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Montag, 2002-06-10

"Tyson unter Druck setzten"

Boxer und Trainer zum Kampf der Giganten von Lennox Lewis und Mike Tyson am 8. Juni

George Foreman (ehemaliger Schwergewichtsweltmeister und Gegner von Muhammad Ali):
"Ich denke, die Niederlage gegen Rahman im ersten Kampf war ein Weckruf für Lewis. Er wird nicht noch einmal so einschlafen. Lewis muss niemanden fürchten. Er ist ein exzellenter Boxer, der beste seit Muhammad Ali. Tyson hat eine große Chance. Er war erfolgreicher gegen größere Boxer als jeder andere Schwergewichtler in der Geschichte. Er kann Lewis schlagen, wenn Lennox mit dem alten, vorsichtigen Stil herumspielt. Lewis muss einige Male seinen Jab anbringen und den Knockout suchen."
Larry Holmes (ehemaliger Weltmeister im Schwergewicht):
"Lennox wird Mike nicht schlagen, da er nicht in der Lage sein wird, ihn sich vom Hals zu halten. Sein Jab wird vielleicht den Kampf etwas länger dauern lassen, aber man weiß, dass Mike einige große Treffer landen wird und wenn er das tut, wird Lennox fallen. Mikes Schicksal ist vorherbestimmt und er hat wirklich hart trainiert für diesen Kampf. Er ist nicht nach Hawaii geflogen, Spaß zu haben. Ich sehe den Kampf nicht über mehr als vier oder fünf Runden gehen."
Don King (früherer Promoter von Tyson - Tyson hatte King wegen Nichtauszahlung seiner Kampfbörsen angezeigt und befindet sich im gerichtlichen Streit mit dem Promoter):
"Falls Tyson gewinnen würde, würde ich einen Kampf zwischen Tyson und Holyfield nicht veranstalten, bis Tyson einige Hilfe bekäme. Sie müssen verstehen, dass ich willens bin zu sagen, dass jeder Mensch eine zweite Chance verdient, ich habe auch eine bekommen. Aber einfach weiterzumachen und diesen Mann zu puschen, hat keinen Sinn.
In seinen eigenen Worten sagte er: Ich bin nicht bereit für diesen Kampf. Er sagteich brauche noch einige Kämpfe, bevor ich diesen Kampf kämpfe. Lewis sagte auf der anderen Seite: Er ist ein kranker, junger Hund. Er ist ein Verrückter. Er ist mental instabil und unverlässlich. Er könnte für ein Poster für den Ku Klux Klan posieren. Er ist die Verkörperung all dessen, was der Klan über die Schwarzen denkt und er personifiziert es. Daher könnte er Werbung für die machen und sagen: seht her, seht her, ich habe es euch gesagt. Und alle würden lachen, als ob es etwas lustiges wäre."
Francois Botha (hat schon gegen beide Boxer gekämpft. Gegen Tyson ging er in der fünften Runde K.o., gegen Lewis erlitt er in der zweiten Runde eine technische K.o.-Niederlage):
Zu Beginn muss sich Lennox bewegen und seinen Jab benutzen. Er könnte den gesamten Kampf nur mit seinen Jabs gewinnnen. Ich glaube, wenn er die erste Runde übersteht, hat er den Kampf gewonnen. Aber es gibt einige Fragen, die bezüglich dem Kinn von Lewis offen bleiben und es stimmt, Tyson braucht nur eine Chance und das könnte das Ende sein.
Wenn du in den Kampf mit Angst vor Tyson gehst, hast du schon verloren. Ich hatte keine Angst vor ihm. Mein Problem war, dass es zu einfach gegen ihn war und ich meine Konzentration verlor. Daraus hat er sofort Kapital geschlagen."
Tommy Brooks (drei Jahre lang Trainer von Tyson):

"Ich glaube, dass Lennox versucht, ein Statement mit dem Kampf abzugeben. Ich habe das starke Gefühl, dass Emanuel Steward [der Trainer von Lewis; die Red.] und Harold Knight sich besprochen haben und Lewis in den Ring schicken, um direkt hinter Tyson her zu sein. Ich habe einfach dieses Gefühl im Bauch.
Aber falls es nicht klappen sollte, kann er immer wieder in den Boxsport zurückkehren. Wenn ein Kerl psychisch stark ist, kannst du ihn nicht niederschlagen. Du kannst ihn mit einem Ziegelstein auf den Kopf schlagen und er wird nichts merken. Das ist die Sache in diesem Kampf.
Lewis hatte so lange Zeit über diesen Kampf nachzudenken und er ist auf alles, was Mike ihm auch immer entgegenbringen wird, vorbereitet. In meinem Herzen bin ich für Mike für sein Überleben, aber die Logik und die rationale Betrachtung des Kampfes sagt mir, Lennox Lewis gewinnt. Es wird ein Knockout werden. Einer von beiden wird sich schlafen legen.
Wenn Tyson verliert, wird er dahin zurückkehren, was er machte, bevor er mit dem Boxsport anfing. Irgendjemand wird ihn umbringen oder er wird etwas tun, wofür er den Rest seines Lebens ins Gefängnis kommt. Ich habe schon vielen erzählt, wenn dieser Bursche bei sich aufgeräumt hätte, dann wäre er das größte Ding, seit es geschnittenes Brot gibt. Doch er hat sich entschieden und wählte einen ganz speziellen Lebensstil, was kann man da noch machen?
Er kennt die Boxgeschichte und weiß, was mit Boxern wie Jack Johnson und Sonny Liston passierte [frühere Schwergewichtler, die ein wildes Leben führten und einen gewaltsamen oder sonderbaren Tod starben; die Red.]. Ich habe ihn einmal gefragt: Warum möchtest du die Geschichte wiederholen?
Der Boxsport gibt ihm etwas in seinem Leben, dass ihn aufrecht hält. Ich fürchte, wenn Mike den Boxsport nicht mehr hat, werden wir irgendwann den Fernseher anmachen und hören, dass irgendetwas Schreckliches passiert ist. Aber er ist ein Mann und es ist sein Leben und man muss ihm gestatten, es zu leben, wie es für ihn das Beste ist."
Derrick Jefferson (Schwergewichtler und Sparringspartner von Tyson in dessen Vorbereitung auf den Megafight gegen Lewis):
"Alles, was ich zuvor über Tyson wusste, war das, was die Fans kannten, was ich im Fernsehen gesehen habe und was ich in den Zeitungen gelesen habe. Er ist vielseitiger, als die Eindrücke, die ich vorher von ihm hatte. Er ist ein Witzbold. Er liebt es lustige Witze zu machen. Er ist ein guter Kerl, ein wirklich guter Kerl und es macht Spaß, mit ihm zusammen zu sein.
Wenn er dich trifft, sogar mit diesen großen Boxhandschuhen, spürst du es. Er kann wirklich schlagen. Wenn er diese Handschuhe auszieht, die wie Kissen sind, und die richtigen Boxhandschuhe anzieht, richtet er einigen Schaden an."
Teddy Atlas (Startrainer des Boxsports und unter Cus DAmato früherer Amateurtrainer von Tyson):
"Sie [Emanuel Steward und Lennox Lewis; die Red.] wissen, dass Tyson Probleme damit hat, unter Druck gesetzt zu werden. Ich glaube, dass sie frühzeitig versuchen werden, ihn solide und sicher mit Punches zu kriegen. Sie werden dies versuchen, um ihn schnell unter Kontrolle zu bekommen. Ich denke, dass es wichtig ist für Tyson, den Druck zu spüren. Ich glaube wirklich, dass es darauf ankommen wird, mit wie viel Druck Tyson umgehen muss. Wenn er nicht mit irgend etwas beschäftigt wird, dann wird er in den Kampf gehen und wieder Champion werden. Wenn er jedoch mit überwältigenden Dingen konfontiert wird, wird es einen anderen Kampfverlauf geben.
In der ersten Runde könnte es einen Knockout geben. Ich könnte mir vorstellen, dass Tyson ganz früh einen Punch landet. Ich könnte mir vorstellen, dass Lewis Tyson mit einem Punch erwischt und dann zu gierig wird und sich einen großen Punch einfangen wird, der den Kampfverlauf ändern würde.
Viele Menschen denken, dass Tyson in den ersten vier Runden gefährlich sei. Dem kann ich nicht zustimmen. Ich denke aufgrund des Naturells von Lewis und seiner Tendenz, manchmal etwas defensiv zu agieren wird Tyson die ganze Zeit gefährlich sein, wenn Lewis dies tut. Wenn Tyson gegen einen Boxer kämpft, der defensiv boxt, ist er immer gefährlich. Wenn man Tyson unter Druck setzt, verliert er seine Gefährlichkeit. Er hat Holyfield nicht ins Ohr gebissen, weil er ein Tier ist. Er hat Holyfield nicht aus niederen Beweggründen gebissen. Er hat Holyfield nicht gebissen, weil er hungrig war. Er tat es, weil er die Situation nicht kontrollieren konnte."