoter und Athleten ein. Das World Boxing Council war beispielsweise vor wenigen Wochen zur Zahlung einer Geldbuße von 31 Millionen US-Dollar an Graciano Rocchigiani verurteilt worden.
Der Einladung gefolgt waren unter anderem die Box-Promoter und -Manager Don King, Dino Duva, Pat English, Gary Shaw, Joe DeGuardia und Norman Stone. Cedric Kushner und Bob Arum fehlten. Diese beiden Promoter wurden schon einmal wegen Zahlung eines sechstelligen Betrages zur "Subventionierung" eines Weltranglisten-Platzes bei der IBF für ihre Athleten bestraft.
Larry Donald fällt weit zurück
In der neuen Rangliste muss der Gegner von Vitali Klitschko für den 23. November, Larry Donald aus den USA, den größten Platzverlust hinehmen und fällt vom dritten Rang auf Position zehn zurück. Dennoch will die WBA den Kampf von Donald gegen Klitschko in Dortmund als Duell um den Internationalen Titel des Weltverbandes anerkennen.
Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass der Sieger dieses Faustgefechtes in der darauffolgenden Rangliste auf Platz zwei vorrücken wird. Begründet wurde dieser Schritt, da Klitschko und Donald die einzigen Boxer seien, die sich zu der Teilnahme an einem von der WBA angekündigten Ausscheidungs-Wettbewerb zur Qualifikation für einen WM-Kampf bereit erklärt hätten.
Interessant ist diese Position direkt hinter der Nummer eins Evander Holyfield allemal, da sie zu einem WM-Kampf gegen den Champion John Ruiz aus den USA berechtigen könnte, falls "Commander" Evander gegen seinen US-Landsmann Chris Byrd um den vakanten IBF-Titel boxen wird und gewinnt. "The Real Deal" würde dann als IBF-Champion aus der Rangliste entfernt.
Tyson auf Rang sechs
Den größten Sprung nach vorne in der neuen Rangliste hat der frühere Weltmeister Mike Tyson gemacht. Er verbesserte sich um fünf Plätze auf Position sechs. Mit Rang elf ist der Russe Nikolai Valuev nicht mehr unter den Top-Ten platziert (vorher Sechster). Der ungeschlagene Schwergewichtler hat in seiner Karriere noch gegen keinen hochkarätigen Gegner geboxt.
Auffällig in der neuen Rangliste ist weiterhin, dass der Brite Danny Williams einen Platz nach hinten auf Rang 15 gerutscht ist, obwohl er seine letzten zwölf Kämpfe in Folge gewann. Boxexperten vermuten, dass dabei das Ende der Zusammenarbeit von Williams mit Don King eine gewichtige Rolle spielte. In der Juli-Rangliste war der Brite noch Neunter. Williams wechselte im Sommer von Don King Productions zu Lion Promotions, dem Unternehmen des WBC-Weltmeisters Lennox Lewis.
Auslöser war Platzierung Johnsons
Ursächlich für die Änderungen war der Protest des Promoters Dino Duva, dessen Athlet Kirk Johnson nach seiner Disqualifikation im Kampf um die WM gegen John Ruiz im Juli auf Rang fünf zurückgefallen war und im Folgemonat weitere fünf Ränge kampflos einbüßen musste.
So äußerte Duva bei der öffentlichen Anhörung darüber auch seinen Unmut, und war nicht zufrieden mit der neuen Platzierung von Johnson auf Rang acht. Woraufhin ihm der Anwalt von Ruiz Anthony Cardinale entgegnete: "Johnson wurde wegen Tiefschlägen und eklatanten Fouls disqualifiziert, die einen Gegner absichtlich verletzen sollen. Er sollte nicht einmal unter den Top-Ten platziert sein."
Im weiteren Wortgefecht bot Cardinale einen erneuten Kampf gegen Zahlung von drei Millionen US-Dollar für seinen Klienten an. Ruiz hatte beim ersten Duell gegen Johnson mit 1,5 Millionen den höchsten Zahltag in seiner Profikarriere. Duva schrie daraufhin zu Cardinale: "Abgemacht! Dann arbeiten wir einen Vertrag aus" und verließ wutentbrannt den Saal.
Kurz danach beendete Mendoza das Meeting mit den Worten "Danke, dass sie gekommen sind." Ein Kampf Ruiz gegen Johnson scheint allerdings derzeit eher unwahrscheinlich, denn Cardinale arbeitet momentan fieberhaft an einem Kontrakt für ein Duell gegen den Weltmeister im Halbschwergewicht Roy Jones.
Die Worte des Tages gehörten dem umtriebigen Promoter Don King mit seiner eigenartigen und umstrittenen Sicht der Dinge: "Boxen ist ein seltsames Geschäft. An dem Tag, an dem der Lobbyismus abgeschafft wird, ist es das Ende für den Boxsport. Mensch, man muss betteln. Der Verrat, die hinterhältigen Angriffe, das ist empirisch erwiesen. Jetzt können sie sehen, was ich seit 30 Jahren durchmache..."