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Dienstag, 2009-03-03

Sylvester im Interview

"Ich kann in Neubrandenburg frei auftrumpfen"

Am Freitag absolvierte Sebastian Sylvester in Schwerin seine letzte Sparringseinheit vor seinem Fight gegen Gaetano Nespro. Am Dienstagmittag traf er zusammen mit seinem neuen Trainer Karsten Röwer in Neubrandenburg ein. Sylvester freut sich auf seinen Auftritt am Samstagabend, denn er hat nach seinem Sieg im April letzten Jahres gegen Javier Castillejo nur die besten Erinnerungen an das Jahnsportforum. Doch der 28-Jährige geht nicht davon aus, dass sich der Kampf um die IBF International Meisterschaft zu einem Selbstläufer entwickelt. Im Gegenteil: Wie der deutsche Mittelgewichtler im Gespräch verrät, könnte der Fight am 28. Februar gegen Nespro eine unbequeme Angelegenheit werden…

Sebastian Sylvester steigt wieder in Neubrandenburg in den Ring

Herr Sylvester, nach einer Niederlage, wieder in den Ring zu steigen, ist für die meisten Boxer schwer. Sie wagen nach dem verlorenen Kampf gegen Felix Sturm den Neuanfang auch noch mit einem neuen Trainer. Lastet dadurch großer Druck auf Ihren Schultern?

Sebastian Sylvester: Nein, das kann man eigentlich nicht sagen. Ich kann in Neubrandenburg frei auftrumpfen. Doch der Abend wird natürlich zeigen, ob ich alles richtig oder alles falsch gemacht habe. Allerdings bin ich recht zuversichtlich, denn die Vorbereitung auf den Kampf ist ganz gut gelaufen.

An Neubrandenburg haben Sie sehr gute Erinnerungen. Macht das die Sache leichter für Sie?

Sebastian Sylvester: Leichter würde ich nicht sagen. Es kommen viele Greifswalder und die wollen mich natürlich, wie auch die anderen Zuschauer, in Top-Form sehen. Sie wollen sehen, dass ich Fortschritte gemacht habe. Insofern ist natürlich eine gewisse Anspannung da. Auf der anderen Seite ist es ein schönes Gefühl, ein Heimspiel zu haben.

Wie war das eigentlich nach der WM-Niederlage. Sind Sie da in ein mentales Loch gefallen? Oder hieß die Devise jetzt erst recht?

Sebastian Sylvester: Beim Kampf gegen Felix Sturm lief es nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich fühlte mich müde und merkte gleich, dass meine Hände nicht so kamen, wie ich das wollte. Natürlich war ich total enttäuscht und bin nach dem WM-Kampf in eine Art Loch gefallen. Doch meine Familie hat mich wieder aufgebaut, so dass die Sache nach drei, vier Wochen ausgestanden war.

Hat Ihnen Karsten Röwer als neuer Trainer auch neue Motivation eingehaucht?

Sebastian Sylvester: Ja, sicher. Aber ich bin ja auch recht pflegeleicht. Ich habe versucht, die Dinge umzusetzen, die der Trainer mir erklärt hat. Manchmal bin ich dann wieder in meinen alten Trott verfallen, doch er hat mich immer wieder auf die wichtigen Dinge hingewiesen.

Trainer Karsten Röwer und Sebastian Sylvester in Schwerin (Fotos: SE u. EG)

Wie schätzen Sie Ihren Gegner Gaetano Nespro ein?

Sebastian Sylvester: Ich finde, er ist ein sehr unbequemer Gegner. Er ist sehr schnell auf den Beinen und im Oberkörper sehr beweglich. Dazu hat er eine gute Führhand. Ich befürchte, dass es streckenweise vielleicht kein schöner Kampf wird. Nespro stand noch nicht gegen so starke Leute im Ring. Ich bin guter Dinge und sehe mich am Ende vorne.

Gaetano Nespro hat angekündigt, dass er Ihnen eine Lektion erteilen will. Machen Sie solche Ankündigungen nervös?

Sebastian Sylvester: Ich nehme das nicht so ernst. Klappern gehört zum Handwerk und vor dem Kampf gegen Felix Sturm haben wir es selbst mit dem Klappern übertrieben. Deshalb will nicht so viel dazu sagen und mich lieber ein bisschen zurückhalten.

Sie sind ja dafür bekannt, dass Sie sich in der Vorbereitung schon häufiger Cutverletzungen beim Sparring zugezogen haben. Wie lief es diesmal?

Sebastian Sylvester: Ja, das war zum Beispiel vor dem Kampf gegen Javier Castillejo so. Doch diesmal lief es gut, die Deckung hat gehalten. Ich habe mir nur ein Veilchen in den drei Wochen der Sparringsphase geholt. Die Sparringspartner waren gut, daran hat es nicht gelegen. Ich denke, das zeigt auch, dass ich sehr konzentriert war und vielleicht nicht so müde wie in früheren Vorbereitungen.

Wenn am Samstag alles gut läuft, wie wird es dann weitergehen?

Sebastian Sylvester: Jetzt will ich erst einmal einen Schritt nach dem anderen machen. Ich hoffe, dass ich am Samstag ein paar Dinge zeigen kann, die ich in den letzten Wochen einstudiert habe. Ich muss den Kampf erst einmal über die Runden bringen. Danach schauen wir weiter.