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Freitag, 2001-12-28

Schwergewicht 2001

Lewis vs. Rahmann und Ruiz vs. Holyfield im Mittelpunkt - Tyson und Klitschkos in Lauerstellung?

Zwei "doppelte" Kämpfe prägten das Boxjahr 2001 im Schwergewicht: Lennox Lewis und Hasim Rahmann sowie John Ruiz und Evander Holyfield standen sich jeweils zweimal in Weltmeisterschaftskämpfen gegenüber.
Los ging es am 3. März in Las Vegas mit dem ersten Rematch zwischen den beiden US-Amerikanern Ruiz und Holyfield. Den ersten Fight um den vakanten WBA-Titel hatte der 39-jährige Holyfield im August 2000 noch umstritten gewonnen, diesmal war der Latino aus Massachusetts in den meisten Belangen überlegen. In der elften Runde musste "The Real Deal" Holyfield zu Boden, die Punktrichter werteten am Ende der zwölf Runden einstimmig für Ruiz.
Was folgte war eine halbjährige Schlammschlacht, in denen sich beide Faustkämpfer wechselseitig der Schauspielerei und des "Foulspiels" bezichtigten, und eine erneute Auflage des Fights am 15. Dezember in Ledyard (USA). Diesmal war es der Altmeister, der in einem langweiligen und von gegenseitigem Klammern und Halten verunstalteten Kampf der aktivere Boxer war. Was die Kampfrichter freilich anders sahen: Zur Überraschung der anwesenden Expertenschar stimmten die Juroren mit Unentschieden und machten damit Ruiz zum alten und neuen WBA-Champ.
Das Ende vom Leid? Mitnichten. Inzwischen hat Holyfield, immer noch beseelt vom Traum, als unumstrittener Champion abzutreten, bei der WBA gegen das Urteil Protest eingelegt - eine Viertauflage droht. "The Quit Man" Ruiz hat stattdessen Priorität eins auf die Heilung seiner von Holyfield gebrochenen Nase und Priorität zwei auf eine Pflichtverteidigung gegen den ungeschlagenen Kirk Johnson (Kanada) gelegt...
Einen der wohl spektakulärsten "Lucky Punchs" der Boxgeschichte sah IBF- und WBC-Weltmeister Lennox Lewis (England) am 22. April auf sich zurauschen, oder besser gesagt: Er sah in nicht. Vier Runden lang steuerte "The Lion" in Brakpan, Südafrika gegen Hasim Rahman (USA) einer sicheren Titelverteidigung entgegen. So sicher, dass er sich in der fünften Runde Zeit nahm, die Deckung kurz fallen zu lassen und seinen Gegner zu verhöhnen, was dieser mit einer saftigen Rechten quittierte. Lewis ging, immer noch mit einem Lächeln auf den Lippen, zu Boden und die Boxwelt hatte ihre größte Sensation seit dem Überraschungserfolg von Buster Douglas über Mike Tyson im Jahr 1990. Auch hier wurden in der Folgezeit Presse zur Verbalduellierung und Gerichte zwecks Neuansetzung bemüht, ehe das Rematch fix war.
"The final Judgment" - so titulierten die Veranstalter den Rückkampf in Las Vegas. Und der 36-jährige Brite ging am 17. November mit seinem verhassten Konkurrenten in der Tat hart ins Gericht. Von der zweiten Runde an dominierte Lewis den Kampf und schickte Rahman gegen Ende der Vierten mit einem rechten Haken zu Boden. Nun warten die Boxfans auf den versprochenen Megafight: Am 6. April 2002 sollen sich Lewis und Ex-Champ Mike Tyson im ersten Kampf des Jahrhunderts um WM-Titel, Ruhm und Ehre sowie kolportierten 100 Millionen Dollar Kampfbörse gegenüberstehen.
Von solchen Summen sind die Klitschko-Brüder (Ukraine) noch weit entfernt. Jeweils eine Kampfabsage und zwei leichte Siege gegen eher unterklassige Gegner stehen für die Wahl-Hamburger Vitali und Wladimir Klitschko 2001 zu Buche. Vitali holte sich zunächst den vakanten internationalen Meister-Titel der WBA gegen Orlin Norris (USA), der sich bereits in der ersten Runde relativ bereitwillig zu Boden begab. Danach folgte eine durch eine Verletzung bedingte fast einjährige Pause und im Dezember ein T.K.o.-Sieg in Runde elf gegen Ross Puritty (USA), der exakt drei Jahre zuvor Bruder Wladimir dessen einzige Niederlage beibrachte.
Dieser verteidigte zweimal seinen WM-Titel nach Version der in den USA relativ unbedeutenden WBO: Zunächst in München gegen Derrick Jefferson (T.K.o. zweite Runde), dann in Las Vegas gegen Charles Shufford (T.K.o. sechste Runde). Einen weiteren in den Staaten geplanten Kampf gegen David Izon (Nigeria) musste "Steelhammer" Klitschko verletzungsbedingt absagen. Im nächsten Jahr nun sollen endlich die großen Kämpfe auf die Brüder warten. So könnte Vitali als Ranglistenzweiter der WBC erster Herausforderer des Siegers Lewis vs. Tyson sein...
Unglücklich begann das Jahr für die deutsche Schwergewichtshoffnung Timo Hoffmann (Frankfurt/Oder): Gegen den Engländer Michael Sprott bezog er im Februar eine bittere Niederlage, die er aber gut einen Monat später gegen den gleichen Gegner wieder ausmerzen konnte. Danach schloss sich "die deutsche Eiche" dem Box-Camp von Manfred Wolke an und vermeldet aufsteigende Tendenz, die am 1. Dezember auch Troy Weida (T.K.o. erste Runde) zu spüren bekam.
Ebenfalls im Gespräch: René Monse (Magdeburg) und Luan Krasniqi (Rottweil), die ihre Kämpfe 2001 alle gewannen und am 5. Januar 2002 in der Magdeburger Bördelandhalle um den Europameistertitel und ihre sportliche Zukunft fighten werden.