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26.09.2016
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Montag, 2002-10-14

Ulrich holt EM-Titel

Thomas Ulrich ist neuer Europameister im Halbschwergewicht

Mit einem K.o.-Sieg in der zweiten Runde über den Titelverteidiger Yawe Davis aus Italien hat sich Thomas Ulrich in Schwerin seinen ersten großen internationalen Profi-Titel geholt.
Davis, 40 Jahre alt, begann den Kampf von Beginn an überraschend passiv. Der 27-jährige Ulrich nutzte diese Chance und landete gegen Ende der ersten Runde nach guten Kombinationen mit seiner Rechten einen schweren Körpertreffer. Der in Uganda geborene Davis ging erstmals zu Boden und der Gong rettete den Champion vor weiterem Ungemach.
In der zweiten Runde war es dann ein rechter Körpertreffer, gefolgt von einer scharfen Linken ans Kinn und einer Rechten hinterher an den Kopf von Davis, die Ringrichter Daniel van de Wiele aus Belgien dazu veranlassten, den Kampf abzubrechen. Davis war am Boden und machte keine Anstalten, sich aufzuraffen, um seinen Titel weiter zu verteidigen.
"Auf jeden Fall habe ich heute mal gezeigt, was ich die ganze Zeit schon konnte", erklärte der neue Europameister nach dem Kampf. "Aber mein Kopf ist nicht da, ich bin immer völlig durcheinander – durch den Wind. Heute hat alles gestimmt. Ich war völlig da mitm Kopf."
Samil San neuer Europameister im Schwergewicht
Im Rahmen des Kampfabends in Schwerin schaffte auch der Türke Sinan Samil Sam überraschend den Sprung ins internationale Rampenlicht. Mit seinem Sieg durch technischen K.o. in Runde sieben über den bisherigen Champion Przemyslaw Saleta aus Polen ist Sam der erste Türke, der Europameister in der höchsten Gewichtsklasse wurde.
Zwar bestimmte und gewann der Titelverteidiger die ersten Runden, doch gegen Ende des sechsten Durchlaufs brachte der Herausforderer aus der Türkei seinen Kontrahenten in arge Bedrängnis, so dass dieser sogar am Ende der Runde zu Boden gehen musste.
Sam machte daraufhin in Runde sieben genau da weiter, wo er aufgehört hatte und schlug seinen Gegner weitere dreimal zu Boden, woraufhin der Ringrichter kurz danach den Kampf abbrach.
Fragwürdiger Sieg für Brähmer
Auch Jürgen Brähmer verdiente sich souverän und eindeutig den Titel des Internationalen Champions des WBC gegen den Argentinier Omar Eduardo Gonzalez in einem Kampf über zwölf Runden. Alle Punktrichter werteten jeden Durchgang für den früheren Junioren-Weltmeister der Amateure. Doch bleibt die Frage für alle Boxsportfans, ob der 24-Jährige seinen erfolgreichen sportlichen Weg weiter beschreiten kann oder nicht.
Denn der schon vorbestrafte Boxer muss wohl nach seinem Ringduell zuerst wieder in die Untersuchungshaft zurückkehren. Nach einem Unfall ohne Fahrerlaubnis hatte er einen Autofahrer niedergeschlagen und sich vom Unfallort entfernt, woraufhin der Boxer sich erst einmal mehrere Tage lang in polizeilichem Gewahrsam befand, ehe ihn sein Promoter Universum Box-Promotion gegen eine Zahlung von 125.000 Euro an Kaution kurz vor dem Kampf auslöste.
Über den weiteren Verlauf der Karriere, des bei seinen TV-Partner ZDF als "größtes Box-Talents Deutschlands" gehandelten Brähmer, kann nach Verbüßung einer erneuten Haftstrafe nur spekuliert werden. Auch Klaus-Peter Kohl, der Promoter des Super-Mittelgewichtlers äußerte vollstes Verständnis für die Justiz: "Jürgen muss bestraft werden, das ist nun mal so."