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Donnerstag, 2002-08-15

Tyson wieder mit King?

Der Berater von Mike Tyson führt Gespräche mit Don King

Nichts scheint unmöglich im Boxsport, denn Mike Tysons nächster Kampf könnte schon wieder ein WM-Kampf werden und ihn mit dem ihm verhassten Promoter Don King zusammenführen. Ursprünglich wollte der frühere Weltmeister nie wieder mit King zusammenarbeiten. Gegner für das WM-Duell wäre John Ruiz aus den USA, derzeit Weltmeister der WBA. Tyson-Berater Shelly Finkel hat sich daher in der vergangenen Woche mit King, der Ruiz betreut, zu ersten Sondierungsgesprächen getroffen, berichtet die amerikanische Tageszeitung "USA Today".

Hohe Hürden für erneute Zusammenarbeit
Der Kampf soll im November stattfinden. Doch bis dahin gilt es für die Streithähne Tyson und King noch enorme Hürden zu überwinden. Denn der frühere Schwergewichtsweltmeister hat den Promoter mit der Sturmfrisur auf die Zahlung von 100 Millionen US-Dollar an zurückgehaltenen Einnahmen aus der Zeit, als King ihn noch promotete, verklagt. Dieser wiederum reichte Gegenklage gegen Tyson ein. Der Prozess würde im November beginnen, falls sich die beiden Kontrahenten nicht einig werden.
Am vergangenen Freitag hatte Tyson noch bei seinem ersten TV-Auftritt seit seiner Niederlage gegen Lennox Lewis (siehe News: Tyson: "Ich danke Gott") erklärt, dass für ihn Don King ein Monster sei, der sich um nichts und niemanden scheren würde. Einen dritten Kampf gegen Holyfield hielte er nur für möglich, falls dieser seine geschäftlichen Beziehungen zu Don King löse.
King will Tyson wieder auferstehen lassen
Demgegenüber sucht King noch vor dem möglichen Prozess eine Einigung: "Es ist doch verrückt für uns, unsere schmutzige Wäsche in der Öffentlichkeit zu waschen. Irgendjemand anders kann ihm einen Kampf besorgen, aber niemand kann ihn wieder auferstehen lassen, außer mir. Ich habe all die Gladiatoren für ihn zum Kampf in einer Reihe stehen: Ruiz, Holyfield, Hasim Rahman, Lamon Brewster, Fres Oquendo", tönte King.
"Er könnte 100 Millionen Dollar mit mir machen, also warum streiten wir? Wir sind doch verrückt, gegeneinander zu kämpfen. Ich werde ihm ein faires Angebot machen und ihm eine Gelegenheit bieten, wieder Weltmeister zu werden. Die Tür ist weit offen für Tyson, er muss nur noch eintreten. Wenn er das nicht tut, sehen wir uns vor Gericht", erklärte King.
Doch bei seinem TV-Auftritt erwähnte Tyson auch große Skepsis gegenüber den Geschäftspraktiken und finanziellen Versprechungen von Don King: "Von 150 Millionen würde ich, wenn ich Glück hätte, insgesamt 20 Millionen raus bekommen", sagte Tyson.
Tyson-Berater Finkel: Gedämpfter Optimismus
Ohne die außergerichtliche Einigung würde King selbstredend Tyson gegen keinen seiner Athleten antreten lassen. Shelly Finkel äußerte nach der Unterredung mit King eher Zweckoptimismus: "Don und ich haben miteinander geredet. Es war herzlich. Ich bin optimistisch, aber nicht so optimistisch, wie ich danach sein wollte."
Doch wenn ein annehmbarer Vertrag zustande käme, habe er grünes Licht von Tyson bekommen, eine Kooperation mit King zu prüfen. "Wenn es Sinn macht, hat mir Mike gesagt, solle ich mir es einmal ansehen", erklärte Finkel.

Gespräche mit Clifford Etienne
Wenn Tyson und King sich nicht einig werden, könnte der nächste Gegner für "Iron Mike" Top-Ten-Boxer Clifford Etienne aus den USA heißen. Erste Verhandlungen mit dessen Manager habe Finkel schon geführt. Entgegen der ersten Meldungen über den möglichen Kampftermin, könnte der Event schon am 26. Oktober in New Orleans über die Bühne gehen.

King glaubt jedoch weiter, dass Ruiz gegen Tyson "die richtige Kampfpaarung ist". "Egal was alle sagen, ich sorge mich um Tyson. Ich liebe diesen Mann. Ich liebe nur nicht seine Art. Aber lassen wir dies doch hinter uns und blicken nach vorne. Er kann 100 bis 150 Million Dollar mit meinem Plan verdienen."
Fairer Vertrag?
Tyson hatte vermehrt in der Presse angekündigt, nie wieder mit King zusammenarbeiten zu wollen. Die jüngsten Äußerungen des 36 Jahre alten Ex-Champions deuten auch nicht gerade daraufhin, dass Tyson auf Schmusekurs mit King aus ist. Ob daher zwei der größten Boxsportpersönlichkeiten wieder einen gemeinsamen Nenner finden werden, ist mehr als fraglich. Nur ein fairer Vertrag zwischen den beiden Parteien könnte die Lösung bieten. Aber was ist schon fair hinsichtlich von 100-Millionen-Dollar-Beträgen, die fern ab jeglicher Realität liegen?