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Donnerstag, 2004-01-15

Tapia wieder Weltmeister

Sensationelles Comeback: Johnny Tapia ist neuer Weltmeister der IBF im Federgewicht

Johnny Tapia hat es geschafft. Im Madison Square Garden in New York holte er sich am vergangenen Wochenende den Weltmeistertitel der IBF im Federgewicht gegen Manuel Medina aus Mexiko. Zuvor war der US-Amerikaner in den niedrigeren Gewichtsklassen des Super-Fliegengewichts und des Bantamgewichts Weltmeister gewesen. Nach zwölf Runden lautete das Urteil der Punktrichter hauchdünn mit zweimal 115-113 und einmal 114-114 Punkten.
Der Ausgang des Kampfes war hauchdünn, denn Medina platzierte die höhere Anzahl der Punches, doch die Kampfrichter werteten für Tapias wirkungsvollere Schläge und dessen Aggressivität im Kampf. Noch im August des vergangenen Jahres hatte der 35-Jährige seinen Rücktritt vom Boxsport erklärt. Der Sieg über Medina war sein 52. bei zwei Niederlagen und zwei Unentschieden. Für den vielfachen Federgewichtsweltmeister und 31-jährigen Mexikaner war es die 12. Niederlage im 72 Kampf.
Trotz der knappen Entscheidung wollte Teresa Tapia, die Managerin ihres Ehemanns einem Rückkampf nicht direkt zustimmen, da ein viel lukrativerer Kampf auf den neuen Federgewichtschampion der IBF warten soll: ein Duell gegen den frühere Weltmeister "Prince" Naseem Hamed aus Großbritannien, der am 18. Mai in London gegen den Spanier Manuel Calvo nach seiner ersten Niederlage seiner Karriere im vergangenen Jahr gegen Marco Antonio Barrera aus Mexiko wieder in den Ring zurückkehrt.
Der Erfolg Tapias ist umso höher einzuschätzen, wenn man seine tragische Lebensgeschichte kennt: Sein Vater starb, bevor er geboren wurde und seine Mutter wurde getötet, als er acht Jahre alt war. Dies war nur ein Jahr, nachdem er knapp selbst dem Tod entronnen war, als ein Reisebus, in welchem er sich befand, knapp dreißig Meter einen Abhang hinunterstürzte.
Mit neun Jahren begann Tapia mit dem Boxsport in seiner Heimatstadt Albuquerque im US-Bundesstaat New Mexiko. Nachdem er wegen Drogenmißbrauch von 1991 bis 1994 gesperrt wurde, kam er zurück und gewann seine WM-Titel. Nach 15 erfolgreichen WM-Kämpfen verlor er nach zwölf Runden und einem packenden Fight gegen seinen Landsmann Paulie Ayala im Jahr 1999. Seine einzige weitere Niederlage erlitt er ebenfalls nach einem höchst umstrittenen Punktrichterurteil gegen Ayala ein Jahr später.
Im Jahr 2001 wurde Tapia aufgrund schwerer Depressionen zweimal in eine Anstalt eingewiesen. Nach der Bekanntgabe seines Rücktritts im August letzten Jahres erlitt er wiederum schwere Depressionen mit Selbstmordgefahr.
"Emotional hat er eine ganze Menge Probleme, diese kann er wegstecken, indem er boxt", sagte jüngst Ehfrau und Managerin Teresa Tapia, die die Rückkehr ihres Mannes in den Ring unterstützte.