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Sonntag, 2010-01-31

Sylvester bleibt Weltmeister!

Sylvester besiegte Lyell (Fotos: Winfried Mausolf und Photo Wende)

Schneesturm in Mecklenburg-Vorpommern - "Hurrikan" über Neubrandenburg

Sebastian Sylvester hat es geschafft: Der 29-Jährige verteidigte im Jahnsportforum Neubrandenburg den IBF-Gürtel im Mittelgewicht, den er im September vergangenen Jahres an gleicher Stelle gegen Giovanni Lorenzo aus der Dominikanischen Republik erobert hatte. Der Deutsche setzte sich am Samstagabend gegen den Amerikaner Billy Lyell mit einem technischen K.o.-Sieg nach 37 Sekunden der zehnten Runde durch und verbuchte somit den 33. Erfolg im 36. Profifight für sich.

Der Herausforderer versuchte gleich zu Beginn, mit der Führhand Druck auszuüben und das Geschehen mit schnellen Schlagserien an sich zu reißen. Sylvester verbuchte aber mit einem linken Aufwärtshaken und ersten rechten Händen ebenfalls gute Aktionen für sich. Im zweiten Durchgang bekam der IBF-Weltmeister das Geschehen mit Links-Rechts-Kombinationen besser in den Griff. Nach einer Linken schien der Herausforderer sogar kurz zu wackeln.

"Trotz der schlechten Witterungsbedingungen hatten sich die Zuschauer auf den Weg gemacht, um meinen Kampf zu sehen. Da wollte ich natürlich besonders glänzen und nahm mir vielleicht etwas zu viel vor. Ich wollte unbedingt vorzeitig gewinnen und habe zu sehr auf die Rechte gesetzt. Dadurch fehlte mir zeitweise die Lockerheit", zeigte sich der Titelverteidiger nach dem Fight selbstkritisch. Doch an der Überlegenheit des "Hurrikans" änderte sich auch in der Folge nichts.

Trotzdem hielt sein 25-jähriger Konkurrent aus dem US-Bundesstaat Ohio zwischenzeitlich immer wieder mit Links-Rechts-Links-Serien dagegen. "Ich dachte, ich könnte mit meinen schnellen Schlagserien mehr erreichen. Doch er hat mich immer wieder an der gleichen Stelle getroffen. Ich habe gespürt, wie hart die Schläge waren. Sebastian Sylvester ist ein guter Kämpfer", gestand der Herausforderer später ein. Trotzdem stemmte er sich lange Zeit gegen die drohende Niederlage.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Sebastian Sylvester war erneut das Neubrandenburger Publikum. "Hurrikan, Hurrikan" hallte es von den mit 4.500 Zuschauern voll besetzten Rängen des Jahnsportforums. Und Sylvester schienen die Anfeuerungsrufe noch größere Sicherheit zu geben. Denn auch von einer Cutverletzung an der Stirn - entstanden durch einen unabsichtlichen Kopfstoß - ließ sich der Titelverteidiger im fünften Durchgang nicht aus dem Konzept bringen.

Danach ließ es der IBF-Champion erst einmal ein bisschen ruhiger angehen. In der siebten Runde kamen seine Hände dann aber wieder flüssiger. Dann ging es in den zehnten Durchgang. Lyell ließ jetzt häufiger die Hände fallen. Sylvester kam wieder mit seinen Schlagkombinationen durch. Nachdem er wieder mit der Rechten getroffen hatte, griff Lyell-Trainer Jack Loew schließlich ein und signalisierte die Aufgabe - damit war der Sieg des Deutschen perfekt.

"Er hat Billy immer wieder getroffen. Es war unsinnig, ihn weiter boxen zu lassen", erklärte Loew, der auch den WBC- und WBO-Weltmeister Kelly Pavlik trainiert. Und Pat Nelson, der Manager des Herausforderers, räumte ein: "Ich glaube, inzwischen würde Sebastian Sylvester auch Felix Sturm bezwingen." Doch dieser Kampf ist erst einmal kein Thema. "Als nächstes muss Sebastian seine Pflichtverteidigung gegen Roman Karmazin bestreiten", so Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer.