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Mittwoch, 2002-05-01

Ultimatum für Jones

Superstar Roy Jones muss sich heute für einen Gegner für den Kampf am 13. Juli entscheiden

Während Roy Jones, der Weltmeister der Verbände IBF, WBA und WBC noch in Australien weilt, setzte ihm sein Vertragspartner, der TV-Sender HBO eine Frist bis zum 1. Mai, seinen nächsten Gegner zu benennen. In Sydney ist der Superstar momentan als Schauspieler bei den Dreharbeiten zu Matrix II engagiert und möchte erst am 10. Mai in die USA zurückkehren.
Im März bestritt Jones seinen letzten Kampf gegen den Australier Glenn Kelly. Er gewann in der siebten Runde durch K.o. Doch seither verzögert sich immer wieder die Bekanntgabe des nächsten Gegners. Zwar wurde immer wieder der Name des schlagstarken und unbesiegten IBF-Weltmeisters im Cruisergewicht, Vassili Jirov, von keinem geringeren als dessen Promoter "Sugar" Ray Leonard und auch von Jones selber ins Spiel gebracht, doch konkrete Ergebnisse gab es bislang nicht zu vermelden.
Jetzt platzte den TV-Chefs der Kragen. Denn um ordentlich Gewinne aus der Pay-per-View Ausstrahlung zu machen benötigt, HBO einen größeren Vorlauf, um den Kampf zu bewerben. Dieser soll am 13. Juli stattfinden. "Wir warten darauf, dass der australische Superstar-Schauspieler sich selbst wieder in die Rolle des Boxers bringt", sagte Ross Greenburg, der Präsident von HBO Sports. Der Berater von Jones, Brad Jacobs sagte noch am Dienstag, dass sein Mandant entweder gegen Jirov boxen oder gegen den offiziellen Herausforderer Clinton Woods aus England antreten werde.
"Wir wissen, dass ein Kampf gegen Jirov attraktiver wäre für Pay-per-View", sagte Greenburg, der befürchtet mit dem in den USA wenig bekannten Briten kein gutes Geschäft machen zu können, zumal das Interesse an solch einem Duell selbst in Fachkreisen nicht allzu hoch ist.
Jones Situation ist relativ komfortabel. Wenn er zuerst gegen Jirov boxen würde, wäre sein WBC-Titel nicht in Gefahr, da Woods sich gegen eine Summe von 100.000 US-Dollar einverstanden erklärt hatte, auf die Pflichtverteidigung zu warten. "Das Geld für Roy ist auf dem Tisch. Ein Teil für Jirov und ein Teil für Woods. Der für Jirov als Gegner ist um einiges größer. Ich denke zum jetzigen Zeitpunkt macht Roy eine Risikoanalyse in Bezug auf das Geld für die Gegner und wird sich dann entscheiden", sagte Greenburg.
Der Sportverantwortliche beim Bezahlsender macht auch keinen Hehl daraus, dass er von einem Kampf gegen Woods nichts hält. "Wir hoffen, es wird nicht Woods, aber Roy scheint weniger Geld in Kauf zu nehmen, um sich einen risikofreien Kampf zu sichern und um weiter die Clinton Woods dieser Welt zu boxen, aber dies wird ihm nichts für seine Reputation einbringen. Ray Leonard und Oscar De La Hoya haben das nicht getan. Die besten der Besten tun so etwas nicht. Sie fordern sich untereinander auf. Wenn man ein Boxer ist, dann nehme ich an, dass man gegen die Besten boxen möchte, besonders, wenn man ein solches Talent hat wie Roy. Wenn man ein Schauspieler ist wie Hector Camacho Jr., dann ist es natürlich anders", erklärte Greenburg.
Hinter den Kulissen gibt es erneute Gespräche für einen Kampf zwischen dem uneingeschränkten Champion im Mittelgewicht Bernard Hopkins und Jones. Dieser Kampf würde aber nicht vor dem Herbst stattfinden, da Jones zuerst den Kampf im Juli absolvieren muss. Der frühere Promoter von Jones Murad Muhammad sagte HBO, dass er wieder mit Jones zusammenarbeiten würde und mit Hopkins-Promoter Don King Gespräche aufgenommen habe.
Darin ist Muhammad allerdings nicht der einzige, denn auch Frank Warren, der Manager des WBO-Champs im Super-Mittelgewicht Joe Calzaghe und Klaus-Peter Kohl, Promoter von Dariusz Michalczewski, sollen sich in ernsthaften Gesprächen mit King befinden, wobei Hopkins allerdings jüngst angekündigt hatte, dass er nicht in die sieben Kilogramm höhere Klasse von Michalczewski wechseln möchte, dies bliebe ihm allerdings nicht erspart, sollte er gegen Jones boxen. Dieser scheint mit seinem möglichen Kampf im Cruisergewicht jegliche Diskussionen um einen Abstieg in die niedrigeren Gewichtsklassen beenden zu wollen.
Beim ersten Aufeinandertreffen von Jones und Hopkins im Mittelgewicht im Jahre 1993 um den vakanten WM-Gürtel der IBF siegte der heutige Halbschwergewichtler einstimmig nach Punkten. Ein erneutes Aufeinandertreffen scheiterte bislang an den unterschiedlichen Kampfbörsenforderungen. Jones reklamierte für sich 60 % des Preisgeldes, da er schon einmal Hopkins bezwungen hatte, außerdem müsse dieser in seine Gewichtsklasse wechseln.