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Sonntag, 2012-01-15

Starke Vorstellung von Weber

Henry Weber, Robert Stieglitz

Henry Weber bot Robert Stieglitz durchaus Paroli (Fotos: Photo Wende)

Stieglitz bleibt Weltmeister - Herausforderer zeigt beherzten Fight

Henry Weber hat die Sensation verpasst, doch traurig sein muss der 23-Jährige nicht! Der vor dem WM-Duell gegen WBO-Weltmeister Robert Stieglitz als krasser Außenseiter gehandelte Herausforderer bot am Samstagabend in der mit 4.000 Zuschauern ausverkauften Baden-Arena in Offenburg eine vielversprechende Leistung. Doch am Ende musste er sich einstimmig nach Punkten (112:116, 110:118 und 109:119) gegen den alten und neuen Champion aus Magdeburg geschlagen geben.

Robert Stieglitz versuchte gleich in der ersten Runde, seiner Favoritenrolle gerecht zu werden. Doch Weber machte es ihm nicht leicht, arbeitete gut mit der Führhand und setzte den Titelverteidiger unter Druck. "Natürlich habe ich an meine Chance geglaubt und habe versucht, gleich gut in den Kampf zu kommen", sagte Weber hinterher. "Ich denke, ich habe mich teuer verkauft. Dieser Kampf hat mir gezeigt, dass ich bei entsprechender Vorbereitung in der Spitze mitmischen kann. Das will ich auch in Zukunft zeigen."

Im zweiten Durchgang erhöhte Stieglitz allerdings die Schlaghärte. Mit einer Rechten brachte er seinen Widersacher ins Wanken, doch der hielt sich auf den Beinen. Der WBO-Weltmeister zog das Tempo an. In dieser Phase hätte wohl kaum jemand gedacht, dass der Fight über die Runden gehen würde. Doch der Herausforderer steckte nicht auf. "Respekt an Henry Weber und Trainer Otto Ramin. Sie hatten eine gute Taktik", sagte Stieglitz-Coach Dirk Dzemski hinterher. "Die Zuschauer waren begeistert, haben einen schönen und guten Boxkampf gesehen."

"Henry, Henry, Henry" hallte es im vierten Durchgang von den Rängen der Baden-Arena. Und das schien Weber zu motivieren. Mit seinen Führhänden, Haken am Mann und rechten Geraden meldete sich der in Stralsund geborene Super-Mittelgewichtler im Kampf zurück. In der Folge war es dann aber der 30-jährige Titelverteidiger, der sich wieder Vorteile erarbeitete. Weber steckte dennoch nicht auf und ging trotz härtester Treffer das hohe Tempo bis zum Ende mit, so dass schließlich die Wertungsrichter über den Sieg entscheiden mussten.

Bei den Punktrichtern lag Stieglitz einstimmig vorn. Damit war sein 41. Sieg im 43. Profifight perfekt. "Mein Ziel war es, den Titel zu verteidigen. Ich war auf zwölf Runden eingestellt und wollte eine gute Leistung bringen. Dies habe ich erfüllt. Es war ein Arbeitssieg", so sein Resümee. Sauerland Event-Geschäftsführer Chris Meyer lobte indes die Leistung von Henry Weber. "Er hat sich mehr als tapfer geschlagen. Das war der erste große Kampf für ihn und er ist noch sehr jung. Jetzt wird er sicher erst einmal eine Pause machen. Doch dann kann er wieder angreifen."