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Mittwoch, 2002-01-16

Urkal im Interview

Oktay Urkal: "Ich will so schnell wie möglich Weltmeister werden"

Gestern hatte er Geburtstag: Halbweltergewichtler Oktay Urkal wurde 32 Jahre alt. Das "Geschenk" über das sich der Berliner am meisten freute, war sein neuer Vertrag. Ein Jahr lang ist der Ex-Europameister an die Sauerland Event GmbH gebunden und wird im Rahmen dieses Vertrages mindestens drei Kämpfe bestreiten.
Herr Urkal, vor einem halben Jahr lief Ihr Vertrag mit Universum Boxpromotion aus. Seitdem haben Sie mit einigen Promotern verhandelt, unter anderem auch mit Don King. Warum haben Sie sich letztlich für Sauerland entschieden?
Urkal: "Es stimmt, dass ich ein reizvolles Angebot von Don King hatte. Er hat mich in den letzten Tagen noch einmal angefaxt, und nachgefragt, ob ich nicht bei einer seiner Veranstaltungen im Februar in den USA boxen wolle. Ich habe abgelehnt und mich für Sauerland entschieden. Denn ich bin Deutscher und möchte im deutschen Sprachraum noch populärer werden."
Klaus-Peter Kohl hat Ihnen doch auch ein Angebot unterbreitet...
Urkal: "Das ist richtig. Universum wollte mich nicht gehen lassen. Ich habe ja auch gute Leistungen gezeigt. Ich hatte auch den Eindruck, dass man mit mir ganz zufrieden war. Nur haben wir uns, was das Finanzielle anbetrifft, nicht einigen können."
Wie gut kennen Sie das Umfeld Ihres neuen "Arbeitgebers"?
Urkal: "Das Sauerland-Team ist mir wirklich nicht fremd. Ulli Wegner war mein letzter Amateur-Trainer, mit Markus Beyer und Sven Ottke war ich gemeinsam in der Nationalstaffel. Cengiz Koc ist ein alter Bekannter."
Ein Wechsel ins Kölner Trainingscamp kommt für Sie nicht in Frage?
Urkal: "Nein. Ich lebe und trainiere in Berlin. Mein früher Amateur-Coach Jürgen Meyer wird mich trainieren und Werner Lichtenberg und Gerald Wagener werden als meine Berater fungieren. Vier Wochen vor einem Kampf werde ich zu Ulli Wegner nach Köln kommen."
Wie sind Ihre sportlichen Ziele?
Urkal: "Ich will so schnell wie möglich wieder Weltmeister werden, und meine Niederlage gegen Tszyu vergessen machen. Am liebsten würde ich natürlich wieder gegen ihn antreten. Ich weiß, dass ich Tszyu schlagen kann. So wie es aussieht, werde ich aber zunächst um die EM boxen."
Welcher Kampfname gefällt Ihnen eigentlich besser "Cassius" oder "Ali von Kreuzberg"?
Urkal: "‚Ali von Kreuzberg gefällt mir sehr gut. Ich habe dort eine große Fan-Gemeinde und fühle mich in dem Kiez sehr wohl. Ich verehre zwar Muhammad Ali, aber "Cassius", nein, so möchte ich nicht genannt werden. Denn ich lehne es ab, vor den Kämpfen die großen Sprüche zu reißen."
Das war früher aber anders...
Urkal: "Ich bin ruhiger und überlegter geworden. Erst recht, seitdem ich Familienvater bin. Ich weiß um meine Verantwortung."
Kommt Ihre Frau Binur zu den Box-Kämpfen?
Urkal: "Frauen aus meiner Familie sollen nicht zu den Box-Kämpfen kommen. Das lehne ich ab, weil mich das zu sehr stresst. Meine Frau war einmal dabei. Sie hat sich so aufgeregt, dass mir angst und bange wurde. Gleiches gilt für meine Mutter. Obwohl ich es ihr ausdrücklich verbiete, in die Halle zu kommen, hält sie sich nicht immer daran. Sie kommt dann heimlich. Das nutzt ihr aber nichts. Denn ihre Stimme höre ich aus Tausenden heraus."
A.L.