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Sonntag, 2009-06-28

Sylvester auf WM-Kurs

Lajuan Simon und Sebastian Sylvester (Fotos: SE u. Mausolf)

"Hurrikan" macht wichtigen Schritt nach vorne

Sebastian Sylvester hat es geschafft: In der Berliner Max-Schmeling-Halle erkämpfte der 28-jährige Schützling von Trainer Karsten Röwer am Samstagabend den 31. Erfolg im 34. Profikampf. Durch den einstimmigen Punktsieg (116:112, 115:113 und 117:111) gegen den 30-jährigen Amerikaner Lajuan Simon wird sich der Greifswalder auf Platz zwei der IBF-Weltrangliste im Mittelgewicht vorschieben. Damit steht er ganz dicht vor einer erneuten WM-Chance.

 

Der Kampf gegen Simon wurde für den IBF International Champion zu der erwartet schweren Angelegenheit, bei der vor allem taktische Raffinesse und Konzentration gefragt waren. Gegen den an Reichweite überlegenen Kontrahenten war es für Sylvester von Beginn an schwer, sich gut in Szene zu setzen. Doch auch der in der Rechtsauslage beginnende Amerikaner hatte Mühe, gegen den im Oberkörper recht beweglich agierenden Sylvester mit seiner starken Führhand zu punkten.

Deshalb war es zunächst der "Hurrikan", der sich mit seinen Links-Rechts-Kombinationen Vorteile erkämpfte. Bereits in der zweiten Runde stellte Lajuan Simon auf die Normalauslage um und fand dadurch etwas besser in den Kampf. Doch mit einer gerade geschlagenen Linken riss Sylvester das Geschehen im dritten Durchgang an sich. Auch in der vierten Runde verbuchte der Greifswalder mit einer Rechten und einem linken Seithaken zum Kopf die härteren Treffer für sich.

 

"Obwohl viel auf dem Spiel stand, habe ich mich selbst nicht unter Druck gesetzt. Und das hat auch ganz gut funktioniert. Zwar lief die Rechte nicht so gut, doch dafür war die Linke häufig drin", beurteilte der deutsche Mittelgewichtler den Kampf. Und er hatte mit seiner Analyse recht. Denn es wurde immer schwerer für ihn, mit der Rechten gegen den an Reichweite deutlich überlegenen Kontrahenten aus Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania zu klaren Treffern zu kommen. 

Doch auch Simon, der im März noch gegen Arthur Abraham um die IBF-Weltmeisterschaft geboxt und nur nach Punkten verloren hatte, vermochte nicht, den im Deckungsverhalten sicher wirkenden Sylvester gefährlich zu werden. Zwar legte er weiterhin eine hohe Schlagfrequenz an den Tag, doch seine Angriffe verpufften häufig an den Handschuhen des Gegners. Der Röwer-Schützling wirkte hingegen effektiver und erarbeitete sich auf den Wertungszetteln der Punktrichter einen Vorsprung.

 

Zeit, um sich auf den Lorbeeren auszuruhen, hatte der IBF International Champion jedoch nicht. Denn Simon marschierte weiter unentwegt nach vorne. In den letzten Runden fand er dann auch noch einmal etwas besser in den Kampf und wurde druckvoller. Doch er war einfach nicht in der Lage, seine Aktivität auch in eine entsprechende Anzahl von klaren oder harten Treffern umzumünzen. Am Ende des Aufeinandertreffens lag Sebastian Sylvester somit einstimmig nach Punkten vorne. 

"Man hat gesehen, dass Sebastian von der Beweglichkeit her Fortschritte gemacht hat. Er selbst war immer wieder mit der Führhand im Ziel und hat verdient gewonnen", urteilte sein Coach Karsten Röwer hinterher. Und Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer offenbarte: "Es ging in dem Kampf ja auch um Rang zwei der IBF-Weltrangliste. Sollte der IBF-Titel im Mittelgewicht vakant werden, könnte es sogar sein, dass Sebastian gegen den Weltranglistenersten Giovanni Lorenzo darum boxt. So oder so mischt er jetzt in der Rangliste ganz oben mit."