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Freitag, 2002-09-13

Urkal: "Mapouka ist stark"

Chat: Oktay Urkal hält Mapouka für eine schwere Aufgabe

Oktay Urkal will den vakanten EM-Titel im Halb-Weltergewicht wieder zurück nach Deutschland holen. Am 28. September trifft der 32-Jährige in der Stadthalle Zwickau auf den Franzosen Gabriel Mapouka. Eine schwere Aufgabe für den Berliner, der am 3. September im boxen.com-Expertenchat die Fragen der Boxsportinteressierten beantwortete:

Oktay Urkal:
Hallo Leute!
ivonne:
Hi Oktay.
Hubi:
hi.
Pete:
Oktay, am 28. September boxt Du wieder gegen Mapouka, welche Art Kampf erwartest Du?
Oktay Urkal:
Das wird sehr schwer werden. Mapouka ist stark. Aber der Trainer hat mich gut eingestellt. Im ersten Kampf habe ich Fehler gemacht und dieses Mal werde ich noch besser boxen.
The Real Deal:
Als Du das erste Mal gegen ihn geboxt hast, hat ein Punktrichter Mapouka als Sieger gesehen. Hast Du Dich klarer als Sieger gesehen?
Oktay Urkal:
Ja, ich habe mich als klaren Sieger gesehen. Ich habe die klareren Treffer gehabt. Er hat häufig die Deckung getroffen. Der Trainer hätte mir sonst gesagt, dass ich nicht führe. Trotzdem war es natürlich knapp.
Tiger1:
Gibt es für Dich ein boxerisches Vorbild?
Oktay Urkal:
Für viele Boxer ist Muhammad Ali ein Vorbild, ich bewunderte ihn ebenso. Er hat mich sehr beeindruckt.
Spider:
Wenn Du gegen Mapouka gewinnen solltest, wie geht es dann weiter?
Oktay Urkal:
Das wird das Management mir vorschlagen. Jetzt muss man erst einmal den nächsten Kamp abwarten. Danach kann man weitersehen. Langfristig gesehen möchte natürlich um die WM boxen.
ivonne:
Oktay, welche Besonderheiten gibt es in der Vorbereitung gegen den Franzosen?
Oktay Urkal:
Speziell trainieren wir die Kondition bei mir. Mehr kann ich dazu zur Zeit nicht sagen.
frisby:
Seitdem Du bei Sauerland bist, trainierst Du nur selten im Team. Stört Dich das? In Berlin bist Du ja sicherlich der einzige, der dort trainiert.
Oktay Urkal:
Nein, so ist das nicht. Ich mache die Vorbereitung in Berlin und dann komme ich zum Training nach Köln. Das ist meistens etwa 5 Wochen vor dem Kampf. Insofern bin ich schon sehr viel mit dem Team zusammen. So habe ich es früher auch gemacht.
Benny:
Mit wem verstehst Du Dich im Sauerland-Team von den Boxern am besten?
Oktay Urkal:
Der eine ist Alpaslan Aguzüm. Aber auch mit Cengiz Koc, Markus Beyer und Sven Ottke verstehe ich mich sehr gut.
Fred:
Oktay, was würde - nur mal angenommen - passieren, falls Mapouka Dich dieses Mal schlägt?
Oktay Urkal:
Das käme darauf an, wie ich verlieren würde.
Fred:
Hilft es Dir, dass Du jetzt wieder häufiger mit Ulli Wegner zusammen arbeitest?
Oktay Urkal:
Ja, er ist ein sehr guter Trainer und wir kennen uns seit Jahren. Er war ja schon bei den Amateuren mein Trainer.
frisby:
Das Publikum in den Staaten hat Dich trotz der Niederlage in Uncasville gefeiert. Woran lag das Deiner Meinung nach?
Oktay Urkal:
Sie haben gesehen, dass ich kein Fallobst war. Viele Boxer haben nicht die Stärke, ich hatte Sie. Ich habe gut ausgeteilt und die Zuschauer haben mich zum Teil sogar als Sieger gesehen.
Pete:
Hast Du Dir im Kino den Film Ali angesehen, wie fandest Du ihn?
Oktay Urkal:
Nein, ich habe ihn leider noch nicht gesehen. Er soll interessant sein, und ich möchte ihn mir noch anschauen.
The Real Deal:
Oktay, Du bist schon in Deutschland geboren. Fühlst Du Dich trotzdem mehr als Türke oder eher als Deutscher?
Oktay Urkal:
Das kommt drauf an. Wie ein Europäer würde ich sagen. Es ist wirklich teils teils.
ivonne:
Was macht für Dich den Boxsport so besonders?
Oktay Urkal:
Das ist der Kampf Mann gegen Mann. Man muss sich zu 100 Prozent auf sich selbst verlassen. Beim Fußball gibt es noch andere Teamspieler, die Deine Schwächen ausgleichen können. Das ist beim Boxen anders. Das gefällt mir. Außerdem ist es ein fairer Sport.
ivonne:
Könntest Du Dir auch vorstellen im Welter- oder Halb-Mittelgewicht zu boxen, Oktay?
Oktay Urkal:
Weltergewicht könnte ich mir vorstellen. International wäre das aber schwer, dann von der Leistung her mitzuhalten. Halb-Mittelgewicht wäre nicht machbar für mich, dazu bin ich zu klein.
Benny:
Ulli Wegner scheint sehr große Stücke auf Dich zu halten. Das betont er bei jeder Gelegenheit. Woher kommt diese Verbundenheit?
Oktay Urkal:
Ich habe zu Amateurzeiten sehr viele Erfolge mit ihm gehabt, und ich habe viele Medaillen geholt. Ich war in den Nationalmannschaften auch immer sehr gut. Deshalb weiß er, was ich kann.
Micky:
Als Du im letzten Jahr gegen Tszyu geboxt hast, war in den letzten Runden sogar Dein Kiefer gebrochen. Trotzdem hast Du nicht aufgegeben. Wie kann man derartige Schmerzen aushalten?
Oktay Urkal:
Fast 5 Runden waren das sogar. Wenn ich am Ende bin, kämpfe ich trotzdem immer bis zum letzten. Ich wollte nicht als "Opfer" dort hingehen und es hat sich für mich trotz der Niederlage gelohnt. In der letzten Runde konnte ich sogar noch aufdrehen. Mir war in dem Moment einfach alles egal.
Tiger1:
Man sagt Dir nach, dass Du nie aus Berlin weggehen würdest. Stimmt das?
Oktay Urkal:
Manchmal denke ich, ich könnte nach außerhalb gehen. Aber ich hänge schon sehr an Berlin. Die Leute lachen mich an und Freunde, Familie und Bekannte sind hier. Deshalb fühle ich mich sehr wohl in Berlin.
Spider:
Wie hat Dir die Leistung von Sven in Leipzig gefallen?
Oktay Urkal:
Respekt. Er war wirklich sehr stark. Taktisch war es eine Glanzleistung von Sven Ottke.
Tiger1:
Traust Du Markus Beyer noch einmal den WM-Titel zu?
Oktay Urkal:
Ich denke, man kann jedem etwas zutrauen. Er muss im Kopf frei sein, dann schafft er es.
frisby:
Gibt es Boxer, gegen die Du nicht antreten würdest?
Oktay Urkal:
Doch, in meiner Gewichtsklasse würde ich gegen jeden antreten. In anderen Gewichtsklassen wären die Klitschkos und Roy Jones nicht gerade Wunschgegner von mir.
Benny:
Wer ist für Dich der beste Trainer in Europa?
Oktay Urkal:
Das sind Ulli Wegner und Fritz Sdunek.
Micky:
Was sagst Du zum letzten Kampf von Deinem alten Teamkollegen Krasniqi?
Oktay Urkal:
Ich hätte keine Niederlage erwartet.
Spider:
Hast Du eigentlich Kinder?
Oktay Urkal:
Ja, einen Sohn. Er hat sich gerade den Fuß gebrochen. In zwei Wochen bekommt er den Gips ab.
Pete:
Hast Du Lewis gegen Tyson gesehen. War das Ergebnis für Dich enttäuschend?
Oktay Urkal:
Ich war zu der Zeit im Urlaub in der Türkei und konnte den Kampf nicht live sehen. Das Ergebnis hat mich überrascht. Ich hätte mehr von Tyson erwartet. Lewis ist aber ein ausgezeichneter Boxer.
ivonne:
Welche Hobbys hast Du außer dem Boxsport?
Oktay Urkal:
Ich reise sehr gerne, Fußball und Schwimmen mag ich ebenfalls.
Micky:
Welches ist Deine stärkste Waffe, Oktay?
Oktay Urkal:
Mein Jab.
frisby:
Wenn Du noch einmal gegen Tszyu boxen solltest, was würdest Du anders machen?
Oktay Urkal:
Ich dachte, er geht konditionell kaputt. Das war ein Irrtum. Ich würde also nicht mehr so sehr in der Doppeldeckung stehen.
Spider:
Was denkst Du, könnte es schon im nächsten Jahr klappen, wieder um eine WM zu boxen?
Oktay Urkal:
Erst einmal muss ich aber Mapouka packen, dann kann man mehr dazu sagen.
Benny:
Oktay, schaut sich Deine Frau auch Boxkämpfe an?
Oktay Urkal:
Ja, aber nur im Fernsehen.
Fred:
Welche Musik hörst Du gerne?
Oktay Urkal:
Soul und Hipp Hopp.
The Real Deal:
Könntest Du Dir auch vorstellen, in Köln zu leben?
Oktay Urkal:
Ja, ich könnte überall leben. Aber im Berlin fühle ich mich wohler. Man kann sich aber an alles gewöhnen.
Hubi:
Dein Tipp für Deinen Kampf?
Oktay Urkal:
Eine Prognose über den eigenen Kampf möchte ich nicht machen.
Benny:
Gibt es einen Sparringspartner? Wenn ja, dann welchen?
Oktay Urkal:
Das ist Alpaslan Aguzüm, mit dem trainiere ich derzeit.
Pete:
Wie findest Du Alpaslan Aguzüm?
Oktay Urkal:
Sehr gut. Es ist ein guter Boxer.
frisby:
Nenne mir drei Gründe, warum Du Weltmeister wirst?
Oktay Urkal:
1. Weil ich schon so viele Jahre geboxt habe,
2. Weil ich es für meine Familie tun will,
3. Weil ich den WM-Titel nach Deutschland holen will.
Oktay Urkal:
So, ich muss jetzt leider gehen. Ich hoffe, es hat Euch Spaß gemacht, für mich war es jedenfalls sehr angenehm mit Euch zu chatten. Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend, bei mir knurrt der Magen.
Hubi:
Tschüß Oktay.
Spider:
Auf Wiedersehen.
Tiger1:
Viel Erfolg für Deinen Kampf Oktay!
Pete:
Bye, bye. Hau´ den Mapouka um!
...
Die nächsten Expertenchats:
Dienstag, 10. September, ab 19.00 Uhr mit Markus Beyer,
Dienstag, 17. September, ab 19.00 Uhr mit Manfred Wolke