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Dienstag, 2006-08-08

Valuev in Armenien

Russischer Riese trainiert für Amerika


Manuel Gabrielian und Nikolai Valuev
Der "Russische Riese" Nikolai Valuev hat seine Heimatstadt St. Petersburg heute verlassen und ist nach Armenien aufgebrochen, wo er mit seinem Coach Manuel Gabrielian ein dreiwöchiges Höhentrainingslager bezogen hat. Der erste russische Schwergewichtsweltmeister aller Zeiten wird seinen Titel voraussichtlich im Oktober in den USA verteidigen. Austragungsort und Gegner stehen noch nicht fest.

Nikolai Valuev und Owen Beck
Zuletzt hatte Valuev seinen WBA-Gürtel Anfang Juni gegen den Jamaikaner Owen Beck in Hannover verteidigt – der 150-Kilo-Kämpfer gewann durch K.o. in der 3. Runde. "Danach bin ich wegen der Fußball-Weltmeisterschaft noch ein paar Wochen in Deutschland geblieben", erzählt der größte und schwerste Boxchampion aller Zeiten. "Ein kurzer Urlaub mit meiner Frau Galina und meinem Sohn Grischa folgte, das war sehr erholsam. Seit Ende Juli bin ich wieder im Training und konzentriere mich voll auf den nächsten Kampf."
Das Trainingslager in einem 2.000 Meter hoch gelegenen armenischen Dorf hat Tradition beim Weltmeister und seinem Coach, nicht nur, weil Manuel Gabrielian aus Armenien stammt. "Außer im tiefen Winter gehen wir immer hierher", sagt der Trainer. "Die Höhenlage ist ideal für das Grundlagen-Ausdauertraining, zudem arbeiten wir hier sehr abgeschieden und ruhig, ohne Familie, Presse und Fernsehen. Das ist für die Konzentration auf den nächsten Kampf sehr wichtig."

Team Sauerland freut sich mit dem Champion
Nikolai Valuev ist in 44 Profikämpfen ungeschlagen. Der anfangs von Experten belächelte 2,13 Meter große Athlet hat sich in den letzten Jahren den Ruf eines seriösen Boxers erkämpft. Seine Karriere begann 1993 in Berlin als Vorkämpfer von Graciano Rocchigiani und führte den Russischen Riesen später nach Japan, England, Australien, Korea oder Neuseeland. Auch in den USA hat Valuev schon zweimal geboxt – 1997 und 2001 war das, jeweils in Atlantic City. Aber seine Gegner standen nur eine beziehungsweise zwei Runden, und das amerikanische Boxpublikum nahm kaum Notiz von dem Russen. Jetzt, als Weltmeister, will er Amerika erobern. Sein Manager Wilfried Sauerland, der den Aufstieg des belächelten Rummelboxers zum Champion möglich gemacht hat, sieht für Valuev noch größere Perspektiven. "Seine Physis ist überragend, einmalig auf der Welt, und auch taktisch und technisch hat Niko in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Ich sehe momentan niemanden auf der Welt, der ihn schlagen kann."
US-Promoter Don King, dessen Schützling John Ruiz im Dezember seinen Titel an Valuev verlor und der in Amerika als Co-Veranstalter auftreten wird, hält ebenfalls große Stücke auf den Russischen Riesen. "Er ist groß, er ist stark wie ein Bär, er ist der Beste", schwärmte Don King nach dem K.o.-Sieg gegen Owen Beck. "Er hat sich boxerisch verbessert, schlägt tödliche Aufwärtshaken, die wir früher nicht gesehen haben. Das Publikum in Amerika wird ihn lieben."
Valuev selbst hingegen sieht seinem großen Auftritt in den USA gelassen entgegen. "Deutschland ist meine boxerische Heimat", sagt er, "und ich kämpfe gern hier. Aber wenn mein Management es für sinnvoll hält, nach Amerika zu gehen, dann kämpfe ich eben dort. Ich boxe überall auf der Welt und gegen jeden Gegner."
Vor dem Atlantikflug allerdings steht die Quälerei in den Höhen Armeniens an. Ende August wird Valuev dann im Berliner Max-Schmeling-Gym mit der direkten Wettkampfvorbereitung beginnen.