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Montag, 2002-08-12

Tyson: "Ich danke Gott"

Tysons erstes Interview nach seiner Niederlage gegen Lewis

In seinem ersten TV-Auftritt seit seiner Niederlage gegen IBF- und WBC-Champion Lennox Lewis gab sich der frühere Weltmeister im Schwergewicht Mike Tyson am vergangenen Wochenende ungewohnt redegewandt. In der Sendung "Best Damn Sports Show Period" des amerikanischen TV-Senders Fox Sports gab der frühere Weltmeister im Schwergewicht tiefe Einblicke in sein Leben und zollte seinen beiden wohl wichtigsten bisherigen Gegnern Lennox Lewis und Evander Holyfield Respekt. Es folgen Auszüge aus dem Interview, wie sie das amerikanische Internetportal "Fightnews" aufzeichnete:
Monster Tyson
Viele Missverständnisse über seine Person hätten bei den Zuschauern zu einem falschen Bild über ihn geführt, so Tyson: "Die Menschen denken, ich sei ein Monster, weil ich ein wenig abscheulich bin. Wahrscheinlich ist das so, weil ich schon in jungen Jahren eine Berühmtheit war und ich auch ein wenig arrogant bin. Es ist sehr schwierig, denn in einer Phase meines Lebens raubte ich ein Haus aus und das nächste, an das ich mich erinnern kann, ist, dass ich der Weltmeister im Schwergewicht war. Das ist ein großer Kulturschock. Es ist eine Tragödie, einem 18-Jährigen 25 bis 30 Millionen Dollar ohne Einschränkungen in die Hände zu legen. Ich dachte okay, wir werden uns dieses oder jenes Auto, Mädchen und ein Haus zulegen. Es ist ein schrecklicher Lebensstil."
Tyson und Don King
Zu seiner Beziehung zu Boxpromoter Don King, der ihm 150 Millionen US-Dollar angeboten haben soll, erklärte Tyson: "Das ist nicht wahr. Don King erzielt zwar diese Summe, aber man bekommt nicht das, was einem versprochen wurde. Von 150 Millionen würde ich, wenn ich Glück hätte, 20 Millionen insgesamt bekommen. Soweit ich das beurteilen kann, ist dieser Typ ein Monster. Er schert sich um niemanden."
Dritter Kampf gegen Holyfield möglich
Vor den Leistungen von Evander Holyfield zog Tyson seinen Hut: "Er ist ein so großer Boxer, dass er der einzige in der Geschichte des Sports ist, der niemals ausposaunen muss, dass er seinen Gegner schlagen wird... Er hat wahrscheinlich das größte Herz von allen in der Geschichte des Sports. Er ist einfach der totale Wettkämpfer... Er ist immer passiv und bescheiden, aber er ist ein Tier. Er ist ein Tier, ein schreckliches Biest, ein Teufel, wenn er in den Ring losgelassen wird."
Über einen möglichen dritten Kampf gegen den früheren Champion, dem er ein Stück seines Ohres im zweiten Kampf abgebissen hatte, sagte Tyson: "Wenn er jemals keine Verbindungen mehr zu Don King hat, wird es geschehen."
Tyson und das Leben
Sein Leben habe sich geändert. Dabei wurde Tyson hinsichtlich seines Lebensstils sogar philosophisch: "Ich danke einfach nur Gott. Wir bestehen die meiste Zeit unseres Lebens Prüfungen und erdulden Leiden... Ich bin einfach nur glücklich, hier zu sein... Mein Leben hat sich geändert. Ich bin niemandem böse... Es ist ein fortlaufender Prozess. In meinem Leben passt nichts zusammen. Es gibt zwei verschiedene Seiten bei einer Gleichung und diese beiden finden zueinander. Gott hat verschiedene Menschen und Religionen in meinem Leben zusammen geführt. Dies hat sich alles bei mir gesammelt und meinen gesamten Charakter vertieft."
Lewis ein großer Kämpfer
Auch Lewis zollte er in dem Interview Respekt für seinen großen Kampf gegen ihn: "Er hat gut geboxt. Es hat gezeigt, was man erreicht, wenn man große Entschlossenheit, Beharrlichkeit und Beständigkeit besitzt. Ich war dabei und werde zurückkommen und wieder Champion werden. Man strebt danach, der Beste der Welt zu werden und dabei gibt es immer Enttäuschungen. Aber es sind diejenigen, die immer danach streben, ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, die sich aufschwingen und Erfolg haben werden."
Selbstkritisch betrachtete er die Vorbereitungen auf den Kampf gegen Lewis. Nicht richtig in Form sei er gewesen, als er gegen den Champion in den Ring trat. "Lennox hat einen großen Kampf gemacht - lässt man einmal die Tatsache außer Betracht, dass ich eingerostet war. Denn wenn man einen Vertrag unterschreibt, kann man keine Entschuldigungen anbringen. Die Zuschauer wollen Ergebnisse sehen und sich nicht Entschuldigungen anhören. Wir werden es noch einmal tun und noch mehr kämpfen... Ich würde mich freuen, noch einmal gegen ihn zu boxen. Wenn er noch einmal kämpfen möchte, dann wäre ich bereit, wieder zu boxen."
Tyson und die Leidenschaft zu boxen
Auf die Frage, ob er sich noch motivieren könne, in den Ring zu steigen, antwortete der 36-Jährige: "Die Leidenschaft zu boxen ist da. Man kann nicht boxen, ohne zu trainieren und manchmal muss man sich zum Training motivieren... Sie können es sich nicht vorstellen, welchen Willen Athleten haben müssen, um Perfektion zu erreichen."
Auch den jungen Boxern, die glauben, der nächste Tyson zu sein, zollte er Respekt: "Diese Kerle sind hungrig und sie wollen Weltmeister werden. Sie verdienen es so zu fühlen, wie sie es tun. Jeder Mensch verdient es, dass er sich als der Beste auf der Welt fühlt, egal welches Ziel er hat oder welchen Beruf er ausübt."